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05.06.2026
05:15 Uhr

Steuer-Hammer im Steigflug: Wie der deutsche Staat die Airlines aus dem Land jagt

Steuer-Hammer im Steigflug: Wie der deutsche Staat die Airlines aus dem Land jagt

Es ist eine der bemerkenswertesten Errungenschaften der Menschheitsgeschichte: Wo eine Postkutsche zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch rund sechs Tage von Frankfurt nach Berlin brauchte, genügt heute eine gute Stunde im Flugzeug. Innerhalb von zwei Jahrhunderten ist die Reisezeit von 144 Stunden auf etwas mehr als sechzig Minuten geschrumpft. Die Welt wurde kleiner, der Handel florierte, Wohlstand entstand. Doch genau dieses Erbe wird in Deutschland gerade mit bürokratischer Inbrunst demontiert.

Die Selbstverstümmelung eines Wirtschaftsstandorts

Ryanair, Lufthansa, Eurowings, British Airways, Wizz Air, easyJet – sie alle ziehen sich zurück, streichen Verbindungen und verlagern ihre Kapazitäten ins Ausland. Der Grund ist kein Naturgesetz, sondern hausgemacht: Seit 2019 haben sich die staatlich veranlassten Kosten am Luftverkehrsstandort Deutschland mehr als verdoppelt. Lagen Luftverkehrsteuer, Flugsicherungs- und Luftsicherheitsgebühren samt weiterer Abgaben damals noch bei rund zwei Milliarden Euro, sind es heute über vier Milliarden.

Wer glaubt, das bleibe folgenlos, der irrt gewaltig. Knapp 16 Prozent weniger Passagiere als vor Corona werden an deutschen Flughäfen abgefertigt. Während in halb Europa längst wieder mehr geflogen wird als vor der Pandemie, erlebt die Bundesrepublik einen schleichenden Niedergang. Eine Berechnung des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft bringt es auf den Punkt: Ein Abflug von einem deutschen Flughafen schlägt allein durch Steuern und Gebühren mit 35 Euro zu Buche – in Spanien sind es magere 6,50 Euro.

60 Flugzeuge geflohen, 10.000 Arbeitsplätze verschwunden

Die Konsequenz dieser Politik ist eine Flucht der Maschinen aus dem Land. Rund 60 in Deutschland stationierte Flugzeuge wurden in den vergangenen Jahren ins Ausland verlagert – ein Rückgang um ein Drittel seit 2019. Und jedes einzelne dieser Flugzeuge ist kein bloßes Stück Metall am Himmel.

Jedes stationierte Flugzeug trägt rund 70 Millionen Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei und sichert etwa 170 Arbeitsplätze.

Rechnet man die Bilanz zusammen, ergibt sich ein verheerendes Bild: Rund 10.000 Arbeitsplätze sind durch die Airline-Flucht bereits verloren gegangen, über vier Milliarden Euro an Wertschöpfung schlicht verdampft. Und das, so muss man befürchten, dürfte erst der Anfang sein.

Innerdeutsche Flüge: Der Patient liegt im Sterben

Besonders dramatisch ist der Kollaps bei den innerdeutschen Verbindungen, die auf etwa 20 Prozent des Niveaus von 2019 dahindümpeln. Der Grund ist von perfider Logik: Da die nationalen Abgaben bei Inlandsflügen sowohl beim Hin- als auch beim Rückflug kassiert werden, rechnen sich kurze Strecken schlicht nicht mehr. Zum Vergleich – in Frankreich, Großbritannien und Polen liegt das Inlandsangebot nahezu unverändert auf dem Stand von 2019. Während andere fliegen, schaut Deutschland zu, wie seine eigene Anbindung verkümmert.

Die Liste der Streichungen liest sich wie eine Verlustanzeige: Ryanair zog sich im vergangenen Winter aus Dortmund, Dresden und Leipzig zurück und kürzte in Berlin und Memmingen. Eurowings strich allein in Hamburg über tausend Flüge. British Airways wird ab Sommer 2026 Köln, Stuttgart und Frankfurt von London aus gar nicht mehr ansteuern.

Ein Angebot, das die Politik einfach ignorierte

Dass es auch anders ginge, zeigt eine Anekdote, die viel über den Zustand der deutschen Wirtschaftspolitik verrät. 2024 soll Ryanair-Chef Michael O'Leary dem damaligen Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt angeboten haben, das Flugangebot binnen sieben Jahren zu verdoppeln – vorausgesetzt, Deutschland senke seine Steuern und Gebühren. Eine Antwort, so erzählt es O'Leary, habe er nie erhalten. Man stelle sich das vor: Ein Konzern bietet Wachstum, Arbeitsplätze und Anbindung auf dem Silbertablett – und der zuständige Minister findet nicht einmal die Zeit für eine Rückmeldung.

„Die Nachfrage nach Flugreisen ist in ganz Europa so groß wie nie zuvor – aber wegen der seit 2019 mehr als verdoppelten staatlich veranlassten Kosten machen die Airlines einen großen Bogen um Deutschland", so der Tenor aus der Branche.

Regulieren, besteuern, ruinieren

Die Antwort der Politik auf all diese Hilferufe? Ein bescheidenes Stellschräubchen in Form einer mageren Senkung der Luftverkehrsteuer ab dem 1. Juli. Mehr nicht. Die Reisebedürfnisse der Bürger und die nüchternen ökonomischen Realitäten können auf der politischen Prioritätenliste schlicht nicht mithalten mit dem geradezu zwanghaften Drang, alles zu regulieren, alles zu besteuern und alles mit einer Abgabenlast zu belegen, die weltrekordverdächtig sein dürfte.

Wer den Flugverkehr als ideologisches Feindbild begreift und ihn aus klimapolitischem Eifer mit Abgaben erdrückt, der zerstört nicht das Klima, sondern den eigenen Wohlstand. Die Maschinen verschwinden ja nicht – sie heben nur woanders ab. In Polen, Tschechien, Belgien. Der einzige Effekt für Deutschland: weniger Jobs, weniger Wertschöpfung, schlechtere Anbindung für die ohnehin gebeutelte Exportwirtschaft. Dass diese Sichtweise längst nicht mehr nur die unserer Redaktion ist, sondern von einem wachsenden Teil der Bevölkerung geteilt wird, zeigt jeder Blick in die Stimmungslage des Landes.

Wenn der Fortschritt zur Strafsteuer wird

Die Fortbewegung mit dem Flugzeug ist ein historischer Triumph – kein Vergehen, das mit Abgaben gesühnt werden müsste. Eine Gesellschaft, die diesen Menschheitstraum der immer kleiner werdenden Distanzen freiwillig aufgibt, gibt am Ende sich selbst auf. Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis: Während andere Nationen ihre Standorte hegen und pflegen, rammt Deutschland den eigenen mit fiskalischer Hingabe in den Boden.

In einem Umfeld, in dem politische Fehlsteuerung ganze Industrien vertreibt, Kapital ins Ausland flieht und der Wohlstand still und leise erodiert, stellt sich für viele Bürger die Frage nach echter Vermögenssicherung dringlicher denn je. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie als krisenfester Anker und sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen dienen können – unabhängig davon, welche Maschinen am deutschen Himmel noch starten dürfen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die enthaltenen Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für Investitionsentscheidungen sollte gegebenenfalls fachkundiger Rat eingeholt werden.

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