Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
19.02.2026
20:57 Uhr

Trumps „Board of Peace": Milliarden für Gaza – doch ohne palästinensische Stimme am Tisch

Es war ein Spektakel, wie man es nur von Donald Trump kennt: Elvis-Musik dröhnte durch die Hallen des U.S. Institute of Peace in Washington, rote Trump-Mützen wurden an die Teilnehmer verteilt, und der 47. Präsident der Vereinigten Staaten inszenierte sich einmal mehr als der große Friedensstifter unserer Zeit. Bei der Inauguralsitzung seines sogenannten „Board of Peace" verkündete Trump vor Vertretern aus 47 Nationen, dass bereits sieben Milliarden Dollar für den Wiederaufbau des Gazastreifens zusammengekommen seien. Die USA selbst würden zehn Milliarden Dollar beisteuern. Woher dieses Geld kommen soll und ob der Kongress dem zustimmen würde? Darüber schwieg der Präsident sich aus.

Ein Friedensgremium ohne die Betroffenen

Was auf den ersten Blick nach einem diplomatischen Durchbruch klingt, offenbart bei näherer Betrachtung erhebliche Schwachstellen. Das wohl auffälligste Defizit: Palästinensische Vertreter sitzen nicht am Tisch. Ein Friedensgremium für Gaza – ohne die Menschen, die dort leben und leiden. Man muss kein Diplomat sein, um die Absurdität dieser Konstellation zu erkennen. Israel hingegen ist selbstverständlich Mitglied des Boards. Diese einseitige Zusammensetzung dürfte die ohnehin fragile Glaubwürdigkeit der Initiative in der arabischen Welt kaum stärken.

Die Mitgliederliste liest sich wie ein Who's who nahöstlicher Monarchien und zentralasiatischer Autokratien: Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, Bahrain, Marokko, Kasachstan, Aserbaidschan und Usbekistan. Westliche Schlüsselverbündete der USA glänzen hingegen durch Abwesenheit – offenbar beunruhigt vom Umfang der Initiative. Besonders pikant: Trump verkündete, Norwegen werde eine Veranstaltung des Board of Peace ausrichten. Oslo stellte umgehend klar, dass es dem Gremium keineswegs beigetreten sei.

Sieben Milliarden – ein Tropfen auf den heißen Stein

Die gesammelten sieben Milliarden Dollar mögen nach einer beeindruckenden Summe klingen. Doch wer die Realität in Gaza kennt, weiß: Nach zwei Jahren Krieg gleicht der Küstenstreifen einer Trümmerwüste. Schätzungen für den vollständigen Wiederaufbau belaufen sich auf bis zu 70 Milliarden Dollar. Die bisher zugesagten Mittel decken also gerade einmal zehn Prozent des tatsächlichen Bedarfs. Selbst mit den amerikanischen zehn Milliarden bliebe eine gewaltige Finanzierungslücke.

Trump verkündete zudem, die FIFA werde 75 Millionen Dollar für fußballbezogene Projekte in Gaza bereitstellen, und die Vereinten Nationen würden zwei Milliarden Dollar für humanitäre Hilfe beisteuern. Man fragt sich unwillkürlich, ob Fußballplätze wirklich die drängendste Priorität in einem Gebiet sind, in dem Hunderttausende kein Dach über dem Kopf haben.

Die Hamas-Entwaffnung: Der Elefant im Raum

Das zentrale Problem, an dem sich die gesamte Initiative messen lassen muss, bleibt die Entwaffnung der Hamas. Trumps 20-Punkte-Plan für Gaza, der im vergangenen Oktober zu einem fragilen Waffenstillstand führte, sieht die vollständige Entwaffnung der Miliz vor. Doch die Realität sieht anders aus. Die Hamas zeigt sich – aus Angst vor israelischen Vergeltungsmaßnahmen – äußerst zurückhaltend, ihre Waffen abzugeben.

Trump selbst gab sich betont optimistisch und erklärte, die Hamas habe versprochen, sich zu entwaffnen, und es sehe so aus, als würde sie dies auch tun. „Aber wir werden abwarten müssen", fügte er hinzu – eine bemerkenswert vage Formulierung für eine derart zentrale Frage. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu ließ derweil keinen Zweifel an seiner Haltung: Die Hamas werde entwaffnet, so oder so – friedlich oder mit Gewalt.

Hamas-Sprecher Hazem Qassem konterte, der wahre Test für das Board of Peace liege in dessen Fähigkeit, Israel zur Einhaltung des Waffenstillstands zu zwingen und einen echten Wiederaufbauprozess einzuleiten. Ein Schlagabtausch, der zeigt, wie weit die Positionen auseinanderliegen.

Internationale Stabilisierungstruppe – ambitioniert, aber voller Fragezeichen

Mehrere Nationen planen laut Trump, Tausende Soldaten für eine internationale Stabilisierungstruppe zu entsenden, die den Frieden in Gaza sichern soll. Indonesiens Präsident Prabowo Subianto kündigte an, bis zu 8.000 Soldaten beizusteuern. Die Truppe soll von einem amerikanischen General mit einem indonesischen Stellvertreter geführt werden und zunächst im israelisch kontrollierten Rafah stationiert werden – jenem Gebiet, das die israelischen Streitkräfte während des Krieges entvölkert und dem Erdboden gleichgemacht haben. Das Ziel: 12.000 Polizisten ausbilden und 20.000 Soldaten stationieren.

Doch wie soll eine solche Truppe operieren, wenn die Hamas nicht entwaffnet ist? Und wer garantiert die Sicherheit der internationalen Soldaten in einem der gefährlichsten Gebiete der Welt? Diese Fragen blieben bei der pompösen Veranstaltung in Washington unbeantwortet.

Säbelrasseln gegen den Iran – Frieden und Krieg in einem Atemzug

Während Trump sich als Friedensstifter inszenierte, rasselte er im selben Atemzug mit dem Säbel gegen den Iran. Er erklärte, in zehn Tagen werde sich zeigen, ob ein Deal mit Teheran möglich sei. Die USA haben derweil einen massiven militärischen Aufmarsch in der Region eingeleitet – für den Fall, dass der Iran sein Atomprogramm nicht aufgibt. Eine bemerkenswerte Gleichzeitigkeit: Hier der selbsternannte Friedensstifter, dort der Mann, der offen mit Krieg droht.

Diese Doppelstrategie ist typisch Trump. Sie mag innenpolitisch verfangen, doch auf der internationalen Bühne erzeugt sie vor allem eines: Unsicherheit. Und Unsicherheit ist bekanntlich der größte Feind stabiler geopolitischer Verhältnisse.

Die Vereinten Nationen unter Druck

Trumps Andeutung, das Board of Peace könne künftig auch andere globale Konfliktherde adressieren, hat bei den Vereinten Nationen Nervosität ausgelöst. Nicht zu Unrecht fürchtet man in New York, dass das Gremium die Rolle der UN als zentrale Plattform für globale Diplomatie und Konfliktlösung untergraben könnte. Trumps beschwichtigende Worte – „Wir werden die Vereinten Nationen stärken" – dürften kaum jemanden beruhigt haben, zumal die USA mit ihren UN-Beitragszahlungen im Rückstand sind.

US-Außenminister Marco Rubio brachte die Lage auf den Punkt: „Wir müssen das richtig machen. Es gibt keinen Plan B für Gaza. Plan B bedeutet Rückkehr zum Krieg. Das will hier niemand." Eine nüchterne Einschätzung, die den Ernst der Lage verdeutlicht – und die im krassen Gegensatz zur Wahlkampfatmosphäre der Veranstaltung stand.

Was bedeutet das für die Stabilität der Weltordnung?

Trumps Board of Peace ist ein ambitioniertes Projekt, das in seiner aktuellen Form mehr Fragen aufwirft als es beantwortet. Die Abwesenheit palästinensischer Vertreter, die ungeklärte Finanzierung, die ungelöste Hamas-Entwaffnung und die gleichzeitige Kriegsrhetorik gegen den Iran – all das lässt Zweifel aufkommen, ob dieses Gremium tatsächlich Frieden bringen kann oder ob es vor allem als Bühne für Trumps Selbstinszenierung dient.

Für Europa und insbesondere für Deutschland sollte diese Entwicklung ein Weckruf sein. Während die USA unter Trump zunehmend unilateral agieren und parallele diplomatische Strukturen schaffen, verliert der alte Kontinent weiter an geopolitischem Gewicht. Eine starke, eigenständige europäische Außenpolitik wäre dringender denn je – doch davon ist man in Brüssel und Berlin meilenweit entfernt. Stattdessen beschäftigt man sich lieber mit Gendersternchen und Klimazielen, während die Welt um uns herum in Flammen steht.

In Zeiten solch massiver geopolitischer Unsicherheit – vom Nahost-Konflikt über die Iran-Krise bis hin zu den globalen Handelskriegen durch Trumps Zollpolitik – zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Anker der Vermögenssicherung. Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg bewiesen, dass sie in Krisenzeiten ihren Wert bewahren, während politische Versprechen und Papierwährungen kommen und gehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

Wissenswertes zum Thema

Magazin
05.11.2024
26 Min.

Wer ist Trumps Vize, JD Vance?

Wird JD Vance als Vizepräsidentschaftskandidat die konservative Basis stärken und neue Wählergruppen erreichen? Mit ihm könnte sich die politische Landschaft verändern. – Lesen Sie hier!
Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen