
Trumps Einwanderungspolitik stellt US-Arbeitsmarkt auf den Kopf – doch die KI-Gefahr lauert
Was passiert, wenn ein Land seine Grenzen tatsächlich schützt? Die Antwort liefert eine aktuelle Analyse von Goldman Sachs, die nichts weniger als eine fundamentale Neuberechnung des amerikanischen Arbeitsmarktes offenbart. Die Nettoeinwanderung in die USA ist unter der Trump-Administration um satte 80 Prozent eingebrochen – und verändert damit die gesamte ökonomische Gleichung des Landes.
Von der Flut zum Rinnsal: Die Zahlen sprechen Bände
Unter der Biden-Administration strömten offiziell mehr als 10,8 Millionen illegale Einwanderer in die Vereinigten Staaten – eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Die tatsächliche Nettoeinwanderung, legal wie illegal zusammengenommen, lag in den 2010er-Jahren bei rund einer Million Menschen pro Jahr. Für 2025 schätzt Goldman Sachs diese Zahl auf nur noch etwa 500.000, und für 2026 prognostiziert die Investmentbank einen weiteren Rückgang auf gerade einmal 200.000 Personen.
Die Konsequenz ist so simpel wie weitreichend: Weil weniger neue Arbeitskräfte in die Wirtschaft eintreten, braucht es auch deutlich weniger neue Arbeitsplätze, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten. Konkret benötigen die USA bis Ende dieses Jahres nur noch rund 50.000 neue Stellen pro Monat – statt der derzeit etwa 70.000. Ein Beweis dafür, dass kontrollierte Einwanderung nicht das Ende der Wirtschaft bedeutet, wie es die Befürworter offener Grenzen stets behaupten.
Ein Lehrstück für Deutschland?
Man kann von Donald Trump halten, was man will – doch die Ergebnisse seiner Einwanderungspolitik liefern Stoff zum Nachdenken, gerade für ein Land wie Deutschland, das seit Jahren mit unkontrollierter Migration und deren Folgen kämpft. Während hierzulande jeder Vorschlag zur Begrenzung der Zuwanderung reflexartig als unmenschlich gebrandmarkt wird, zeigen die amerikanischen Daten, dass eine striktere Migrationspolitik durchaus ökonomisch funktionieren kann – ja, dass sie den Arbeitsmarkt sogar entlastet.
Verschärfte Abschiebungen, straffere Visa- und Green-Card-Regelungen, ein Stopp bei der Bearbeitung von Einwanderungsvisa für dutzende Länder und der Entzug des temporären Schutzstatus für bestimmte Gruppen – das Arsenal der Trump-Administration ist breit gefächert. Goldman Sachs sieht darin sogar ein zusätzliches Abwärtsrisiko für die Arbeitskräftebasis, was die Frage aufwirft, ob die Maßnahmen nicht stellenweise über das Ziel hinausschießen könnten.
Die Schattenseite: Ein wackeliger Arbeitsmarkt
Doch die neue Mathematik der Arbeitskräfteversorgung bedeutet keineswegs, dass der US-Arbeitsmarkt in blühender Gesundheit wäre. Goldman Sachs beschreibt die Nachfrageseite als „wackelig". Das Beschäftigungswachstum konzentriere sich zunehmend auf wenige Sektoren – allen voran das Gesundheitswesen –, während die offenen Stellen weiter sinken. Mit rund sieben Millionen liegen sie mittlerweile unter dem Vor-Pandemie-Niveau und fallen weiter.
Das Paradoxon, das Goldman beschreibt, ist bemerkenswert: Schwächere Beschäftigungszahlen könnten künftig einen Arbeitsmarkt verschleiern, der lediglich auf der Stelle tritt, anstatt sich tatsächlich zu verschlechtern. Stabilität, so die Bank, könnte zunehmend wie Schwäche aussehen. Für die US-Notenbank Federal Reserve wird die Lagebeurteilung damit erheblich komplizierter – zumal eine striktere Einwanderungspolitik möglicherweise mehr Arbeitnehmer in die Schattenwirtschaft drängt und offizielle Beschäftigungsdaten die tatsächliche Arbeitsmarktaktivität unterschätzen könnten.
Künstliche Intelligenz als größte Unbekannte
Während die Einwanderungsdebatte die Schlagzeilen dominiert, identifiziert Goldman Sachs eine ganz andere Bedrohung als das größte Abwärtsrisiko für den Arbeitsmarkt: Künstliche Intelligenz. Nicht weil sie bereits Massenentlassungen ausgelöst hätte – das hat sie bislang nicht –, sondern weil sie am Rande die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen dämpfen könnte.
Die bisherigen Auswirkungen beziffert die Bank auf bescheidene 5.000 bis 10.000 Arbeitsplätze weniger pro Monat in den am stärksten exponierten Branchen. Doch eine schnellere oder disruptivere Einführung von KI-Technologien könnte die Nachfrage nach Arbeitskräften deutlich stärker belasten. In mehreren Teilbranchen, in denen KI besonders einsatzbereit sei, habe sich das Beschäftigungswachstum bereits verlangsamt oder sei sogar leicht negativ geworden.
Der Hauptgrund für die Sorge um ein Abwärtsrisiko gegenüber der Basisprognose sei die Möglichkeit einer schnelleren und disruptiveren Einführung künstlicher Intelligenz, so Goldman Sachs. Obwohl zahlreiche Anekdoten auf eine potenziell schnellere Adoptionsrate und entsprechende Arbeitsplatzverluste hindeuteten, sei es schwer abzuschätzen, wie sich diese auf makroökonomische Ergebnisse auswirken würden.
Stabilität auf dem Papier – Schwäche in der Realität?
Goldmans Chefvolkswirt Jan Hatzius schätzt die Rezessionswahrscheinlichkeit für das kommende Jahr auf „moderate" 20 Prozent. Die Arbeitslosenquote dürfte nur leicht auf 4,5 Prozent ansteigen. Der Arbeitsmarkt befinde sich in „frühen Schritten der Stabilisierung", wie es die Bank formuliert.
Doch genau hier liegt die Crux: Wenn weniger Einwanderer kommen und die Erwerbsbevölkerung langsamer wächst, dann reichen Beschäftigungszuwächse, die früher Alarmsignale gewesen wären, plötzlich aus, um den Arbeitsmarkt zumindest auf dem Papier stabil zu halten. Es ist eine Art statistischer Taschenspielertrick – die Zahlen sehen besser aus, als die Realität möglicherweise ist.
Für Anleger und Bürger diesseits und jenseits des Atlantiks bedeutet dies vor allem eines: Unsicherheit. Die Kombination aus restriktiver Einwanderungspolitik, einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt und der unberechenbaren Disruption durch künstliche Intelligenz schafft ein Umfeld, in dem traditionelle ökonomische Modelle an ihre Grenzen stoßen. In solchen Zeiten der Ungewissheit erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung – ein zeitloser Schutz gegen die Unwägbarkeiten einer sich rasant verändernden Welt.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifel einen qualifizierten Finanzberater.
Papiervs.PhysischWarum echtes Metall jetzt alles entscheidet
Keine Kreditkarte erforderlich • Keine versteckten Kosten
Ihre Experten im Webinar:

Dominik Kettner
CEO Kettner Edelmetalle

Jochen Staiger
Rohstoffexperte

Rick Rule
Rohstoff-Legende

Alasdair Macleod
Chefstratege GoldMoney
Top-Experten
Dominik Kettner & Star-Gäste
Live Q&A
Ihre Fragen
15.000€ Gold
zu gewinnen
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik















