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Uran-Paradox: Preis auf Rekord, Minenaktien im freien Fall!

Uran-Paradox: Preis auf Rekord, Minenaktien im freien Fall!
Symbolbild: KI-generiert

Der Uranpreis im Langfristgeschäft hat Ende Oktober mit 99 US-Dollar je Pfund ein Allzeithoch erreicht. Die Aktien der Uranproduzenten fallen trotzdem weiter. Der bekannte Rohstoffinvestor Lobo Tiggre hält das für einen Fehler des Marktes und kauft gezielt nach. Bei Gold- und Silberminen wartet er dagegen ab.

Ein Markt, zwei Wirklichkeiten

Die Zahlen passen nicht zusammen. Der Rohstoff steht auf Rekordniveau, und zugleich hat der Sprott Uranium Miners ETF seit seinem Hoch Ende Januar rund 52 Prozent verloren. Mehr als die Hälfte des Börsenwerts ist also weg, während das Produkt selbst so teuer ist wie nie.

Tiggre, Gründer des Börsenbriefs „The Independent Speculator“, sieht darin im Gespräch mit dem Branchenportal Kitco News eine klare Diskrepanz. Die Aktienkurse spiegelten die Fundamentaldaten des Uranmarktes nicht angemessen wider. An Angebot und Nachfrage habe sich nichts grundlegend verschlechtert.

Woher kommt dann der Ausverkauf? Tiggre nennt vor allem zwei Gründe:

  • Das Interesse an KI-Investments lasse nach. Uran galt lange als Energielieferant für stromhungrige Rechenzentren und wurde mit dem Hype nach oben getragen.
  • Steuerlich motivierte Verkäufe zum Jahresende, mit denen Anleger Verluste realisieren und so ihre Steuerlast drücken.

Kasachstan hat ein Säureproblem

Der weltweit größte Uranproduzent Kazatomprom könnte den Markt zusätzlich verknappen. Der Konzern aus Kasachstan kämpfe mit Engpässen bei Schwefelsäure, so Tiggre. Die braucht er dringend: Im dort üblichen In-situ-Laugungsverfahren wird das Uran mit Säure direkt im Gestein gelöst und an die Oberfläche gepumpt.

Das Problem ist alt. Schon Anfang 2024 senkte Kazatomprom wegen Säuremangels und Bauverzögerungen seine Förderprognose deutlich. Im August 2026 berichtete der Konzern laut Branchenmedien erneut von Verzögerungen beim Bau einer eigenen Säurefabrik. Konzernchef Meirzhan Yussupov warnte damals, die Ära des „billigen“ Urans gehe zu Ende. Er verwies auf die Zusage von 38 Staaten, die Kernkraft bis 2050 zu verdreifachen.

Stockt die Infrastruktur in Kasachstan weiter, würden nach Tiggres Einschätzung andere Produzenten profitieren. Er rechnet außerdem damit, dass der Spotpreis bis Jahresende kräftig zulegt und den langfristigen Vertragspreis womöglich übertrifft. Ein erstes Signal sieht er im Anstieg auf 93,25 Dollar je Pfund Ende Oktober.

Und Deutschland schaut zu

Die Welt baut wieder auf Atomkraft, und Deutschland steht daneben. Die letzten drei Meiler gingen im April 2023 vom Netz, auf Betreiben der damaligen Ampel-Regierung. Seitdem verhandeln andere Länder über Lieferverträge, Reaktorneubauten und sichere Grundlast. Deutsche Verbraucher zahlen derweil weiterhin einige der höchsten Strompreise Europas. Ein Zufall ist das kaum.

Tiggres Strategie: Qualität statt Lotterie

Der Investor stockt nach eigenen Angaben seine Uranpositionen auf. Er setzt dabei auf etablierte Unternehmen mit solider Marktstellung und meidet riskante Explorationsfirmen, bei denen eine Bohrung über alles entscheiden kann.

Bei Gold und Silber bleibt Tiggre vorerst an der Seitenlinie. Berichten zufolge hatte er seine Edelmetall-Minenaktien Anfang des Jahres größtenteils verkauft. Die Märkte beobachte er weiter, für Minenwerte sehe er aber noch keinen überzeugenden Einstiegszeitpunkt. Sobald sich eine Gelegenheit biete, wolle er vor allem im Silbersektor zukaufen.

Für Sparer heißt das: Minenaktien sind Hebelinstrumente. Sie schwanken stark, hängen von Management, Steuern und Börsenlaune ab und können sich selbst bei Rekordpreisen halbieren, wie das Uran-Beispiel zeigt. Physisches Gold und Silber kennt kein Unternehmensrisiko. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sind die Metalle deshalb ein solider Anker, wenn die Börse wieder einmal macht, was sie will.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Rohstoffen oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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