
Silber springt über 62 Dollar: Schwacher US-Jobmarkt weckt Hoffnung

Am Donnerstag, dem 2. Juli 2026, drehte der Silberpreis nach einem holprigen Start deutlich nach oben. Die September-Futures eröffneten bei 59,75 Dollar je Unze und lagen damit 1,3 Prozent unter dem Schlusskurs vom Mittwoch. Bis 9:51 Uhr New Yorker Zeit kletterten sie dann auf 62,10 Dollar. Ausgelöst hat den Anstieg ein enttäuschender Arbeitsmarktbericht aus den USA.
Der Jobmotor stottert, Silber legt zu
Medienberichten zufolge hat die US-Wirtschaft im Juni nur 57.000 neue Stellen geschaffen. Volkswirte hatten mit deutlich mehr gerechnet. Die Arbeitslosenquote fiel zwar auf 4,2 Prozent. Das lag aber vor allem daran, dass weniger Menschen am Arbeitsmarkt teilnehmen. Dazu kommt: Die Zahlen für die beiden Vormonate wurden laut den Berichten nach unten korrigiert.
Für Silber ist das eine gute Nachricht. Wenn die Wirtschaft schwächelt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank die Zinsen erhöht. Silber wirft keine Zinsen ab. Je weniger man also mit Anleihen oder Tagesgeld verdient, desto weniger verliert man, wenn man stattdessen Edelmetall hält.
Warsh in Sintra: Wackelt die Zinserhöhung?
Schon am Mittwoch hatte sich US-Notenbankchef Kevin Warsh beim Forum der Europäischen Zentralbank im portugiesischen Sintra zu Wort gemeldet. Die Inflationsrisiken hätten in den vergangenen Wochen etwas nachgelassen, sagte er laut Berichten. Gleichzeitig betonte er, die Fed werde eine Teuerung über zwei Prozent nicht hinnehmen. Wie die Notenbank Ende Juli entscheiden will, verriet er nicht.
Die Märkte legen sich trotzdem fest. Nach dem FedWatch-Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung nach der Juli-Sitzung unter 30 Prozent. Bemerkenswert ist die Debatte an sich: In Washington geht es nicht um Zinssenkungen, sondern um weitere Erhöhungen. Das zeigt, dass die Inflation noch längst nicht besiegt ist. Bleiben der Arbeitsmarkt robust und die Teuerung hartnäckig, könnte die Fed die Zinsen länger hoch halten. Das würde dem Silberpreis in den kommenden Monaten Grenzen setzen.
Achterbahnfahrt mit Ansage
Wie stark Silber zuletzt geschwankt hat, zeigt der Blick zurück. Seit vergangenem Mittwoch hatte der Preis nicht mehr über 60 Dollar eröffnet. Über 62 Dollar stand er zuletzt am Dienstag der Vorwoche. So hat sich der Eröffnungskurs entwickelt:
- Gegenüber der Vorwoche: plus 2,3 Prozent
- Gegenüber dem Vormonat: minus 21 Prozent
- Gegenüber dem Vorjahr: plus 66,1 Prozent
Zum Vergleich: Am 14. Mai 2026 lag das Plus auf Jahressicht noch bei 173,3 Prozent. Nach der starken Rally im Frühjahr folgte also eine harte Korrektur. Wer nur auf den Monatschart schaut, sieht einen Absturz. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt Silber aber immer noch zweistellig im Plus, und andere Anlageklassen kommen da kaum mit.
Was bedeutet das für Anleger?
Silber ist Industrie- und Krisenmetall zugleich. Deshalb reagiert es heftiger als Gold, nach oben wie nach unten. Kurzfristig hängt der Preis an jeder Konjunkturzahl und an jeder Aussage von Notenbankern. Langfristig zählt etwas anderes: Staaten diesseits und jenseits des Atlantiks machen immer mehr Schulden. Deutschland plant zum Beispiel ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen. Damit wächst die Sorge um die Kaufkraft von Papiergeld.
Wer die Schwankungen aushält, kann physisches Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sehen. Es eignet sich zur langfristigen Vermögenssicherung, nicht zum schnellen Zocken. Rücksetzer wie der aktuelle haben geduldigen Käufern in der Vergangenheit immer wieder Einstiegschancen geboten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich. Vergangene Kursentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
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