
Trump rudert zurück: Keine Maut in der Straße von Hormus – aber die Botschaft bleibt
Es ist wieder einmal das Spiel, das die Welt inzwischen zur Genüge kennt: Donald Trump wirft eine Idee in den Ring, lässt sie durch die globalen Nachrichtenkanäle rauschen – und zieht sie kurz darauf wieder zurück. Diesmal traf es die Straße von Hormus, jene strategisch bedeutsamste Meerenge des Planeten, durch die ein gewaltiger Anteil des weltweiten Öltransports fließt. Laut einer Blitzmeldung aus Washington wolle der US-Präsident nun doch keine Abgabe für die Passage dieses Nadelöhrs erheben.
Eine Meerenge als Faustpfand der Weltwirtschaft
Wer die Bedeutung der Straße von Hormus verstehen will, muss sich vor Augen führen, welche Mengen an Rohöl und Flüssiggas hier täglich durchgeschleust werden. Ein erheblicher Teil des globalen Energiehandels hängt an dieser schmalen Wasserstraße zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Wer hier eine Abgabe erheben wollte, würde nicht weniger tun, als der gesamten Weltwirtschaft einen Zoll aufzudrücken – mit Folgen, die von der Zapfsäule in Wuppertal bis zur Fabrik in Fernost spürbar wären.
Dass Trump eine solche Idee überhaupt in Erwägung gezogen haben soll, verwundert kaum. Sein zweites Amtsjahr ist gepflastert mit Zollhammern und protektionistischen Schachzügen: 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf China, 25 Prozent auf die Nachbarn Mexiko und Kanada. Der Mann versteht Handel nicht als Austausch, sondern als Machtdemonstration.
Die Kunst des kalkulierten Rückzugs
Und doch: Genau in dem Moment, in dem die Ankündigung ihre Runde durch die Redaktionen dieser Welt macht, folgt die Kehrtwende. Man könnte fast meinen, das gehöre zum Kalkül. Erst maximale Aufmerksamkeit erzeugen, dann großzügig verzichten – und schon steht man als jemand da, der angeblich Vernunft walten lässt. Ein durchsichtiges, aber wirkungsvolles Manöver.
Wer eine Drohung ausspricht und sie dann zurücknimmt, hat trotzdem gezeigt, dass er die Drohung aussprechen kann. Das ist die eigentliche Botschaft.
Was das für Deutschland bedeutet
Für die exportabhängige deutsche Wirtschaft, ohnehin gebeutelt von Energiepreisen, Bürokratielasten und einer Bundesregierung, die trotz gegenteiliger Wahlversprechen ein 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket durchs Grundgesetz peitscht, wäre jede zusätzliche Verteuerung der Energieströme ein weiterer Schlag ins Kontor gewesen. Dass die Abgabe nun ausbleibt, ist ein kleiner Aufschub – mehr nicht. Die Verwundbarkeit bleibt.
Und genau hier liegt die Lehre, die weit über Washington und Hormus hinausreicht: In einer Welt, in der ein einziger Präsident mit einer Laune die Ölpreise ins Wanken bringen kann, in der Handelswege zu geopolitischen Waffen werden, zeigt sich der wahre Wert krisenfester Vermögenswerte. Wer sein Vermögen sichern will, sollte nicht ausschließlich auf Papierwerte oder digitale Versprechen setzen, sondern physische Edelmetalle wie Gold und Silber als stabilisierenden Baustein eines breit gestreuten Portfolios in Betracht ziehen. Sie kennen keine präsidiale Laune und keine überraschende Meldung, die ihren inneren Wert per Federstrich zunichtemacht.
Hinweis: Der vorliegende Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für etwaige Verluste wird keine Haftung übernommen.

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