
Trumps „große Welle": USA eskalieren den Iran-Krieg – und Europa schaut hilflos zu
Was sich seit dem vergangenen Wochenende im Nahen Osten abspielt, hat das Potenzial, die geopolitische Ordnung der Welt grundlegend zu verändern. Drei Tage nach Beginn massiver israelisch-amerikanischer Militärschläge gegen den Iran hat US-Präsident Donald Trump eine weitere Verschärfung der Angriffe angekündigt – und dabei Worte gewählt, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. „Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen", erklärte Trump gegenüber dem Sender CNN. Die „große Welle" stehe noch bevor.
Vier bis fünf Wochen Krieg – mindestens
Der US-Präsident rechne mit einer Kriegsdauer von vier bis fünf Wochen, schloss aber eine längere Auseinandersetzung keineswegs aus. Die Operation werde mit „unerbittlicher Entschlossenheit" fortgesetzt, so Trump. Seine Begründung: Der Iran sei kurz davor gewesen, mit seinen Raketen auch US-Territorium erreichen zu können. Ob diese Einschätzung den Tatsachen entspricht oder als Legitimationsgrundlage für den Militäreinsatz dient, bleibt offen – die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) unter ihrem Chef Rafael Grossi hatte zuletzt betont, man sehe kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen im Iran.
Doch solche Einwände scheinen in Washington derzeit wenig Gehör zu finden. Trump bezeichnete das Atomabkommen von 2015, das er bereits 2018 aufgekündigt hatte, als „schreckliches, gefährliches Dokument". Den Iranern warf er vor, bei Verhandlungen stets Rückzieher gemacht zu haben. „Mit solchen Leuten kann man keine Geschäfte machen", so der Präsident in gewohnt ruppiger Manier.
Drei Kriegsziele – und die Frage nach Bodentruppen
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth versuchte derweil, Befürchtungen vor einem zweiten Irak-Desaster zu zerstreuen. „Dies ist kein endloser Krieg", beteuerte er und benannte drei klare Ziele: die Zerstörung der iranischen Raketenbedrohung, die Vernichtung der iranischen Marine und die Verhinderung einer iranischen Atombombe. Klingt übersichtlich. Doch ob für die Zerstörung der Atomanlagen auch Bodentruppen zum Einsatz kommen könnten, wollte Trump ausdrücklich nicht ausschließen. Ein beunruhigendes Signal, das an die verhängnisvollen Versprechen erinnert, die vor dem Irak-Krieg 2003 gemacht wurden.
Irans Gegenschläge treffen Israel und US-Stützpunkte
Teheran reagiert seinerseits mit massiver Gewalt. Die iranischen Revolutionsgarden hätten seit Kriegsbeginn Hunderte ballistischer Raketen und mehr als 700 Drohnen auf Ziele in Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion abgefeuert, teilte ein Militärsprecher mit. Geheimdienstzentren, Kommunikationszentralen und Waffendepots seien getroffen worden – Angaben, die sich allerdings nicht unabhängig überprüfen ließen. Der Sprecher kündigte eine weitere Ausweitung der Angriffe an.
Die bisherige Bilanz ist erschütternd: Mindestens 555 Tote im Iran nach Angaben des Roten Halbmonds, zehn Tote in Israel durch iranische Raketenangriffe, vier getötete US-Soldaten. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei soll bereits am Samstag getötet worden sein – eine Nachricht, deren volle Tragweite noch gar nicht absehbar ist. Was passiert, wenn die Führungsspitze eines Landes mit 88 Millionen Einwohnern und einer hochgerüsteten Armee enthauptet wird? Die Geschichte lehrt, dass solche Machtvakuen selten zu Stabilität führen.
Der Flächenbrand breitet sich aus
Was viele Beobachter befürchtet hatten, tritt nun ein: Der Konflikt greift auf die gesamte Region über. Der Libanon ist bereits erfasst. Nachdem Israel von dort aus mit Raketen beschossen worden war, forderten israelische Gegenschläge auf die Hisbollah-Miliz nach Angaben der Regierung in Beirut 52 Tote und 154 Verletzte. In einem bemerkenswerten Schritt erklärte die libanesische Regierung daraufhin sämtliche militärischen Aktivitäten der vom Iran unterstützten Hisbollah für illegal – ein historischer Bruch, der den Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation verändert.
Auch die Golfstaaten geraten unter Beschuss. Die kuwaitische Luftverteidigung schoss versehentlich mehrere US-Kampfjets ab – die Besatzungen überlebten, doch der Vorfall illustriert das Chaos, das in der Region herrscht. Katar meldete den Abschuss zweier iranischer Kampfflugzeuge, Kuwait beklagte den Tod eines Soldaten. Frankreich sagte den Golfstaaten Unterstützung zu und erklärte sich bereit, sich an deren Verteidigung zu beteiligen.
Drohnenangriff auf EU-Territorium
Besonders alarmierend: Der Krieg hat bereits europäischen Boden erreicht. Auf dem EU-Inselstaat Zypern wurde in der Nacht zum Montag der britische Stützpunkt Akrotiri nahe der Hafenstadt Limassol mit einer iranischen „Shahed"-Drohne angegriffen. Zwei weitere unbemannte Flugobjekte konnten abgewehrt werden. Spätestens jetzt sollte auch dem letzten Europäer klar sein, dass dieser Konflikt keine ferne Angelegenheit ist, die man bequem vom Sofa aus beobachten kann.
Hegseth rechnet mit Europas „Zögerern" ab
Verteidigungsminister Hegseth nutzte die Gelegenheit, um Europas Verbündete scharf zu kritisieren. „Fähige Partner sind gute Partner", sagte er mit Blick auf Israel. Im Gegensatz dazu stünden die „traditionellen Verbündeten", die sich empört gäben und „beim Einsatz von Gewalt nur zögern und zaudern". Eine Ohrfeige für die europäischen NATO-Partner, die allerdings nicht ganz unberechtigt ist. Denn während die Welt brennt, diskutiert man in Brüssel noch immer über Formulierungen in Pressemitteilungen.
Und Deutschland? Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor einer gewaltigen Bewährungsprobe. Eine Umfrage zeigt, dass 57 Prozent der Bundesbürger den militärischen Angriff auf den Iran ablehnen, nur 29 Prozent befürworten ihn. Doch was nützt die Ablehnung, wenn man keine eigene außenpolitische Handlungsfähigkeit besitzt? Jahrzehnte der Abrüstung und des naiven Glaubens an die Kraft des Dialogs rächen sich nun bitter. Deutschland hat sich selbst in eine Position der Irrelevanz manövriert – und zahlt den Preis dafür in Form von gestrandeten Urlaubern, steigenden Energiepreisen und einer wachsenden Unsicherheit.
30.000 deutsche Reisende sitzen fest
Rund 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter sitzen derzeit im Nahen Osten fest, wie der Deutsche Reiseverband mitteilte. Flüge gestrichen, Kreuzfahrten gestoppt, große Unsicherheit überall. Das Auswärtige Amt bereite die Rückholung von Kranken, Kindern und Schwangeren aus der Konfliktregion vor. Für alle anderen heißt es: warten. Ein Déjà-vu für jeden, der sich an die chaotische Evakuierung aus Afghanistan 2021 erinnert.
Die Straße von Hormus – Europas Achillesferse
Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts könnten verheerend sein. Durch die Straße von Hormus, die schmale Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel, fließt ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels. Sollte der Iran diese Passage blockieren oder der Schiffsverkehr durch Kampfhandlungen zum Erliegen kommen, drohen explodierende Energiepreise – mit unmittelbaren Auswirkungen auf die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft. Die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten, die man durch eine ideologiegetriebene Energiewende eigentlich reduzieren wollte, erweist sich einmal mehr als fatale Schwachstelle.
In Zeiten wie diesen zeigt sich der wahre Wert krisenfester Anlagen. Während Aktienmärkte einbrechen und Währungen schwanken, erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sollte eine Beimischung physischer Edelmetalle in einem breit gestreuten Portfolio ernsthaft in Betracht ziehen – gerade jetzt, wo geopolitische Risiken die Märkte in Atem halten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.












