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Kettner Edelmetalle
20.08.2026
13:38 Uhr
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Trump gegen Teheran: Bricht Irans Wirtschaft wirklich zusammen?

Trump gegen Teheran: Bricht Irans Wirtschaft wirklich zusammen?
Symbolbild: KI-generiert

Ein ehemaliger Berater der iranischen Zentralbank widerspricht Donald Trump öffentlich: Von einem unmittelbar bevorstehenden Kollaps der iranischen Wirtschaft könne keine Rede sein. Das sagte Mehrdad Sepahvand, heute Direktor bei der Daric Investment Group, am Donnerstag dem US-Sender CNBC. Zugleich warnte er, der Bruch der Handelsbeziehungen durch die Vereinigten Arabischen Emirate könne Irans Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um rund fünf Prozent einbrechen lassen.

"Wirtschaftskrieg in beispiellosem Ausmaß"

Trumps Ankündigung kam nur Stunden zuvor: Nach dem Scheitern der Waffenstillstandsgespräche kündigte der US-Präsident laut dem Bericht "Wirtschaftskrieg und Isolation in beispiellosem Ausmaß" an. Die Führung in Teheran hänge "an einem seidenen Faden".

Damit verschärft Washington eine Druckkampagne, die die Trump-Administration seit April unter dem Namen Operation Economic Fury führt. Ziel sei es, dem Regime die Einnahmequellen und die Finanzierung von Terrornetzwerken abzuschneiden.

Trump drohte zudem jedem Staat mit "gewaltigen wirtschaftlichen Konsequenzen", der Teheran eine Rettungsleine zuwerfe. Ölschmuggel, Währungs-Swaplinien, Bargeldtransfers, Wechselstuben, Schiffsregister und Briefkastenfirmen sollen sofort trockengelegt werden. Eine iranische Atombombe werde es niemals geben.

Die Zahlen sind brutal – aber kein Zusammenbruch

Die Datenlage stützt beide Seiten. Nach Angaben der Weltbank schrumpfte Irans Wirtschaftsleistung im bis März laufenden Jahr um 2,7 Prozent. Die Inflation kletterte im Februar auf 62,2 Prozent, die Teuerung bei Lebensmitteln erreichte mit rund 99 Prozent einen historischen Höchststand. Ein iranischer Offizieller bezifferte die Kriegsfolgen laut einem US-Zeitungsbericht auf eine Million verlorene Arbeitsplätze.

Und doch: Die Regale seien gefüllt, Hamsterkäufe blieben aus, sagte Sepahvand. Trotz schwerer Ungleichgewichte im Bankensystem und massiver Cyberangriffe habe es keinen Ansturm auf die Banken gegeben.

"Die Hoffnung ist deutlich schwächer geworden, aber sie ist nicht völlig verschwunden."

Der Schlag aus Abu Dhabi

Der härtere Test kommt womöglich vom Golf. Die Emirate – vor dem Krieg Irans wichtigstes Importherkunftsland – kappten am Mittwoch sämtliche Handels- und Finanzverbindungen. Begründung nach eigenen Angaben: zwei iranische ballistische Raketen, die auf den Golfstaat abgefeuert worden seien.

Für Sepahvand ist das ein Einschnitt. Die VAE seien eines der zentralen Finanztore des Iran; der Bruch werde den Wechselkurs unter Druck setzen, Handelskosten hochtreiben und die Inflation in den nächsten beiden Quartalen weiter anheizen.

Wenn Sanktionen die Falschen treffen

Bemerkenswert ist seine politische Diagnose: Der wirtschaftliche Würgegriff stärke ausgerechnet jene Hardliner, die Washington schwächen wolle – und mache eine Einigung unwahrscheinlicher. Die Last trügen derweil Geringverdiener und junge Iraner, die zwischen explodierenden Preisen und verschwindenden Jobs zerrieben würden.

Aus Sicht unserer Redaktion ist das die unbequeme Lehre aus Jahrzehnten Sanktionspolitik: Regime sitzen aus, Bevölkerungen zahlen.

Und was bedeutet das für Deutschland?

Sehr viel. Seit der Eskalation Ende Februar 2026 lähmt die Blockade der Straße von Hormus die wichtigste Energieader der Welt. Brent notierte Mitte August bei rund 88,50 US-Dollar je Barrel; die Weltbank senkte ihre globale Wachstumsprognose auf 2,5 Prozent und erwartet eine Weltinflation von rund 4,0 Prozent. Eine Großbank hält bis Jahresende sogar Ölpreise um 120 Dollar für möglich.

Deutschland, das nach dem Abschied von russischem Pipelinegas stark an LNG-Importen hängt, trägt diese Rechnung besonders teuer. Energiepreise, Düngerkosten, Logistik – am Ende landet alles im Supermarktregal.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Physische Edelmetalle können als Beimischung zur Vermögenssicherung dienen, ersetzen aber keine eigene Recherche. Jeder Anleger entscheidet und verantwortet seine Investments selbst.

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