
Tote Kinder in Minab: US-Militär könnte für verheerenden Angriff auf iranische Mädchenschule verantwortlich sein
Es sind Bilder, die sich ins kollektive Gedächtnis einbrennen: Trauernde Frauen, die ihre Töchter zu Grabe tragen. Tausende Menschen, die in stummer Verzweiflung an einem Massenbegräbnis teilnehmen. Was sich in der iranischen Stadt Minab zugetragen hat, gehört zu den erschütterndsten Ereignissen des eskalierenden Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran – und nun verdichten sich die Hinweise, dass Washington selbst für dieses Grauen verantwortlich sein könnte.
Vorläufige Ermittlungen belasten das US-Militär schwer
Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei US-Beamte berichtet, halten amerikanische Militärermittler es für wahrscheinlich, dass US-Streitkräfte den Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Iran verübt haben könnten. Es handele sich um eine vorläufige Einschätzung, ein endgültiges Ergebnis der laufenden Untersuchung stehe noch aus. Man schließe nicht aus, dass neue Beweise die Vereinigten Staaten entlasten könnten. Doch allein die Tatsache, dass das Pentagon diese Möglichkeit einräumt, ist ein Paukenschlag.
Die Schule wurde am Samstag getroffen – ausgerechnet am ersten Tag der gemeinsamen US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe auf den Iran. Nach iranischen Angaben kamen mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben. Irans Botschafter bei den Vereinten Nationen sprach sogar von 150 getöteten Schülerinnen. Eine unabhängige Bestätigung der genauen Opferzahl liegt bislang nicht vor.
Washington laviert – Teheran klagt an
Die Reaktionen aus Washington waren zunächst ausweichend. Man prüfe die Berichte, hieß es lapidar. Erst später bestätigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, dass das Militär den Vorfall untersuche. Eine solche Salamitaktik der Informationspolitik kennt man aus vergangenen Konflikten nur zu gut. Wer sich an die Bombardierung der Kundus-Klinik durch US-Streitkräfte im Jahr 2015 erinnert, weiß, wie lange es dauern kann, bis Washington Verantwortung übernimmt – wenn überhaupt.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi machte hingegen von Beginn an die USA und Israel für den Angriff verantwortlich. Das israelische Militär erklärte, ihm seien keine Angriffe in der betreffenden Region zum genannten Zeitpunkt bekannt. Eine Aussage, die angesichts der Dimension der gemeinsamen Militäroperation Fragen aufwirft.
Mögliches Kriegsverbrechen nach Völkerrecht
Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf hat eine umfassende Untersuchung des Vorfalls gefordert. Und die rechtliche Dimension ist gewaltig: Sollte sich bestätigen, dass gezielt eine Schule angegriffen wurde, könnte dies nach internationalem humanitärem Recht als Kriegsverbrechen gewertet werden. Schulen, Krankenhäuser, zivile Infrastruktur – all das genießt nach den Genfer Konventionen besonderen Schutz. Selbst wenn es sich um einen tragischen Fehler handeln sollte, stellt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit und der Sorgfaltspflicht bei der Zielauswahl.
Die Eskalation im Nahen Osten fordert ihren Preis
Was in Minab geschehen ist, führt auf grausame Weise vor Augen, wohin die militärische Eskalation im Nahen und Mittleren Osten führt. Seit Israel im Juni 2025 Großangriffe auf iranische Atomanlagen startete und der Iran mit Raketenbeschuss reagierte, befindet sich die gesamte Region in einer Spirale der Gewalt, deren Ende nicht absehbar ist. Dass nun die Vereinigten Staaten unter Präsident Trump direkt in den Konflikt eingreifen, erhöht die Gefahr eines Flächenbrands dramatisch.
Für Deutschland und Europa bedeutet diese Entwicklung nichts Gutes. Die geopolitischen Verwerfungen treiben die Energiepreise, destabilisieren Handelsrouten und schaffen neue Fluchtbewegungen. Und während sich die Große Koalition unter Friedrich Merz mit einem 500-Milliarden-Sondervermögen beschäftigt, das kommende Generationen belasten wird, wächst die Unsicherheit in der Welt. Es sind Zeiten wie diese, in denen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als das bewähren, was sie seit Jahrtausenden sind: ein sicherer Hafen in stürmischen Zeiten, unabhängig von den Launen der Geopolitik und dem Versagen der Politik.
Wann die Ermittlungen zum Angriff auf die Mädchenschule in Minab abgeschlossen sein werden, ist unklar. Doch eines steht fest: Die toten Kinder von Minab werden das Gewissen der Welt noch lange beschäftigen – vorausgesetzt, dieses Gewissen existiert noch.

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