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Kettner Edelmetalle
22.12.2025
13:06 Uhr

Trump entsendet Sondergesandten nach Grönland – Kopenhagen reagiert mit diplomatischem Protest

Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Königreich Dänemark haben einen neuen Höhepunkt erreicht. US-Präsident Donald Trump hat den Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, zum Sondergesandten für Grönland ernannt. Diese Entscheidung hat in Kopenhagen wie auch in Nuuk heftige Reaktionen ausgelöst und den schwelenden Konflikt um die strategisch bedeutsame Insel im Nordatlantik erneut entfacht.

Trumps strategisches Kalkül

Auf der Plattform Truth Social begründete Trump seine Personalentscheidung damit, dass Landry die Bedeutung Grönlands für die nationale Sicherheit der USA verstehe. Der republikanische Gouverneur werde sich nachdrücklich für amerikanische Interessen einsetzen und dabei auch das „Überleben der Verbündeten" sowie der gesamten Welt im Blick behalten, so der Präsident.

Landry selbst bedankte sich öffentlich bei Trump und erklärte auf der Plattform X, es sei ihm eine Ehre, ehrenamtlich dabei zu helfen, Grönland zu einem Teil der Vereinigten Staaten zu machen. Gleichzeitig betonte er, seine neue Rolle werde keinerlei Auswirkungen auf seine Aufgaben als Gouverneur von Louisiana haben, ein Amt, das er seit Anfang 2024 bekleidet.

Dänemark und Grönland weisen Ansprüche zurück

Die Reaktionen aus Skandinavien fielen unmissverständlich aus. Der dänische Außenminister Lars Lökke Rasmussen bezeichnete die Ernennung des Sondergesandten im Fernsehsender TV2 als „völlig inakzeptabel". In einer schriftlichen Erklärung forderte er die US-Regierung auf, die Souveränität Dänemarks zu respektieren. Seine Regierung bestehe darauf, dass jeder – einschließlich der USA – dies tue.

Kopenhagen kündigte zudem an, den US-Botschafter einzubestellen. Ein solcher diplomatischer Schritt gilt als deutliches Signal der Missbilligung zwischen befreundeten Staaten.

„Wir werden unsere Zukunft selbst bestimmen. Grönland ist unser Land."

Mit diesen Worten reagierte der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen auf die Entwicklungen. Er unterstrich, dass Grönland den Grönländern gehöre und territoriale Integrität respektiert werden müsse. Die Ernennung des US-Gesandten ändere für die Insel nichts.

Hintergründe des Konflikts

Grönland, die größte Insel der Welt, ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und etwa sechsmal so groß wie Deutschland. Auf dem Territorium leben rund 57.000 Menschen. Seit 1979 genießt die Insel weitgehende Autonomie, doch über Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet weiterhin Dänemark.

Die strategische Bedeutung Grönlands ergibt sich aus mehreren Faktoren. Im Boden lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum erschlossen wurden. Zudem gewinnt die arktische Region durch den Klimawandel und neue Schifffahrtsrouten an geopolitischer Relevanz. Die USA unterhalten bereits den Militärstützpunkt Pituffik im Nordwesten der Insel.

Frühere Annäherungsversuche

Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit Interesse an einer Übernahme Grönlands bekundet. Vizepräsident JD Vance besuchte Ende März den US-Militärstützpunkt Pituffik, was weithin als Provokation gewertet wurde. Dänische Medien berichteten zudem, dass mindestens drei Trump nahestehende Regierungsmitarbeiter versucht hätten, in Grönland Einfluss zu nehmen.

Die politische Praxis im Königreich Dänemark sieht vor, dass bei Gesprächen zu Außen-, Sicherheits- oder Verteidigungsfragen, die Grönland betreffen, sowohl dänische als auch grönländische Vertreter anwesend sein müssen. Die US-Regierung bemüht sich offenbar darum, direkte Kontakte zur grönländischen Regierung aufzubauen und damit diese etablierte Praxis zu umgehen.

Diplomatische Gepflogenheiten auf dem Prüfstand

Die Ernennung eines Sondergesandten für ein Gebiet eines NATO-Verbündeten stellt einen ungewöhnlichen Schritt dar. Traditionell werden solche Positionen für schwierige Verhandlungen und Krisenherde geschaffen. Die Beziehungen zu Partnerstaaten wie Dänemark werden üblicherweise von Botschaftern gepflegt. Die aktuelle Entwicklung dürfte das transatlantische Verhältnis weiter belasten.

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