
Streik-Alarm bei VW: 100.000 Jobs stehen auf der Kippe!

Die IG Metall zieht im Machtkampf um Volkswagen die härteste Waffe aus dem Schrank: Sie droht dem Wolfsburger Konzern offen mit Streiks. Bezirksleiter Thorsten Gröger kündigte im "Stern" für den Herbst reguläre Arbeitskämpfe an – ein Novum in der Geschichte des Autobauers. Auslöser sind die Sparpläne von Konzernchef Oliver Blume, die bis zu 100.000 Stellen kosten könnten.
"Maximaler Widerstand" – die Fronten sind verhärtet
Ab dieser Woche stellen sich die Vorstände außerordentlichen Betriebsversammlungen. Halte der Vorstand dort an seinen vor der Sommerpause skizzierten Plänen fest, werde er auf maximalen Widerstand stoßen, so Gröger. Blume hatte den Kurs am Wochenende noch einmal bekräftigt.
Auf der Kippe stehen laut den bekannt gewordenen Plänen die Autoproduktion in Emden, Hannover, Zwickau und im Audi-Werk Neckarsulm. Medienberichten zufolge geht es um rund 100.000 der etwa 657.000 Konzernstellen weltweit – eine Verdopplung des bereits Ende 2024 mit den Gewerkschaften vereinbarten Abbaus von 50.000 Jobs bis 2030.
Besonders scharf attackierte der Gewerkschafter die Kommunikation der Konzernspitze:
"Insbesondere die Art und Weise der Kommunikation ist ein Desaster gewesen."
Bis heute kennten die Belegschaften nur Spekulationen aus den Medien, statt dass sich der eigene Vorstand direkt an sie wende, kritisierte Gröger.
Angriff auf die Eigentümerfamilie
Der Zorn richtet sich auch gegen die Familie Porsche-Piëch, die über die Porsche SE die Aktienmehrheit hält und zuletzt auf Einsparungen gedrängt haben soll. Wer die Lage nutze, um Dividenden und kurzfristige Gewinne abzusichern, gefährde die langfristige Zukunft des Unternehmens, sagte Gröger. Gerade jene, die üblicherweise von Millionen-Dividenden profitierten, müssten sich nun beteiligen.
Er erinnerte an den traditionellen Konsens zwischen Kapital- und Arbeitnehmerseite – und daran, dass Volkswagen seine Grundlage in Gewerkschaftsgeldern habe, die von den Nationalsozialisten geraubt wurden. Kündige ein Eigentümer diesen Konsens auf, werde es "brandgefährlich".
Die eigentliche Frage: Wer hat den Standort ruiniert?
Doch der Streit um Werke und Dividenden verdeckt das größere Bild. Der Absatz des in Hannover gefertigten Elektrobullis ID.Buzz blieb weit hinter den Erwartungen zurück: Statt der erhofften rund 120.000 Fahrzeuge pro Jahr wurden im Vorjahr Berichten zufolge knapp 30.000 verkauft. Im ersten Quartal 2026 brach der Gewinn um 28 Prozent ein – Gründe: hohe Kosten, US-Zölle und der wegbrechende China-Markt.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das die Quittung einer Politik, die der Autoindustrie über Jahre den Elektro-Kurs verordnete, während Energiepreise, Abgabenlast und Bürokratie die Fertigung in Deutschland teurer machten als anderswo. Der elektrische Polo entsteht bezeichnenderweise in Spanien.
Pikant: Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg (Grüne) erklärten, man werde keiner Entwicklung zustimmen, die auf Werksschließungen als vermeintlich einfache Lösung setze. Kritiker fragen: Wo war dieser Gestaltungswille, als die industriepolitischen Weichen gestellt wurden?
Was für Sparer daraus folgt
Für Beschäftigte, Zulieferer und ganze Regionen steht viel auf dem Spiel. Wenn selbst Industrie-Ikonen wanken, rückt die Frage nach krisenfester Vermögenssicherung in den Vordergrund – physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten vielen Anlegern seit Generationen als solide Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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