
Volvo im freien Fall: Milliardenverlust und 5.500 Jobs vor dem Aus!

Der schwedische Autobauer Volvo Cars rutscht im dritten Quartal 2026 tief in die roten Zahlen. In Göteborg meldet der Konzern einen operativen Verlust von 5,6 Milliarden Kronen, rund 504 Millionen Euro. Jetzt sollen weitere 2.500 Stellen wegfallen. Die Börse hat darauf mit Panikverkäufen reagiert.
Am 23. Oktober brach die Aktie zeitweise um fast 30 Prozent ein und markierte ein Rekordtief. Einst stand die Marke für Sicherheit und Solidität. Davon ist wenig übrig.
Vom Gewinn zum Absturz in zwölf Monaten
Die Zahlen sind brutal. Vor einem Jahr verbuchte Volvo noch einen operativen Gewinn von 6,4 Milliarden Kronen. Der Umsatz fiel um 23 Prozent, von 86,4 auf 66,9 Milliarden Kronen. Der freie Cashflow sackte auf minus 8,9 Milliarden Kronen ab, das sind rund 800 Millionen Euro, die aus dem Unternehmen abgeflossen sind.
Laut Medienberichten lag auch das bereinigte Kernergebnis mit minus 3,7 Milliarden Kronen klar im Minus. Die Ursachen sind bekannt: Der Absatz in China bricht weg, die US-Zölle drücken, und die Elektroautos lassen sich nicht schnell genug bauen. Dazu kommt ein harter Preiskampf.
Erst die Wende, dann der Applaus für Brüssel
Schon im September 2024 musste Volvo zurückrudern. Eigentlich wollten die Schweden ab 2030 nur noch reine Elektroautos verkaufen. Die Nachfrage blieb aber hinter den Erwartungen, und Ladesäulen fehlten. Seither peilt Volvo bis 2030 einen Anteil von 90 bis 100 Prozent für Elektroautos und Plug-in-Hybride zusammen an, Mildhybride bleiben erlaubt.
Nur 26 Tage nach dieser Kehrtwende sprach sich der damalige Konzernchef Jim Rowan dafür aus, an den strengen EU-Vorgaben für Neuwagen ab 2035 festzuhalten. Faktisch also das Verbrenner-Aus. Für sich selbst beanspruchte der Konzern also mehr Spielraum, für alle anderen sollten die starren Vorgaben aus Brüssel gelten. Kritiker sehen darin ein Lehrstück. Die Klimaplanung aus Brüssel hält dem Markt nicht stand, und am Ende zahlen die Beschäftigten.
Hoffnungsträger EX60 kommt nicht vom Fleck
Ausgerechnet das neue Elektro-SUV EX60 wird zum Problem. Aus Europa liegen über 50.000 Bestellungen vor. Seit dem Produktionsstart im April liefen aber nur rund 5.000 Fahrzeuge vom Band. Bis Ende September waren gerade einmal etwa 1.500 bei den Kunden.
Der Grund ist die Batterie. Sie ist beim EX60 direkt in die Fahrzeugstruktur eingebaut. Das soll auf Dauer Kosten sparen, bremst die Fertigung aber derzeit aus. Die Entwicklung hat Volvo schon viel Geld gekostet. Die Einnahmen aus den Verkäufen lassen weiter auf sich warten.
Ausgerechnet China
Im Reich der Mitte hat Volvo im Vergleich zum Vorjahresquartal fast die Hälfte seines Umsatzes verloren. Chinesische Hersteller verkaufen moderne Elektroautos oft deutlich billiger. Pikant daran: Volvo gehört mehrheitlich selbst dem chinesischen Geely-Konzern. In Nordamerika machen US-Zölle und gestrichene Kaufprämien das Geschäft schwer. Nur Europa hält sich einigermaßen stabil.
Die Rechnung zahlen die Mitarbeiter
Bereits 2025 hatte Volvo den Abbau von rund 3.000 Stellen angekündigt. Bis Mitte 2027 kommen jetzt 2.500 weitere dazu, rund 2.000 davon in Schweden. Darin sind auch externe Berater, freiwillige Abgänge und Stellen eingerechnet, die nicht mehr besetzt werden. Zusätzlich will der Konzern fünf Milliarden Kronen einsparen.
Der Anteil reiner Elektroautos am Volvo-Absatz stieg zwar von 22 auf 32 Prozent. Geholfen hat das nicht. Wer die Zukunft am Schreibtisch plant, statt auf die Kunden zu hören, zahlt dafür teuer. Diese Lektion sollten sich auch die deutschen Autobauer und die Politik in Berlin und Brüssel zu Herzen nehmen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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