
Verlorene Generation: Warum deutsche Absolventen über vier Monate auf ihren ersten Job warten müssen
Es ist ein Armutszeugnis für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Wer heute seine Ausbildung oder sein Studium abschließt, wartet im Durchschnitt 134 Tage – also mehr als vier Monate – bis zum ersten Arbeitstag. Was einst als Selbstverständlichkeit galt, nämlich der zügige Übergang von der Ausbildung in den Beruf, ist für eine wachsende Zahl junger Menschen zum Spießrutenlauf geworden. Die Zahlen, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf eine Anfrage der Grünen offenlegte, sind alarmierend – und sie sind das Ergebnis einer Politik, die den Wirtschaftsstandort Deutschland systematisch an die Wand fährt.
Die nackten Zahlen einer schleichenden Katastrophe
Seit 2019 hat sich die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung um rund 19 Tage verlängert. Mehr als jeder fünfte Berufseinsteiger benötigte im vergangenen Jahr über sechs Monate, um überhaupt eine Stelle zu finden. Bei Akademikern sieht es noch düsterer aus: Hier waren es sogar 23 Prozent, die ein halbes Jahr und länger suchten. Zum Vergleich: Noch 2018 fand ein Viertel aller Berufseinsteiger innerhalb eines einzigen Monats eine Anstellung. Diese Zeiten sind offenkundig vorbei.
Eine Analyse der Jobplattform Stepstone untermauert den Befund mit erschreckender Deutlichkeit: Der Anteil der Stellenanzeigen für Einstiegsjobs lag im ersten Quartal 2025 satte 45 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Das bedeutet im Klartext: Es gibt schlicht nicht genug Jobs für die jungen Menschen, die in den Arbeitsmarkt drängen. Und wer weniger Stellen anbietet, kann sich seine Bewerber aussuchen – Berufserfahrung wird zum Totschlagargument gegen jeden Berufsanfänger.
Politikversagen auf ganzer Linie
Die Ursachen für diese Misere sind vielfältig, doch sie haben einen gemeinsamen Nenner: politisches Versagen. Die deutsche Wirtschaft steckt in einer verfestigten Strukturkrise, die nicht vom Himmel gefallen ist, sondern das Ergebnis jahrelanger ideologiegetriebener Politik darstellt. Überregulierung, eine erdrückende Steuer- und Abgabenlast, explodierende Energiekosten nach dem überhasteten Atomausstieg und ein Mindestlohn, der den Arbeitsmarkt zusätzlich versteift – all das sind keine Naturkatastrophen, sondern politische Entscheidungen.
Arbeitsmarktforscher bestätigen, was jeder mit gesundem Menschenverstand längst ahnt: Unternehmen wollen angesichts der wirtschaftlichen Lage nicht investieren und stellen keine neuen Mitarbeiter ein. Stattdessen klammern sie sich an ihre bestehenden Belegschaften. Wer kann es ihnen verdenken? In einem Land, in dem ein Arbeitgeber im Schnitt zwölf Monatsgehälter für acht bis neun Monate tatsächlicher Arbeit bezahlt, in dem Krankheitstage, Kuren und steigende Lohnkosten bei sinkender Produktivität die Regel sind, wird jede Neueinstellung zum unternehmerischen Risiko.
Die Ironie der grünen Anfrage
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Bündnis 90/Die Grünen diese Anfrage an die Bundesregierung gestellt haben. Jene Partei also, die wie keine andere für die Deindustrialisierung Deutschlands steht, die den Atomausstieg vorangetrieben hat, die mit ihrer Klimapolitik ganze Industriezweige in die Knie gezwungen hat und die mit ihrer Regulierungswut den Mittelstand erdrosselt. Nun fragen sie nach den Folgen – als wüssten sie nicht, dass sie selbst zu den Hauptverursachern gehören. Man könnte fast meinen, sie wollten sich vergewissern, ob ihre Deindustrialisierungspolitik bereits die gewünschten Früchte trägt.
Fachkräftemangel? Ein Märchen, das bröckelt
Besonders pikant wird die Lage, wenn man sie im Kontext der seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholten Erzählung vom „Fachkräftemangel" betrachtet. Wie passt es zusammen, dass einerseits angeblich händeringend Fachkräfte gesucht werden, andererseits aber gut ausgebildete junge Deutsche monatelang keinen Job finden? Die Antwort ist so unbequem wie offensichtlich: Das Narrativ vom Fachkräftemangel dient vor allem dazu, die massenhafte Zuwanderung zu rechtfertigen – eine Zuwanderung, die den Arbeitsmarkt zusätzlich unter Druck setzt und die Konkurrenz für einheimische Berufseinsteiger verschärft.
Die Selektion junger Menschen in Deutschland ist nach der Flüchtlingskrise und dem Ukrainekrieg deutlich migrantischer geprägt als noch vor wenigen Jahren. Das hat Konsequenzen für den Arbeitsmarkt, über die in der öffentlichen Debatte allzu gerne hinweggegangen wird. Statt die eigene Jugend besser auszubilden und zu motivieren, setzt die Politik auf den Import vermeintlicher Fachkräfte aus Ländern, deren Bildungssysteme mit dem deutschen kaum vergleichbar sind.
KI als Jobkiller – und die Politik schaut zu
Als wäre die Lage nicht schon dramatisch genug, kommt mit der Künstlichen Intelligenz ein weiterer Faktor hinzu, der den Arbeitsmarkt fundamental umwälzt. Klassische Einstiegspositionen – genau jene Jobs also, die Absolventen den Berufseinstieg ermöglichen – fallen weg oder werden grundlegend neu strukturiert. Eine Analyse des niederländischen Cybersicherheitsdienstleisters Surfshark kommt zu dem Ergebnis, dass allein in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres europaweit rund 200.000 Arbeitsplätze durch den KI-Boom weggefallen seien. Deutschland sei dabei in besonders hohem Maße betroffen.
Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostizieren, dass in den nächsten 15 Jahren rund 800.000 deutsche Arbeitsplätze durch KI wegfallen könnten. Zwar könnten theoretisch ebenso viele neue Stellen entstehen – doch qualifiziert für diese Berufe dürfte nur ein marginaler Prozentsatz der Bevölkerung sein. Die Politik hat auf diese tektonische Verschiebung bislang keine überzeugende Antwort gefunden. Stattdessen beschäftigt man sich lieber mit Gendersternchen und Diversitätsquoten.
Demotivation als rationale Entscheidung
Man muss allerdings auch ehrlich sein: Nicht wenige junge Menschen sind schlicht nicht motiviert, schnell in den Beruf einzusteigen. Doch bevor man ihnen Faulheit vorwirft, sollte man die Anreizstrukturen betrachten, die die Politik geschaffen hat. Bei einer Steuer- und Abgabenquote, die einem Großteil des Bruttoeinkommens den Garaus macht, wird Nicht-Erwerbsarbeit relativ attraktiver. Warum sich abrackern, wenn der Staat ohnehin den Löwenanteil kassiert? Warum arbeiten, wenn man mit Streaming-Abonnements und wenig Geld einen höheren Freizeitnutzen erzielen kann als mit einem schlecht bezahlten Einstiegsjob?
Das ifo-Beschäftigungsbarometer, ein verlässlicher Frühindikator für die Arbeitsmarktentwicklung, liegt seit nunmehr drei Jahren unter der Marke von 100 Punkten. Eine derart lange Phase anhaltender Schwäche gab es zuletzt während der Massenarbeitslosigkeit unter Gerhard Schröder. Im Dezember erreichte der Index mit 91,9 Punkten den tiefsten Stand seit Mai 2020. Die Parallelen zur Schröder-Ära sind beunruhigend – mit dem Unterschied, dass Schröder immerhin den Mut zu den Hartz-Reformen aufbrachte, während die aktuelle Politik vor allem durch Untätigkeit und ideologische Verblendung glänzt.
Industriearbeitsplätze im freien Fall
Die Zahlen aus der Industrie sprechen eine unmissverständliche Sprache: Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 gingen laut einer Analyse von Ernst & Young 114.000 Industriearbeitsplätze verloren – ein Minus von 2,1 Prozent. Besonders hart traf es die Automobilbranche, einst das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Während andere Länder ihre Industrie stärken und schützen, betreibt Deutschland unter dem Banner der Klimaneutralität einen beispiellosen Kahlschlag an seinem produktiven Kern.
Ein Land am Scheideweg
Die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit 5,3 Prozent zwar noch unter dem europäischen Durchschnitt – doch der Trend ist eindeutig: Seit 2022 ist sie um rund 20 Prozent gestiegen. Und die offiziellen Zahlen verschleiern das wahre Ausmaß des Problems, denn sie erfassen weder die verdeckte Arbeitslosigkeit noch jene jungen Menschen, die sich frustriert aus dem Arbeitsmarkt zurückgezogen haben.
Deutschland steht an einem Scheideweg. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar vollmundig Verantwortung versprochen, doch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur wird die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen mit Schulden belasten – jene Generationen, die schon jetzt kaum noch einen Fuß in die Tür des Arbeitsmarktes bekommen. Es braucht keine weiteren Schulden und keine weiteren Regulierungen. Es braucht eine radikale Entlastung der Wirtschaft, eine Senkung der Steuer- und Abgabenlast und eine Politik, die den Leistungswilligen belohnt statt bestraft.
Wer in diesen unsicheren Zeiten sein Vermögen schützen möchte, sollte über eine breite Diversifikation nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade in Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Inflation. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen resultieren, übernehmen wir keine Haftung.

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