
Ukraine-Deal vom Golfplatz: BlackRock plant, der deutsche Bürger zahlt?

Weltpolitik zwischen Fairway und Clubhaus: In Florida haben die Trump-Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff Anfang Oktober mit Vertretern der Ukraine, Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens einen neuen Friedensplan beraten. Laut der „Washington Post“ steht ganz oben auf der Liste der Wiederaufbau der Ukraine – unter Beteiligung des US-Finanzriesen BlackRock. Wer die Rechnung am Ende bezahlen soll, darüber wird in Deutschland bereits heftig spekuliert.
Vier Punkte, sechs Stunden, ein Golfclub
Das Treffen soll Medienberichten zufolge am 9. Oktober stattgefunden haben, sechs Stunden lang, im Shell Bay Golf Club in Hallandale Beach. Der Club gehört übrigens Witkoff selbst. Herausgekommen ist ein Paket aus vier Bausteinen.
- Wiederaufbau: Weltbank und BlackRock sollen einen Finanzierungsmechanismus aufbauen.
- Sicherheitsgarantien: eine Beistandszusage für Kiew, die einem US-Vertreter zufolge dem NATO-Artikel 5 gleichkäme.
- Waffenstillstand entlang der aktuellen Frontlinie.
- Energie-Deal: eine Pipeline für russisches Öl und Gas nach Europa, deren Gewinne sich Moskau und Kiew teilen.
Laut dem Bericht haben die Unterhändler Kiew um detaillierte Kostenschätzungen gebeten. Außerdem wollen sie Garantien, dass die Gelder nach dem Krieg nicht in dunklen Kanälen versickern. Allein dieser Wunsch spricht Bände.
Eine halbe Billion – und Berlin soll zahlen?
Den Wiederaufbaubedarf der Ukraine beziffert die Weltbank auf mehr als eine halbe Billion Dollar. Dass Deutschland als größter europäischer Unterstützer Kiews einen erheblichen Teil davon stemmen soll, gilt in mehreren deutschen Medien als ausgemacht. Die Deutschen kennen das Muster.
BlackRock ist kein Hilfswerk. Der New Yorker Konzern ist mit über 15 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen der größte Vermögensverwalter der Welt. Sein Ziel ist Rendite, das ist legitim. Heikel wird es erst, wenn das Kapital nicht von freiwilligen Anlegern kommt, sondern von Steuerzahlern, die keiner gefragt hat.
Kritiker verweisen auf das bekannte Strickmuster öffentlich-privater Partnerschaften: Der Staat gibt Geld oder Garantien und trägt das Risiko, der private Partner kassiert Gebühren. Geht es schief, zahlt die Allgemeinheit. Geht es gut, verdient der Partner. BlackRock hatte Kiew bereits 2023 beim Aufbau eines Wiederaufbaufonds beraten, offiziell unentgeltlich. Zwischenzeitlich lag das Projekt auf Eis.
Ein pikantes Detail im Kanzleramt
Brisant ist dabei auch eine Personalie: Bundeskanzler Friedrich Merz war von 2016 bis 2020 Aufsichtsratschef von BlackRock Deutschland. Rechtlich ist daran nichts zu beanstanden. Ein schaler Beigeschmack bleibt trotzdem, wenn ausgerechnet sein Land zu den wichtigsten Geldgebern eines Projekts gehören könnte, bei dem sein früherer Arbeitgeber mitorganisiert.
Marshall-Plan? Der Vergleich hinkt gewaltig
Befürworter sprechen gern von einem „Marshall-Plan für die Ukraine“. Die Geschichte erzählt etwas anderes. Westdeutschland erhielt zwischen 1948 und 1952 rund 1,4 Milliarden Dollar. Im Londoner Schuldenabkommen von 1953 sagte die Bundesrepublik zu, rund eine Milliarde der US-Nachkriegshilfen zurückzuzahlen. Und sie hat bezahlt.
Der Marshall-Plan war eine Anschubhilfe für Saatgut, Rohstoffe und Maschinen. Die Trümmer haben die Deutschen selbst weggeräumt. Und kein amerikanischer Fonds hat an den Ruinen von Köln oder Hamburg Gebühren verdient.
Bagger statt Berichtspflichten
Dazu kommt die Frage, was mit europäischem Geld alles mitgeliefert würde. Wo Brüssel zahlt, kommen erfahrungsgemäß auch ESG-Auflagen, Nachhaltigkeitsberichte und Klimavorgaben. Ein zerstörtes Land braucht aber Strom, Wasser, Brücken und Wohnungen, und zwar schnell und robust.
Ob der Plan je umgesetzt wird, ist völlig offen. Kiew zeigt sich zurückhaltend, Moskau hat sich bisher nicht geäußert. Fest steht nur eins: Deutschland hat selbst marode Brücken, geschlossene Schwimmbäder und eine schwächelnde Industrie. Neue Milliardenzusagen gehen am Ende immer auf Kosten der Bürger, die hier arbeiten und Steuern zahlen.
Gegen den unersättlichen Finanzhunger der Staaten setzen viele Sparer deshalb seit jeher auf physisches Gold und Silber. Die Metalle sind kein Heilsversprechen, aber eine bewährte Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
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