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20.01.2026
17:32 Uhr

Trumps bizarre Antwort auf Friedensangebot: Nobelpreis-Frust und Grönland-Obsession

Trumps bizarre Antwort auf Friedensangebot: Nobelpreis-Frust und Grönland-Obsession

Ein bemerkenswerter diplomatischer Schlagabtausch zwischen dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre und US-Präsident Donald Trump offenbart einmal mehr die unkonventionelle Außenpolitik des amerikanischen Staatsoberhaupts. Die norwegische Regierung hat den Nachrichtenaustausch nun unter dem Informationsfreiheitsgesetz des Landes veröffentlicht – und der Inhalt lässt tief blicken.

Ein Friedensappell aus Skandinavien

Am 18. Januar wandte sich Støre gemeinsam mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb in einer Textnachricht an Trump. Der Ton war versöhnlich, fast schon beschwörend: Man kenne zwar die unterschiedlichen Positionen zu Grönland, Gaza und der Ukraine, doch man solle gemeinsam deeskalieren. Die beiden skandinavischen Staatsmänner boten sogar ein Telefonat an – einzeln oder gemeinsam, ganz nach Trumps Belieben.

Was folgte, war eine Antwort, die selbst für Trump'sche Verhältnisse bemerkenswert ausfiel.

Nobelpreis-Groll als außenpolitischer Kompass

Keine dreißig Minuten später kam die Replik aus Washington. Und statt auf die angebotene Hand einzugehen, holte Trump zum verbalen Rundumschlag aus. Der Kern seiner Argumentation? Norwegen habe ihm den Friedensnobelpreis verweigert – obwohl er angeblich „acht Kriege und mehr" beendet habe. Deshalb fühle er sich nun nicht mehr verpflichtet, „rein an den Frieden zu denken".

„Ich kann jetzt darüber nachdenken, was gut und richtig für die Vereinigten Staaten von Amerika ist."

Diese Aussage ist bemerkenswert ehrlich – und zugleich erschreckend. Ein amerikanischer Präsident gibt offen zu, dass persönliche Kränkungen seine geopolitischen Entscheidungen beeinflussen.

Grönland: Historische Ansprüche aus dem Nichts

Besonders aufschlussreich sind Trumps Ausführungen zu Grönland. Dänemark könne das Territorium nicht vor Russland oder China schützen, argumentiert er. Und dann wird es abenteuerlich: Es gebe keine schriftlichen Dokumente für Dänemarks Besitzanspruch – lediglich die Tatsache, dass „vor Hunderten von Jahren ein Boot dort landete". Aber, so Trump triumphierend, amerikanische Boote seien dort ebenfalls gelandet.

Mit dieser Logik könnte freilich jede Nation Ansprüche auf praktisch jeden Flecken Erde erheben. Die historische Realität – Grönland ist seit dem 18. Jahrhundert Teil des dänischen Königreichs – scheint den Präsidenten wenig zu interessieren.

NATO als Einbahnstraße?

Trump bekräftigt in seiner Nachricht, er habe mehr für die NATO getan als jeder andere seit deren Gründung. Nun sei es an der Zeit, dass die NATO etwas für die USA tue. Die Schlussfolgerung: „Die Welt ist nicht sicher, solange wir nicht die vollständige und totale Kontrolle über Grönland haben."

Diese Forderung nach „totaler Kontrolle" über ein autonomes Territorium eines NATO-Verbündeten dürfte in europäischen Hauptstädten für erhebliche Unruhe sorgen. Frankreich hat bereits angekündigt, eine Aussetzung des EU-US-Handelsabkommens zu unterstützen. Kanadas Premierminister Carney lehnt die amerikanischen Zolldrohungen im Zusammenhang mit Grönland entschieden ab.

Ein gefährliches Spiel

Was dieser Nachrichtenaustausch offenbart, ist beunruhigend: Ein US-Präsident, der außenpolitische Entscheidungen von persönlichen Befindlichkeiten abhängig macht und territoriale Ansprüche mit der Begründung erhebt, dass irgendwann einmal amerikanische Boote irgendwo angelegt hätten. Für die transatlantischen Beziehungen verheißt dies nichts Gutes – und für die Stabilität der westlichen Allianz schon gar nicht.

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