
Trumps Schutzschild für Glyphosat: Bayer atmet auf – doch die Debatte ist längst nicht vorbei

Während in Deutschland Umweltverbände und grüne Ideologen seit Jahren gegen den weltweit meistverwendeten Unkrautvernichter Sturm laufen, setzt US-Präsident Donald Trump ein unmissverständliches Zeichen: Per Exekutivverordnung hat er Glyphosat am 18. Februar 2026 zum Gut der nationalen Sicherheit erklärt. Eine Entscheidung, die pragmatischer kaum sein könnte – und die dem Leverkusener Konzern Bayer dringend benötigte Rückendeckung verschafft.
Nationale Sicherheit geht vor grüner Ideologie
Die Botschaft aus Washington ist klar: Es gebe keine praktikable Alternative zu Glyphosat. Das Herbizid ermögliche amerikanischen Landwirten hohe Erträge bei niedrigen Produktionskosten und sei damit unverzichtbar für die Ernährungssicherheit der Vereinigten Staaten. Trump ordnete an, dass die Bayer-Tochter Monsanto künftig verpflichtet werden könne, vorrangig nationale Bestände zu sichern und die Produktion auszubauen. Im Gegenzug sichere die Regierung dem Unternehmen größtmögliche Unterstützung und Schutz zu – möglicherweise sogar in heiklen Fragen der Produkthaftung.
Konkret heißt es in der Verordnung, dass keine Anordnung oder Vorschrift die Unternehmensfähigkeit eines inländischen Herstellers von Herbiziden auf Glyphosatbasis gefährden dürfe. Ein Satz, der es in sich hat. Denn er könnte Bayer einen entscheidenden Hebel liefern, um die seit Jahren schwelende Klagewelle in den USA endlich einzudämmen.
Milliardenschwerer Vergleich als Befreiungsschlag?
Nur einen Tag vor Trumps Dekret hatte Bayer einen Vergleichsvorschlag in Höhe von 7,25 Milliarden US-Dollar – umgerechnet rund sechs Milliarden Euro – in einer Sammelklage eingereicht. Landesweit seien noch etwa 67.000 Klagen gegen den Konzern anhängig. Bayer betonte, es handele sich weder um ein Schuldeingeständnis noch um ein Eingeständnis einer Haftung. Vielmehr gehe es darum, die endlosen Rechtsstreitigkeiten einzudämmen, die den Konzern seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 wie ein Mühlstein um den Hals hängen.
Im April soll zudem ein Berufungsverfahren vor dem Obersten Gerichtshof der USA beginnen. Ein Mann aus Missouri macht das glyphosathaltige Herbizid Roundup für seine Blutkrebserkrankung verantwortlich und fordert 1,25 Millionen Dollar Entschädigung. Der Ausgang dieses Verfahrens könnte richtungsweisend sein – doch mit Trumps Verordnung im Rücken dürfte Bayer deutlich gestärkt in die Verhandlungen gehen.
Phosphor als strategische Ressource
Trumps Anordnung geht über den reinen Pflanzenschutz hinaus. Ebenfalls unter Schutz gestellt wurde die Versorgung mit Phosphor, einem Element, das nicht nur für die Herstellung glyphosathaltiger Herbizide benötigt werde, sondern auch für das US-Militär von zentraler Bedeutung sei. Von Rauch- und Brandvorrichtungen über Halbleiter bis hin zu Lithium-Ionen-Batterien – Phosphor sei ein strategischer Rohstoff, dessen Verfügbarkeit nicht dem Zufall überlassen werden dürfe.
Deutschlands Glyphosat-Chaos: Ein Lehrstück politischer Unentschlossenheit
Während Trump handelt, verstrickt sich Deutschland einmal mehr in seinem typischen Regulierungsdickicht. Die Geschichte des deutschen Glyphosatverbots liest sich wie eine Satire auf den Berliner Politikbetrieb. Bereits 2021 hatte die Große Koalition unter Angela Merkel ein Verbot auf den Weg gebracht, das zum 1. Januar 2024 hätte greifen sollen. Doch die nachfolgende Ampelregierung – jenes denkwürdige Bündnis aus SPD, Grünen und FDP, das im November 2024 spektakulär zerbrach – setzte das Verbot schlicht nicht um. Die Begründung? EU-Recht gehe nationalem Recht vor.
Pikant dabei: Die Europäische Kommission hatte Ende 2023 die Zulassung für Glyphosat eigenmächtig um weitere zehn Jahre bis 2033 verlängert – weil sich die Mitgliedstaaten nicht einigen konnten. Der damalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir von den Grünen erklärte damals mit gewohnt bedeutungsschwangerer Miene, er wolle die nationale Umsetzung „prüfen". Glyphosat sei „alles andere als unumstritten". Passiert ist – natürlich – nichts Substanzielles.
Umweltorganisationen wie die Deutsche Umwelthilfe und die Bienenschutz-Stiftung Aurelia argumentierten noch im März 2024, ein nationales Verbot sei durchaus mit EU-Recht vereinbar. Das Bundeslandwirtschaftsministerium sah das anders. So dreht sich das Karussell der Zuständigkeiten munter weiter, während die Landwirte im Ungewissen gelassen werden.
Eingeschränkte Nutzung in Deutschland
Immerhin: In Deutschland unterliegt der Einsatz von Glyphosat bereits erheblichen Einschränkungen. In öffentlichen Parks, Gärten, auf Spielplätzen, Kindergarten- und Schulgeländen sowie in Privatgärten ist das Herbizid verboten. Gleiches gelte für Natur- und Wasserschutzgebiete. Auch die Behandlung von Äckern unmittelbar vor der Ernte sei untersagt. Die Vorsaat- und Stoppelbehandlung sowie die flächige Anwendung auf Grünland seien nur eingeschränkt zulässig.
Wissenschaft im Zwielicht: Zurückgezogene Studien und Interessenkonflikte
Die wissenschaftliche Debatte um Glyphosat gleicht einem Minenfeld. Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation stuft den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserregend" ein. Bayer hingegen verweist auf zahlreiche Studien und behördliche Genehmigungen, die die Unbedenklichkeit des Mittels belegen würden. Die US-Umweltbehörde EPA teilt diese Einschätzung.
Doch Ende 2025 wurde eine ursprünglich im Jahr 2000 veröffentlichte Studie zurückgezogen, die jahrelang als Grundlage für politische Entscheidungen gedient hatte. Der Grund? Die Studie hatte verschwiegen, dass Mitarbeiter von Monsanto an ihrer Erstellung beteiligt gewesen waren. Ein Skandal, der das Vertrauen in die wissenschaftliche Unabhängigkeit der Glyphosat-Forschung nachhaltig erschüttert hat.
Bemerkenswert ist auch, dass selbst die von der Trump-Regierung unterstützte „Make America Healthy Again"-Bewegung (MAHA) den Einsatz von Glyphosat stets scharf kritisiert hatte. Dass Trump sich nun dennoch schützend vor das Herbizid stellt, zeigt, wie sehr wirtschaftliche und sicherheitspolitische Erwägungen in Washington Vorrang vor ideologischen Befindlichkeiten genießen. Ein Pragmatismus, von dem sich die deutsche Politik eine dicke Scheibe abschneiden könnte.
Was bedeutet das für Bayer-Aktionäre?
Für den Leverkusener Konzern könnte Trumps Verordnung in Kombination mit dem milliardenschweren Vergleich und dem ausstehenden Urteil des Obersten Gerichtshofs tatsächlich eine Zeitenwende einläuten. Seit der Monsanto-Übernahme 2018 hat Bayer Dutzende Milliarden an Börsenwert eingebüßt, die Aktie galt lange als Inbegriff eines gescheiterten Megadeals. Ob die jüngsten Entwicklungen ausreichen, um das Blatt dauerhaft zu wenden, bleibt abzuwarten. Die Risiken sind nach wie vor erheblich – doch erstmals seit Jahren scheint ein Licht am Ende des Tunnels auf.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung – sei es in Aktien, Anleihen, Fonds oder andere Finanzprodukte – sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir empfehlen, vor jeder Anlageentscheidung einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, sollte stets auch physische Edelmetalle wie Gold und Silber als stabilisierendes Element in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.
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