
Teleshopping-Dinosaurier am Ende: Mediashop versinkt in 45 Millionen Euro Schulden

Es ist das unwiderrufliche Ende einer Ära, die ohnehin schon lange auf tönernen Füßen stand. Der österreichische Teleshopping-Pionier Mediashop ist endgültig gescheitert. Das Landesgericht Wiener Neustadt hat die Schließung des Unternehmens angeordnet – nach gescheiterten Sanierungsversuchen und einem Schuldenberg von 45 Millionen Euro. Was 1999 als ambitioniertes Geschäftsmodell begann, endet nun als Konkursverfahren. Die Bildschirme bleiben dunkel.
Vom Verkaufsschlager zum Insolvenzfall
Mediashop war einst ein Schwergewicht im europäischen Teleshopping-Geschäft. 175 Fernsehkanäle, 400 Beschäftigte europaweit, davon 160 in Österreich, und ein Konzernumsatz von rund 170 Millionen Euro – Zahlen, die auf den ersten Blick beeindrucken. Doch hinter der glänzenden Fassade brodelte es schon lange. Veränderte Kaufgewohnheiten der Verbraucher, die längst den Weg ins Internet gefunden haben, und ein zunehmend feindseliges Marktumfeld nagten unerbittlich an der Substanz des Unternehmens.
Der Kreditschutzverband KSV1870 bestätigte die Schließung in einer offiziellen Mitteilung. Alexander Greifeneder vom KSV1870 erklärte, dass intensive Überprüfungen des Insolvenzverwalters ergeben hätten, dass eine Fortführung des Unternehmens infolge einer „zeitnah zu erwartenden Liquiditätsunterdeckung" schlicht nicht mehr darstellbar sei. Auf gut Deutsch: Das Geld ist alle, und niemand will neues nachschießen.
Ein Geschäftsmodell aus einer anderen Zeit
Man muss kein Wirtschaftsprofessor sein, um zu erkennen, dass das klassische Teleshopping-Modell in seiner bisherigen Form ein Auslaufmodell ist. Wer kauft heute noch Fitnessgeräte, Küchenhelfer oder Beautywunder, weil ein enthusiastischer Moderator sie ihm um drei Uhr morgens anpreist? Die Antwort liefert der Markt selbst – offenbar immer weniger Menschen. Amazon, Temu und unzählige Online-Shops haben das Einkaufsverhalten der Konsumenten fundamental verändert. Das Fernsehen als Verkaufskanal wirkt da wie ein Relikt aus einer vergangenen Epoche.
Bereits vor der endgültigen Schließung war der Kanal „Mediashop – Neuheiten" eingestellt worden. Auf „Mediashop – Meine Einkaufswelt" liefen zuletzt nur noch Hinweisschleifen – ein trauriges Sinnbild für ein Unternehmen, das sich im Kreis drehte, ohne einen Ausweg zu finden.
Dominoeffekt für das klassische Fernsehen
Die Insolvenz trifft allerdings nicht nur die 400 Beschäftigten und die Gläubiger. Auch zahlreiche Fernsehsender spüren die Konsequenzen unmittelbar. Mediashop betrieb drei eigene Sender auf dem Satelliten Astra 1N und war darüber hinaus mit teilweise stundenlangen Sendefenstern auf Kanälen wie DMAX, Eurosport, Sport1, RiC, Tele5 und TLC vertreten. Fällt ein solcher Anbieter weg, fehlen den Sendern wichtige Werbeerlöse – und es entstehen Sendelöcher, die erst einmal gestopft werden müssen.
Es ist ein Dominoeffekt, der das ohnehin unter Druck stehende klassische Fernsehsystem weiter schwächt. In einer Zeit, in der Streaming-Dienste dem linearen Fernsehen das Wasser abgraben, wiegt jeder verlorene Werbekunde doppelt schwer. Die Frage, ob Mediashop jemals als aktiver Teleshopping-Anbieter zurückkehren wird, dürfte sich damit erübrigt haben.
Ein Symptom eines größeren Problems
Der Fall Mediashop ist mehr als nur die Insolvenz eines einzelnen Unternehmens. Er ist symptomatisch für eine Wirtschaftslandschaft im Umbruch, in der tradierte Geschäftsmodelle reihenweise unter die Räder kommen. Während die Politik – auch hierzulande – mit immer neuen Regulierungen und Abgaben die Unternehmen belastet, statt ihnen Luft zum Atmen zu geben, verschwinden Arbeitsplätze und Wertschöpfung. 400 Beschäftigte stehen nun vor einer ungewissen Zukunft. Für sie ist das keine abstrakte Wirtschaftsnachricht, sondern bittere Realität.
Ob die Gläubiger jemals einen nennenswerten Teil ihrer Forderungen zurückerhalten werden, steht in den Sternen. Bei einem Konkursverfahren dieser Größenordnung bleiben erfahrungsgemäß viele auf der Strecke. Die 45 Millionen Euro Schulden sprechen eine deutliche Sprache – und sie erzählen die Geschichte eines Unternehmens, das den Anschluss an die Gegenwart verpasst hat.
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