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Kettner Edelmetalle
19.06.2026
05:41 Uhr

VW im Überlebenskampf: Wenn das Vorzeigeunternehmen der deutschen Industrie ins Wanken gerät

VW im Überlebenskampf: Wenn das Vorzeigeunternehmen der deutschen Industrie ins Wanken gerät

Es ist ein Eingeständnis, das man in dieser Schärfe selten zu hören bekommt: Die eigene Führung des Volkswagen-Konzerns sieht das Unternehmen in Existenzgefahr. Sechs von neun befragten Spitzenmanagern hätten im Juni 2026 die Lage als bedrohlich eingestuft, die übrigen drei immerhin noch als angespannt. Wenn schon die eigenen Vorstände das Tafelsilber der deutschen Industrie für gefährdet halten – wie schlecht muss es dann tatsächlich um den Wolfsburger Riesen bestellt sein?

Wenn die Chefetage selbst Alarm schlägt

An der internen Befragung sollen die acht Konzernvorstände sowie der designierte Porsche-Chef Michael Leiters teilgenommen haben. Auch Mitglieder des Aufsichtsrats hätten ihre Einschätzung abgegeben. Das Ergebnis floss offenbar in ein Strategiepapier ein, das Konzernchef Oliver Blume Ende April vorgelegt habe. Bemerkenswert: Alle neun Befragten hielten einen grundlegenden Umbau für unausweichlich. Besonders die Konzepte für China und Nordamerika seien gnadenlos durchgefallen.

Es gehe dabei nicht um eine akute Zahlungsunfähigkeit, sondern um etwas womöglich Gefährlicheres: einen schleichenden, strukturellen Bedeutungsverlust. Ein langsames Ausbluten, während die Welt sich weiterdreht.

Milliardenumsätze, doch der Gewinn schmilzt dahin

Die nackten Zahlen sind ernüchternd. Volkswagen erzielte 2025 einen Umsatz von knapp 322 Milliarden Euro – eine schwindelerregende Summe. Doch das operative Ergebnis brach um sage und schreibe 53,5 Prozent ein, auf nur noch rund 8,9 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite stürzte von 5,9 auf magere 2,8 Prozent ab. Im Klartext: Vom kolossalen Umsatz bleibt am Ende kaum noch etwas hängen.

Ein Konzern, der hunderte Milliarden umsetzt, aber kaum noch Geld verdient, gleicht einem Tanker, dessen Maschinen auf Sparflamme laufen, während der Sturm bereits am Horizont tobt.

Immerhin: Die Finanzreserven sind beachtlich. Der Netto-Cashflow der Autosparte stieg 2025 auf 6,4 Milliarden Euro, die Nettoliquidität lag zum Jahresende bei rund 34,5 Milliarden Euro. Doch dieses Polster sichert lediglich Investitionen – es heilt nicht die kranke Ertragslage.

China, Zölle und der Fluch der eigenen Größe

Über Jahrzehnte war China die sprudelnde Goldquelle des Konzerns. Doch der Goldrausch ist vorbei. Heimische Hersteller wie BYD und Geely überrollen den Markt mit günstigeren Elektroautos und atemberaubend kurzen Entwicklungszeiten. Während VW noch plant, haben die chinesischen Wettbewerber längst geliefert.

Hinzu kommen die handfesten Folgen der neuen Weltordnung: Die US-Zölle der Trump-Administration verteuern europäische Importe massiv. Und in Europa selbst drücken gewaltige Überkapazitäten auf die Bilanz. Die Konsequenz ist bitter – bis 2030 sollen rund 50.000 Stellen in Deutschland gestrichen werden. 663.000 Beschäftigte, unzählige Zulieferer und Aktionäre hängen an diesem wankenden Koloss.

Das Erfolgsmodell von gestern trägt nicht mehr

Jahrzehntelang funktionierte die Rechnung simpel: in Deutschland in gewaltigen Stückzahlen produzieren, weltweit verkaufen. Doch dieses Exportmodell knirscht an allen Ecken. China setzt auf seine eigenen Hersteller, Handelsbarrieren verteuern den Marktzugang andernorts. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen: Das deutsche Industriemodell gerät ins Wanken – und die Politik hat über Jahre tatenlos zugesehen, statt den Standort Deutschland mit bezahlbarer Energie und vernünftigen Rahmenbedingungen zu stärken.

Eine Lehre, die weit über Wolfsburg hinausreicht

Was sich bei Volkswagen abspielt, ist mehr als die Krise eines einzelnen Unternehmens. Es ist ein Menetekel für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland. Wenn selbst der einstige Stolz der hiesigen Ingenieurskunst um sein Überleben ringt, sollte das jeden Anleger nachdenklich stimmen. Wer sein Vermögen ausschließlich an die Schicksale börsennotierter Industriekonzerne knüpft, lebt gefährlich – denn Aktienkurse können fallen, Margen einbrechen und ganze Geschäftsmodelle erodieren.

Gerade in solch unsicheren Zeiten zeigt sich der Wert krisenfester Sachwerte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber kennen keine Quartalszahlen, keine China-Schwäche und keine drohenden Werksschließungen. Sie haben über Jahrtausende ihren Wert bewahrt – unabhängig davon, ob Konzerne florieren oder straucheln. Als solide Beimischung eines breit gestreuten Vermögens bieten sie genau jene Stabilität, die ein einzelnes Industrieunternehmen niemals garantieren kann.

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion sowie den uns vorliegenden Quellen. Sie ersetzen keine individuelle Beratung. Jeder Anleger ist selbst verpflichtet, ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Investitionsentscheidungen eigenständig. Investitionen in Aktien, Fonds, ETFs, Edelmetalle oder andere Anlageklassen sind stets mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

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