
Terror in Berlin: Während Rettungskräfte um Leben kämpfen, erklärt eine Salafistin den Anschlag zur Inszenierung

Es gibt Momente, in denen der Zustand eines Landes wie unter einem Brennglas sichtbar wird. Der späte Samstagabend in Berlin war so ein Moment. Ein weißer Transporter, eigens angemietet, raste in eine Menschenmenge beim Christopher Street Day. Mindestens eine Frau starb. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt, teils schwer. Und während Sanitäter noch um Leben rangen, während Blut auf dem Asphalt der Hauptstadt klebte, tippte eine salafistische Influencerin bereits ihre Deutung der Ereignisse in ihr Smartphone.
Erst die theologische Rechtfertigung, dann die Verschwörungserzählung
Die Abfolge ihrer Beiträge liest sich wie ein Lehrstück in ideologischer Verdrehung. Zunächst zitierte die Influencerin die koranische Erzählung von Lut – jene Geschichte, die in ähnlicher Gestalt auch im ersten Buch Mose steht und seit Jahrhunderten als theologisches Fundament für die Ablehnung von Homosexualität herangezogen wird. Dazu die Aufforderung: „Kehrt zurück“. Homosexuelle mögen sich gefälligst auf den Weg des Islam begeben.
„Die Geschichte von Lut ist keine vergangene Geschichte – sie ist eine Mahnung: Kehrt zurück.“
Zuvor hatte sie noch philosophiert, je weiter sich der Mensch vom Tauhid – dem islamischen Konzept der Einheit Gottes – entferne, desto eher nenne er das Licht Finsternis und die Finsternis Licht. Eine bemerkenswerte Formulierung, wenn man bedenkt, in welchem zeitlichen Zusammenhang sie fiel.
Doch damit nicht genug. In einem weiteren Beitrag setzte sie das Wort „Terroranschlag“ in Anführungszeichen und deutete an, es könne sich um einen sogenannten „Inside Job“ der AfD handeln. Ihr lakonischer Zusatz: „Sind ja bald Wahlen.“ Das Attentat sei inszeniert worden, um antiislamische Propaganda zu befeuern. Anschließend teilte sie noch einen Beitrag, der Israel die Verantwortung für die Tat zuschob.
Das immergleiche Muster: Täter-Opfer-Umkehr in Echtzeit
Man muss sich diese Choreografie auf der Zunge zergehen lassen. Zuerst wird die religiöse Begründung für Verachtung gegenüber Homosexuellen geliefert. Dann wird die Tat schlicht geleugnet. Und zum krönenden Abschluss stilisiert man sich selbst zum Opfer einer großangelegten Verschwörung. Schneller kann eine Täter-Opfer-Umkehr kaum vollzogen werden.
Wer wirklich Stimmung gegen Muslime machen wolle, so könnte man zynisch anmerken, brauche dafür weder die AfD noch Israel. Diese Arbeit erledigen radikale Islamisten offenbar zuverlässig in Eigenregie.
Der Täter: deutscher Staatsbürger, libanesische Wurzeln
Bei dem Attentäter handelte es sich nach bisherigen Erkenntnissen um Abdul Ballout, einen deutschen Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln. Am Sonntagabend spürte eine SEK-Einheit ihn auf – er hatte sich in einer Gartenparzelle in Berlin-Spandau verschanzt. Beim Zugriff eröffnete er das Feuer auf die Beamten. Im anschließenden Schusswechsel wurde er getötet. Die übrigen Verletzten schweben mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr.
Die unbequeme Frage, die niemand stellen will
Und nun? Nun beginnt das Ritual, das wir alle auswendig kennen. Betroffenheitsbekundungen, Lichterketten, Mahnwachen, die Beschwörung des Zusammenhalts. Und in wenigen Wochen wird niemand mehr darüber sprechen – bis zum nächsten Mal.
Es wäre an der Zeit, endlich die Frage zu stellen, die in Berlin so ungern gestellt wird: Wie konnte es geschehen, dass sich in diesem Land eine radikalislamische Parallelwelt etablieren konnte, in der solche Ideologien nicht nur gedeihen, sondern über soziale Medien einem Massenpublikum präsentiert werden? Wer über Jahrzehnte hinweg jede kritische Debatte über Migration, Integration und importierten Extremismus mit dem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit abgewürgt hat, trägt politische Mitverantwortung für das, was daraus erwachsen ist.
Die deutsche Sicherheitsarchitektur ist über Jahre hinweg systematisch geschwächt worden – personell, rechtlich, vor allem aber mental. Behörden, die aus Angst vor medialer Empörung lieber wegsehen, sind keine Behörden, sondern Verwaltungsapparate der Selbstberuhigung. Und eine politische Klasse, die den Bürgern jahrelang erzählte, es gebe keine Zusammenhänge zwischen ungesteuerter Zuwanderung und der Sicherheitslage, hat ihren Vertrauensvorschuss längst verspielt.
Was unsere Redaktion dazu meint
Wir halten fest: Die Kriminalitätsentwicklung in Deutschland ist kein Zufall, kein statistisches Rauschen und schon gar kein Produkt rechter Panikmache. Sie ist das Ergebnis politischer Entscheidungen – oder besser gesagt: politischer Entscheidungsverweigerung. Diese Einschätzung teilt inzwischen ein erheblicher Teil der deutschen Bevölkerung, auch wenn man das in den Talkshows der öffentlich-rechtlichen Anstalten nur selten zu hören bekommt.
Es braucht Politiker, die für dieses Land regieren und nicht gegen es. Politiker, die den Schutz der Bürger über die Sorge um das eigene Image stellen. Bis dahin bleibt es bei dem, was wir dieser Tage wieder erleben mussten: Trauer, Wut – und die groteske Erfahrung, dass die Deutungshoheit über einen Anschlag binnen Minuten von jenen beansprucht wird, deren Weltbild ihn erst ermöglicht hat.
In unruhigen Zeiten zählt Substanz
Wer die politische Entwicklung dieses Landes aufmerksam verfolgt, dem drängt sich eine Erkenntnis auf: Vertrauen in staatliche Institutionen ist ein zerbrechliches Gut. Historisch betrachtet haben sich physische Edelmetalle in Zeiten gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Verwerfungen stets als beständiger Anker erwiesen – unabhängig von politischen Moden und Regierungswechseln. Eine durchdachte Beimischung von physischem Gold und Silber kann daher ein sinnvoller Baustein eines breit gestreuten Vermögens sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

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