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Kettner Edelmetalle
31.07.2026
13:11 Uhr

Teheran greift zum Telefon: Wie Iran Europas Kleinstaaten in die Zange nimmt

Teheran greift zum Telefon: Wie Iran Europas Kleinstaaten in die Zange nimmt

Es ist ein bemerkenswerter Vorgang: Während in Berlin über Klimaziele, Sondervermögen und die richtige Schreibweise von Personenbezeichnungen debattiert wird, klingelt in Sofia und Nikosia das Telefon – und am anderen Ende der Leitung sitzt der iranische Außenminister Abbas Araghtschi mit einer unmissverständlichen Botschaft. Wer amerikanischen Streitkräften Rollbahnen zur Verfügung stellt, so der Tenor, macht sich selbst zum Ziel.

Ein Telefonat, das nach Drohung klingt

Nach Angaben der staatlichen iranischen Agentur Tasnim habe Araghtschi seine bulgarische Amtskollegin Velislava Petrova-Chamova am Donnerstag aufgefordert, die Zustimmung Sofias zur Stationierung amerikanischer Militärflugzeuge auf dem Luftwaffenstützpunkt Bezmer zurückzunehmen. Die Entscheidung sei nicht hinnehmbar und stehe im Widerspruch zu den traditionell freundschaftlichen Beziehungen beider Länder, ließ er wissen. Und damit die juristische Keule nicht fehlt, verwies er auf Artikel 3 der UN-Resolution 3314 – jene Aggressionsdefinition, nach der bereits die Bereitstellung des eigenen Territoriums für einen Angriff auf einen Drittstaat als Angriffshandlung gelten könne.

Man muss diese Rechtsauslegung nicht teilen, um zu erkennen, worauf sie zielt: Teheran will Europa auseinanderdividieren. Nicht die Großen werden angerufen, sondern die Kleinen. Nicht Washington wird bedroht, sondern jene Hauptstädte, die sich einen Krieg am allerwenigsten leisten können.

Bulgariens Balanceakt

Das bulgarische Parlament hatte in der Vorwoche die zeitweilige Verlegung von bis zu acht Tankflugzeugen des Typs KC-135 sowie von bis zu 250 Soldaten nach Bezmer gebilligt. Sofia betonte, es würden keine Angriffswaffen stationiert, das Land werde dadurch nicht Kriegspartei. Petrova-Chamova bekräftigte in dem Gespräch, Bulgarien wolle sich am Krieg nicht beteiligen und unterstütze diplomatische Bemühungen um Deeskalation.

Wer Tankflugzeuge bereitstellt, betankt keine Ferienflieger. Die Unterscheidung zwischen „Unterstützung“ und „Kriegsbeteiligung“ ist ein Konstrukt für Parlamentsprotokolle – nicht für Feuerleitrechner.

Auch Zypern gerät ins Visier

In einem separaten Gespräch mahnte Araghtschi den zyprischen Außenminister Konstantinos Kombos, ausländische Militärbasen auf der Insel dürften nicht für Angriffe auf Iran genutzt werden. Kombos erklärte, London habe zugesichert, die britischen Stützpunkte nicht gegen andere Staaten – auch nicht gegen Iran – einzusetzen. Ein Versprechen, dessen Belastbarkeit bereits geprüft wurde: Der Stützpunkt RAF Akrotiri wurde Anfang März, nach dem Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran, von einer Drohne getroffen.

Am Golf brennt es weiter

Nach einer neuen amerikanischen Angriffswelle meldete die iranische Armee laut Staatsmedien am Freitag Drohnenangriffe auf US-Einrichtungen auf dem Luftwaffenstützpunkt Ahmad al-Dschaber in Kuwait und auf dem Stützpunkt Scheich Isa in Bahrain. Ziele seien Flugzeugunterstände, Satellitenkommunikation und die Stromversorgung gewesen. Das US-Zentralkommando hatte am Mittwoch erklärt, es habe Dutzende Ziele der Revolutionsgarden im Iran angegriffen. Diese wiederum teilten mit, zwei Öltanker an der Durchfahrt durch die Straße von Hormus gehindert zu haben.

Der Brent-Preis reagierte mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 89,53 US-Dollar je Barrel. Ein scheinbar harmloser Ausschlag – doch jeder, der die Ölschocks der siebziger Jahre kennt, weiß: Durch Hormus fließt ein erheblicher Teil des seebeweglichen Welt-Öls. Eine ernsthafte Blockade wäre kein Kursdetail, sondern ein Konjunkturbeben.

Und Deutschland? Schaut zu, zahlt aber mit

Hier zeigt sich die bittere Ironie deutscher Politik der vergangenen Jahre. Man hat die eigene Grundlast verschrottet, sich in Abhängigkeiten begeben und energiepolitische Selbstverstümmelung als Fortschritt verkauft. Nun tobt ein Krieg an der wichtigsten Öl-Schlagader des Planeten – und die Bundesrepublik besitzt kaum Hebel, weder militärisch noch energiepolitisch. Stattdessen werden 500 Milliarden Euro an Sondervermögen verteilt, die Klimaneutralität ins Grundgesetz geschrieben und Schulden gemacht, deren Zinslast künftige Generationen über Steuern und Abgaben abtragen müssen. Ein Kanzler, der einst versprach, keine neuen Schulden aufzunehmen, verwaltet inzwischen die größte Kreditaufnahme der Nachkriegsgeschichte.

Wer in diesem Umfeld glaubt, geopolitische Risiken ließen sich mit Absichtserklärungen und Betroffenheitsrhetorik neutralisieren, verkennt die Lage. Die Wahrheit ist unbequem: Europas Sicherheit hängt an amerikanischen Tankflugzeugen, europäische Wohlstandsketten an einer Meerenge, die eine Handvoll Schnellboote schließen kann.

Was Anleger daraus lesen sollten

In Zeiten, in denen Außenminister Anrufe als Warnschüsse einsetzen und Tanker zu Faustpfändern werden, gewinnt eine alte Erkenntnis wieder an Kraft: Physische Edelmetalle sind kein Renditeversprechen, sondern eine Versicherung gegen genau jene Verwerfungen, die derzeit im Wochentakt aus dem Nahen Osten gemeldet werden. Gold und Silber kennen keine Lieferkette, die blockiert werden kann, keinen Emittenten, der ausfällt, und keine Regierung, die per Federstrich ihren Wert verwässert. Als ruhender Anker in einem breit gestreuten Vermögen haben sie seit Jahrtausenden ihre Rolle behauptet – Krieg, Inflation und politisches Missmanagement inklusive.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er spiegelt die Einschätzung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wider. Jede Anlageentscheidung erfolgt in eigener Verantwortung; Kursentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für künftige Ergebnisse. Bitte recherchieren Sie eigenständig und ziehen Sie im Zweifel qualifizierten Rat hinzu. Eine Haftung für Vermögensschäden wird ausgeschlossen.

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