
Vier Tage ohne Strom: US-Zerstörer trieb hilflos im Südchinesischen Meer

Ein 10.000 Tonnen schwerer Lenkwaffenzerstörer der US-Marine – manövrierunfähig, ohne Klimaanlage, ohne funktionierende Toiletten, ohne Küche. Vier Tage lang. Mitten im Südchinesischen Meer, dem am schärfsten umkämpften Seegebiet der Welt.
Der Vorfall ereignete sich bereits am 24. Juli, wurde aber erst jetzt öffentlich. Nach Angaben der 7. US-Flotte erlitt die USS Benfold während Routineoperationen im Indopazifik einen technischen Ausfall an ihren Generatoren.
Tropenhitze, Trinkwassermangel – und keine Toiletten
Medienberichten zufolge fielen mit dem Strom auch Trinkwasserversorgung, Klimatisierung, Verpflegung und Sanitäranlagen aus. Die Tagestemperaturen in der Region lagen Ende Juli demnach zwischen 32 und 37 Grad. Wie die Besatzung das Abwasserproblem löste, ließ die Marine offen.
Der Kreuzer USS Robert Smalls sprang ein und lieferte warme Mahlzeiten. Schlepper eines Vertragsunternehmens zogen den Zerstörer schließlich in die philippinische Subic Bay, wo er am 28. Juli eintraf. Ab dem 29. Juli wurde die Crew an Land untergebracht, am 30. Juli lief der Strom wieder. Am 8. August verließ das Schiff die Bucht, inzwischen liegt es im japanischen Yokosuka.
„Es gab keine Verletzten unter der Besatzung, die Widerstandskraft, Biss, Professionalität und unerschütterliche Ruhe bewiesen hat.“ – Erklärung eines Sprechers der 7. US-Flotte
Kein Einzelfall: Zweiter Blackout binnen weniger Monate
Der Zwischenfall reiht sich in eine Serie ein. Bereits im Mai verlor Berichten zufolge die USS Higgins im Indopazifik für mehrere Stunden Strom und Antrieb – ebenfalls wegen eines Defekts im elektrischen System. Beide Schiffe gehören zur Arleigh-Burke-Klasse, dem Rückgrat der US-Überwasserflotte mit über 70 Einheiten.
Besonders pikant: Die Benfold gehört zur Kampfgruppe des Flugzeugträgers USS George Washington, der derzeit in den Nahen Osten verlegt. Sie blieb in Asien zurück. Eine Plattform mit rund 90 Raketenzellen fehlt damit ausgerechnet dort, wo Washington militärische Stärke demonstrieren will.
Der Preis endloser Einsätze
Der Zeitpunkt ist für die Marine denkbar ungünstig. Der Träger USS Abraham Lincoln liegt seit dem Auslaufen aus San Diego im November 2025 über 260 Tage im Einsatz, davon mehr als 200 Tage ohne Hafenaufenthalt – nach Medienberichten ein moderner Rekord.
15 US-Senatoren forderten in einem Schreiben vom 15. August Aufklärung von Verteidigungsminister Pete Hegseth. Es gebe wachsende Hinweise darauf, dass sich die Zustände an Bord verschlechtert hätten. Hegseth wies die Darstellungen zurück, die Lage sei „völlig falsch dargestellt“ worden.
Material verschleißt, wenn man es ohne Pause fährt. Menschen auch. Wer eine Flotte über Jahre im Dauereinsatz hält, ohne ausreichend in Wartung und Ersatz zu investieren, zahlt irgendwann die Rechnung – eine Lektion, die auch der Bundeswehr nicht fremd sein dürfte.
Was das für Anleger bedeutet
Für die Märkte zählt vor allem eines: Jede sichtbare Schwäche westlicher Militärpräsenz im Indopazifik erhöht die geopolitische Unsicherheit. Und Unsicherheit war historisch stets ein Nährboden für die Nachfrage nach physischen Edelmetallen. Gold und Silber tragen kein Ausfallrisiko, keine Generatoren und keine Lieferkette – sie liegen einfach da. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben sie ein bewährter Anker.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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