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Strom-Schock: Preise um 74 Prozent hoch – jetzt droht die Rechnung!

Strom-Schock: Preise um 74 Prozent hoch – jetzt droht die Rechnung!
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands Stromkunden steht ein teurer Winter bevor. Am Terminmarkt hat sich Strom zur Lieferung im Jahr 2027 seit Januar um rund 74 Prozent verteuert. Das Vergleichsportal Verivox warnt: Auch Bestandskunden müssen im kommenden Jahr mit bis zu 150 Euro Mehrkosten rechnen.

Bei Neukunden ist der Preissprung schon angekommen. Und die Bundesregierung? Sie berät noch.

Von 85 auf fast 149 Euro: Der Markt schlägt Alarm

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Der deutsche Grundlastkontrakt für 2027 schloss am 3. November bei 148,95 Euro je Megawattstunde. Anfang Januar lag er noch bei rund 85 Euro. Selbst nach dem jüngsten Rückgang bleibt also ein Plus von etwa drei Vierteln.

Als Treiber nennt Verivox vor allem die gestiegenen Gaspreise. Energieexperte Thorsten Storck erklärte gegenüber Medien:

„Aufgrund der gestiegenen Gaspreise und den damit verbundenen Effekten auf die Strompreisbildung sind bei Bestandskunden Mehrkosten beim Strom im kommenden Jahr von bis zu zehn Prozent beziehungsweise rund 150 Euro im Jahr für Haushalte in Deutschland zu erwarten.“

Halte das aktuelle Niveau länger an, seien sogar noch kräftigere Aufschläge möglich, so Storck.

Neukunden zahlen bereits ein Drittel mehr

Wer jetzt einen Vertrag abschließt, spürt die Wende sofort. Laut Verivox kostete die Kilowattstunde für Neukunden zu Jahresbeginn im Schnitt rund 25 Cent. Heute sind es inklusive Grundpreis etwa 33 Cent – ein Anstieg um 32 Prozent.

Noch bitterer sieht es in der Grundversorgung aus. Deren Tarife sind zwar bislang nicht gestiegen, liegen mit durchschnittlich rund 40 Cent aber ohnehin deutlich über dem Markt. Eine vierköpfige Familie mit 4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch könne durch einen Wechsel derzeit rund 280 Euro sparen, rechnet das Portal vor. Ausnahme: Wer eine ältere Preisgarantie hat, fährt womöglich weiterhin günstiger.

Dunkelflaute: Wenn der Wind schweigt, explodiert der Preis

Wie fragil das deutsche Stromsystem ist, zeigte sich Ende Oktober. In der ersten längeren Dunkelflaute der Heizsaison schoss der Großhandelspreis binnen weniger Tage von 13 auf über 300 Euro je Megawattstunde. In einzelnen Abendstunden wurden mehr als 500 Euro erreicht.

Die Windräder lieferten zeitweise unter sieben Gigawatt – nicht einmal die Hälfte des bisherigen Jahresmittels. Einspringen mussten vor allem Gaskraftwerke. Ausgerechnet jene Energiequelle also, deren Preis gerade nach oben klettert. Kritiker sehen darin ein Grundproblem der Energiewende: Wer Atomkraftwerke abschaltet und auf Wetterglück setzt, macht sich in windstillen Winternächten vom teuren Gas abhängig.

Solche Spitzen landen zwar nicht direkt auf der Stromrechnung, und der Terminmarkt-Anstieg lässt sich nicht eins zu eins auf Haushalte übertragen. Häufen sie sich aber, verteuern sie die Beschaffung der Versorger – und damit die Verträge der kommenden Jahre.

Merz will Entlastung – verspricht aber nichts

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) drängt nun darauf, die Stromsteuer 2027 auch für Privathaushalte, Handel und Dienstleister von 2,05 Cent auf den EU-Mindestsatz von 0,1 Cent je Kilowattstunde zu senken. Bislang profitieren davon nur das Produzierende Gewerbe sowie Land- und Forstwirtschaft. Kostenpunkt laut Kanzler: rund fünf Milliarden Euro jährlich. Medienberichten zufolge könnte ein Durchschnittshaushalt so etwa 93 Euro im Jahr sparen.

Doch bei der IHK Berlin dämpfte Merz selbst die Erwartungen: „Ich verspreche es Ihnen nicht, dass es uns gelingt.“ Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) soll Berichten zufolge Zweifel an der Finanzierung haben. Viele Bürger dürften sich erinnern: Schon 2025 war die angekündigte Senkung für alle an Privathaushalten vorbeigegangen. Eine Regierung, die Hunderte Milliarden an neuen Schulden mobilisiert, aber bei fünf Milliarden für die eigenen Bürger zögert – das wirkt auf viele schwer vermittelbar.

Fazit: Selbst vorsorgen statt auf Berlin warten

Steigende Energiekosten fressen sich in die Haushaltskassen und treiben die Inflation. Wer sein Erspartes gegen schleichende Kaufkraftverluste absichern will, sollte nicht allein auf politische Versprechen bauen. Physisches Gold und Silber haben sich über Generationen als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bewährt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigene Recherchen anstellen und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.

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