
Trotz Absatzkrise: Autobauer setzen auf der New York Auto Show unbeirrt auf Elektro
Es mutet beinahe surreal an: Während der amerikanische Markt für Elektrofahrzeuge regelrecht einbricht, präsentieren die großen Automobilhersteller auf der New York International Auto Show munter neue E-Modelle – als gäbe es kein Morgen. Oder besser gesagt: als gäbe es keine Realität. Denn die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache.
Der Markt schrumpft – die Hersteller träumen weiter
Seit die US-Regierung unter Präsident Donald Trump die staatliche Kaufprämie von 7.500 Dollar für Elektrofahrzeuge zum 30. September auslaufen ließ, ist der Marktanteil von E-Autos in den Vereinigten Staaten dramatisch eingebrochen. Lag der Anteil an den Gesamtverkäufen im Jahr 2025 noch bei 9,6 Prozent, so stürzte er in den letzten drei Monaten auf magere 6,5 Prozent ab – der niedrigste Wert seit Anfang 2022. Diese Zahlen stammen wohlgemerkt von der Alliance for Automotive Innovation, dem Branchenverband, der unter anderem GM, Ford, Toyota, Volkswagen, Hyundai und Stellantis vertritt.
Besonders deutlich formulierte es Christian Meunier, Chef von Nissan Americas, im Reuters-Interview auf der Messe: Es gebe schlicht keine Nachfrage mehr. Der Markt sei auf rund sieben Prozent geschrumpft, und die Hälfte davon werde nur durch massive Rabattaktionen der Hersteller künstlich am Leben gehalten. Von einer natürlichen, organischen Nachfrage könne keine Rede sein.
Trumps Politik zeigt Wirkung – und das ist nicht nur schlecht
Man mag von Donald Trumps Wirtschaftspolitik halten, was man will, doch eines muss man dem 47. Präsidenten zugestehen: Er hat den Mut, ideologisch motivierte Subventionsprogramme zu beenden und den Markt wieder das tun zu lassen, was er am besten kann – die Wahrheit über Angebot und Nachfrage offenlegen. Die Streichung der EV-Steuergutschrift hat schonungslos gezeigt, dass ein erheblicher Teil der bisherigen Elektroauto-Verkäufe nicht auf echtem Konsumenteninteresse beruhte, sondern auf staatlich alimentierter Scheinblüte.
In Deutschland kennen wir dieses Phänomen nur zu gut. Auch hierzulande brach der E-Auto-Markt ein, nachdem die Ampelregierung – in einem ihrer zahlreichen chaotischen Manöver – die Kaufprämie abrupt strich. Der Unterschied: Während Trump konsequent auf marktwirtschaftliche Prinzipien setzt, hat die deutsche Politik jahrelang Milliarden in eine Technologie gepumpt, deren Marktreife und Akzeptanz beim Verbraucher offenkundig überschätzt wurde.
Kia, Subaru und Toyota: Neue Modelle trotz Gegenwind
Unbeirrt von der düsteren Marktlage stellte Kia sein günstigeres Modell EV3 vor, das noch in diesem Jahr in den USA auf den Markt kommen soll. Subaru präsentierte den „Getaway", einen Siebensitzer-Elektro-SUV für Familien – das vierte E-Modell des japanischen Herstellers auf dem US-Markt. Und Toyota kündigte gleich drei neue Elektrofahrzeuge für das laufende Jahr an. Auch General Motors ist mit dem neuen Chevrolet Bolt EV ab 27.600 Dollar zurück im Rennen, nachdem die vorherige Generation bereits 2023 eingestellt worden war.
Russell Wager, Marketing-Vizepräsident bei Kia America, gab sich betont optimistisch: Der Markt werde zurückkommen – vielleicht nicht so schnell, wie man es sich gewünscht hätte, aber man sei dem Elektroantrieb verpflichtet. Kia rechne damit, dass der US-Markt in drei bis vier Jahren wieder das alte Niveau erreichen könnte. Ob das Wunschdenken oder fundierte Prognose ist, darf bezweifelt werden.
Benzinpreise als unerwarteter Rückenwind
Einen unerwarteten Verbündeten haben die E-Auto-Hersteller allerdings gefunden: die steigenden Benzinpreise. Hyundai-CEO Jose Munoz berichtete, dass insbesondere in Kalifornien ein Trend zu mehr Elektrofahrzeug-Käufen zu beobachten sei – nicht getrieben durch Regulierung, sondern durch die Marktbedingungen selbst. Gleichzeitig hat Hyundai seine Produktionspläne angepasst und setzt verstärkt auf Hybridfahrzeuge – ein stilles Eingeständnis, dass die reine Elektrostrategie nicht aufgeht.
Munoz' Prognose ist dabei bemerkenswert nüchtern: Er rechne mit einem schrittweisen Anstieg des E-Auto-Anteils auf vielleicht 10 bis 15 Prozent – aber keinesfalls auf 50 oder 60 Prozent. Eine Einschätzung, die meilenweit entfernt ist von den euphorischen Visionen, die europäische Politiker und Brüsseler Bürokraten noch vor wenigen Jahren als unumstößliche Gewissheit verkündeten.
Die unbequeme Wahrheit über die Elektromobilität
Was sich auf der New York Auto Show offenbart, ist im Grunde ein Lehrstück über die Grenzen politisch verordneter Technologiewenden. Aktuell machen Elektrofahrzeuge gerade einmal 2,5 Prozent aller zugelassenen Pkw in den USA aus. Selbst im Rekordjahr 2024 lag der Verkaufsanteil bei nur 10,2 Prozent. Die Vorstellung, dass Elektroautos in absehbarer Zeit den Verbrennungsmotor vollständig ersetzen könnten, entpuppt sich zunehmend als ideologische Chimäre.
David Christ, Leiter der Toyota-Division in Nordamerika, brachte es auf den Punkt: Die gestiegenen Benzinpreise würden den E-Auto-Verkäufen zwar einen gewissen Schub verleihen, aber niemals auf das Niveau zurückführen, das durch staatliche Subventionen künstlich erzeugt worden sei. Eine ehrliche Analyse, die man sich auch von deutschen Automobilmanagern wünschen würde – statt des üblichen Lippenbekenntnisses zur politisch gewollten Elektrifizierung.
Was Deutschland daraus lernen sollte
Die Entwicklung in den USA sollte auch der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz zu denken geben. Während in Berlin ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen geschnürt wird und die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert wurde, zeigt der amerikanische Markt, was passiert, wenn man den Verbraucher nicht mehr mit Steuergeldern zum Kauf bestimmter Produkte nötigt: Er entscheidet sich frei – und oft genug gegen das Elektroauto. Die deutsche Automobilindustrie, einst Stolz und Rückgrat unserer Volkswirtschaft, täte gut daran, diese Signale ernst zu nehmen, statt blind einer politischen Agenda zu folgen, die am Ende Arbeitsplätze und Wohlstand kostet.
Denn eines ist sicher: Weder in Amerika noch in Europa wird sich eine Technologie dauerhaft durchsetzen, die ohne permanente staatliche Subventionierung nicht überlebensfähig ist. Der Markt hat gesprochen. Man muss nur bereit sein, hinzuhören.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung – ob in Aktien von Automobilherstellern, Rohstoffe oder andere Anlageklassen – sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, sollte physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährten Baustein eines breit diversifizierten Portfolios in Betracht ziehen. Für individuelle Anlageentscheidungen übernehmen wir keine Haftung.

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