
Vom Callcenter zum Klassenkämpfer: Kühnert eröffnet die Jagd auf den Mittelstand
Es gibt Karrieren, die lesen sich wie eine Anleitung dafür, wie man in Deutschland trotz fehlender Wertschöpfung ganz nach oben kommt. Kevin Kühnert, einst Generalsekretär der SPD, hat nun eine neue Bühne gefunden – und nutzt sie, um gegen jene zu agitieren, die das Rückgrat dieses Landes bilden: die deutschen Familienunternehmen und den Mittelstand.
Ein Kampagnenvideo voller Klassenkampf-Rhetorik
In einem Video, das am vergangenen Samstag auf Instagram veröffentlicht wurde und für die Lobbyorganisation „Bürgerbewegung Finanzwende“ gedreht ist, holt Kühnert zum Rundumschlag aus. Vor der Kulisse des Berliner Nobelhotels Adlon wirft er deutschen Familienunternehmern eine angeblich „perfide Selbstinszenierung“ vor. Hinter der biederen Fassade des Mittelstands, so seine These, verbergen sich in Wahrheit „Milliardärsfamilien“. „Vorne Mittelstand und hinten Milliardärsinteressen“, lautet seine süffisante Formel.
Als Beleg führt der frühere Juso-Chef den jährlich stattfindenden „Tag des Familienunternehmens“ ins Feld. Dort werde – natürlich „hinter verschlossenen Türen“ – daran gefeilt, wie sich Milliardenvermögen steuerfrei an die nächste Generation übertragen lassen. Der Stiftung Familienunternehmen attestiert Kühnert, seit 2009 Sonderregelungen durchgesetzt zu haben, die den Staat angeblich über 100 Milliarden Euro an Steuereinnahmen gekostet hätten.
„Erbschaftsteuer? Ehrensache!“ – so fasst Kühnert seine Botschaft zusammen und fordert ein Ende der „Ausnahmen für Milliardärsfamilien“.
Der Mann, der über Unternehmer urteilt – ohne je eines geführt zu haben
Man muss sich die Biografie dieses Mannes vor Augen führen, um die ganze Ironie zu erfassen. Kühnert begann 2009 ein Studium der Publizistik, das er nie abschloss. Ein zweites Studienprojekt der Politikwissenschaft an der Fernuniversität Hagen? Ebenfalls abgebrochen. Seine berufliche Erfahrung in der freien Wirtschaft beschränkt sich auf eine Tätigkeit im Callcenter des Onlinehändlers myToys.
Es ist also ausgerechnet jemand, der in seinem gesamten Lebenslauf keine Sekunde echtes unternehmerisches Risiko getragen, der nie eine Lohnabrechnung erstellt, nie für Arbeitsplätze gehaftet hat, der nun den Familienunternehmern dieses Landes erklären will, was Gerechtigkeit bedeutet. Eine bemerkenswerte Anmaßung.
Wer trägt dieses Land eigentlich?
Der deutsche Mittelstand ist nicht irgendeine Anlageklasse – er ist das wirtschaftliche Fundament unserer Nation. Über Generationen aufgebaute Familienbetriebe sichern Millionen Arbeitsplätze, bilden aus, investieren in ihre Heimatregionen und tragen ein unternehmerisches Risiko, das ideologische Funktionäre nicht einmal ansatzweise nachvollziehen können. Die Erbschaftsteuer auf Betriebsvermögen ist kein „Schlupfloch für Milliardäre“, sondern eine notwendige Schutzregelung, damit Unternehmen beim Generationenwechsel nicht zerschlagen oder ins Ausland verlagert werden müssen.
Wer hier von „gerechter Besteuerung“ spricht, meint in Wahrheit Substanzbesteuerung – also den Griff in die Vermögenssubstanz, die längst mehrfach versteuert wurde. Das Ergebnis solcher Politik wäre nicht mehr soziale Gerechtigkeit, sondern Standortflucht, Arbeitsplatzverlust und im schlimmsten Fall die schleichende Enteignung dessen, was Generationen ehrlich erarbeitet haben.
Eine Organisation mit klarer Schlagseite
Die „Bürgerbewegung Finanzwende“, für die Kühnert seit Ende 2025 den Bereich „Steuern, Verteilung und Lobbyismus“ leitet, wurde 2018 vom früheren Grünen-Bundestagsabgeordneten Gerhard Schick mitgegründet. Schon während der Corona-Pandemie machte der Verein mit der Forderung nach einem „Lockdown für Dividenden“ von sich reden. Man erkennt das Muster: Wo immer Vermögen entsteht, soll der Staat zugreifen – am besten umverteilend und mit moralischem Überbau.
Was bleibt für den Bürger zu lernen?
Diese Kampagne ist ein weiteres Alarmsignal für jeden, der sein Vermögen über Generationen sichern möchte. Wenn die politische Linke offen über Vermögens- und Erbschaftsbesteuerung in dieser Tonlage spricht, sollten Bürger erkennen, wie unsicher rein papierbasierte und staatlich greifbare Vermögenswerte mittlerweile geworden sind. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber liegen außerhalb dieser ideologischen Begehrlichkeiten – sie sind krisenfest, wertbeständig und über Jahrtausende erprobt. Als solide Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie einen Schutz, den keine Umverteilungsphantasie so leicht aushebeln kann.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie uns vorliegende Informationen wieder. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen anzustellen oder fachkundigen Rat einzuholen und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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