
Speicher-Frage bringt Reichinnek aus der Fassung: Interview abgebrochen!

Eine simple Frage zur Energiewende, und plötzlich war Schluss: Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek hat am 5. September auf dem Demokratiefestival in Magdeburg ein Interview vor laufender Kamera beendet. Der 23-jährige Journalist Valentin Wilczek wollte wissen, wie ihre Partei Strom aus Wind und Sonne speichern will. Eine Antwort bekam er nicht, dafür einen Vorwurf.
Vom Atomausstieg zur Gretchenfrage
Wilczek betreibt einen eigenen TikTok-Kanal und ist auch für ZDFheute auf der Plattform aktiv. Er begann mit einer Frage, die viele Bürger beschäftigt: Wäre es angesichts hoher Strompreise nicht klüger gewesen, die Kernkraftwerke weiterlaufen zu lassen, statt auf Kohle zu setzen?
Reichinnek winkte ab, noch bevor sie das Mikrofon in der Hand hatte. „Nein, nein, nein“, sagte sie. Dann legte sie nach:
„Nein, da bin ich super stringent. Atomkraft ist die gefährlichste, die wir haben.“
Die Folgekosten, etwa für Endlager, würden der Gesellschaft aufgebürdet, argumentierte sie. Die Abschaltung sei „absolut richtig“ gewesen. Allerdings hätte man die Erneuerbaren deutlich schneller ausbauen müssen, um weniger Kohle und Öl zu verbrauchen.
Netze, Straßen, alles – nur keine Speicher
Dann kam die eigentliche Kernfrage. Wilczek sprach das Speicherproblem an und wollte wissen, wie die Linke damit umgehe. Reichinnek redete daraufhin über den Netzausbau in Richtung Süddeutschland und über Straßen, auf denen E-Autos während der Fahrt laden könnten. Zur Speicherung sagte sie laut dem Video kein Wort, obwohl der Journalist mehrfach darauf zurückkam.
Wilczek brachte schließlich selbst ein Beispiel: E-Autos, die als Pufferspeicher dienen und bei Bedarf Strom zurück ins Netz speisen. Reichinnek hielt dagegen, dabei gehe es „ums Aufladen und nicht ums Speichern“. Als er ihr das Prinzip erklärte, verwies sie ihn an eine Fachpolitikerin.
„Nicht fair“, dann kam der Pressesprecher
Ab da kippte die Stimmung. „Ich habe dir jetzt doch schon super viel dazu erzählt“, sagte die Linken-Politikerin. Sie bat ihn, die Passage nicht zu verwenden, und nannte das Vorgehen unfair. Ihr Pressesprecher schaltete sich ein und forderte Wilczek auf, die Aufnahme zu beenden. Der Journalist entschuldigte sich.
Warum die Frage so wichtig ist
Ganz so harmlos, wie Reichinnek sie offenbar fand, ist die Frage nicht. Sie trifft einen wunden Punkt. Seit Deutschland im April 2023 seine letzten drei Kernkraftwerke vom Netz genommen hat, hängt die Versorgung noch stärker an Wind und Sonne. Und die liefern nicht auf Bestellung. In der gefürchteten Dunkelflaute, wenn weder Wind weht noch Sonne scheint, müssen Gas- und Kohlekraftwerke einspringen.
Wer die Speicherfrage nicht beantworten kann, hat die Energiewende nicht zu Ende gedacht. Für Millionen Haushalte und Betriebe, die unter den Stromkosten ächzen, ist das kein Detail, sondern der Kern des Problems.
Der Grüne konnte antworten
Pikant: Auch Grünen-Chef Felix Banaszak stellte sich auf dem Festival den Fragen des Journalisten. Er beantwortete die Speicherfrage und nannte ausgerechnet das bidirektionale Laden, also genau das Beispiel, das Wilczek Reichinnek vorgeschlagen hatte.
Den Ärger bekam trotzdem vor allem der Journalist ab. Nach der Veröffentlichung am Montag warfen ihm zahlreiche Nutzer vor, er lasse die Linke schlecht aussehen. Wilczek erklärte, er habe keine bösen Absichten gehabt und nur zeigen wollen, wie das Gespräch tatsächlich verlaufen sei.
Bemerkenswert bleibt, dass ausgerechnet auf einem Festival der Demokratie eine Spitzenpolitikerin eine sachliche Nachfrage als Zumutung empfindet. Wer Deutschlands Energiezukunft mitgestalten will, sollte zumindest erklären können, woher der Strom kommt, wenn der Wind ausbleibt.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











