
Während Europa auf Kernkraft setzt, steht Deutschland im energiepolitischen Abseits
Die Niederlande machen Ernst. Während in Deutschland noch immer ideologische Grabenkämpfe um die Energiepolitik toben und die letzten Kernkraftwerke längst vom Netz genommen wurden, gründet unser Nachbarland eine eigene staatliche Gesellschaft für den Bau neuer Atomreaktoren. Der Name: Nucleaire Energie Organisatie Nederland, kurz NEO NL. Was für ein Kontrast zum deutschen Sonderweg.
Zwei Großreaktoren als Fundament einer neuen Energiepolitik
Am 10. März hat der niederländische Senatsausschuss für Wirtschaftsangelegenheiten sowie Klimaschutz die letzten formalen Hürden für die Gründung von NEO NL aus dem Weg geräumt. Die Gesellschaft, die im Eigentum des Ministeriums für Wirtschaft und Klima steht, soll zunächst zwei Reaktoren der modernsten Generation III+ mit einer Leistung von jeweils 1.000 Megawatt errichten. Ab Mitte der 2030er-Jahre könnten diese Anlagen rund zwei Millionen Haushalte mit Strom versorgen – zuverlässig, grundlastfähig und CO₂-frei.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Während Deutschland mit Windrädern und Solarpanelen gegen die physikalischen Gesetze der Dunkelflaute ankämpft, bauen die pragmatischen Niederländer Kraftwerke, die 60 Jahre lang Strom liefern sollen. Bereits rund 100 Mitarbeiter arbeiten bei NEO NL, dessen Gründungssatzung im Oktober 2025 hinterlegt wurde. Die Gesellschaft übernimmt die gesamte Projektkette – von der Standortvorbereitung über die Auswahl der Bauunternehmen bis hin zum späteren Betrieb der Anlagen.
Langfristige Vision: Bis zu vier Reaktoren und modulare Kleinreaktoren
Doch damit nicht genug. Der Koalitionsvertrag der niederländischen Mitte-Regierung unter Premierminister Rob Jetten sieht langfristig sogar bis zu vier neue Kernkraftwerke vor. Zusätzlich sollen sogenannte Small Modular Reactors (SMR) zum Einsatz kommen – kompakte, modular vorgefertigte Reaktoren mit einer Leistung von bis zu 300 Megawatt, die flexibel skalierbar sind. Eine Technologie, die weltweit als Zukunft der Kernenergie gilt.
Das erklärte Ziel der Niederlande ist ambitioniert und zugleich realistisch: eine vollständig CO₂-neutrale Stromerzeugung bis spätestens 2040. Klimaneutral wirtschaften will das Königreich bis 2050. Für die Anfangsphase erhält NEO NL eine staatliche Kapitaleinlage von etwa 45 Millionen Euro, ergänzt durch weitere beantragte Staatshilfen von rund 220 Millionen Euro. Insgesamt planen die Niederlande einen höheren dreistelligen Millionenbetrag für Entwicklung, Forschung und Vorbereitung im Bereich der Kernenergie ein.
Borssele als Favorit für den ersten Standort
Nach dem Sommer 2026 soll ein vorläufiger Standort für die ersten beiden Reaktoren feststehen. Als Favorit gilt Borssele in der Provinz Zeeland, wo bereits ein Druckwasserreaktor steht, dessen Laufzeit verlängert wurde. Weitere Optionen seien Eemshaven in Groningen, das Umland von Rotterdam oder andere Teile Zeelands. Die ehemalige Klimaministerin Sophie Hermans, die mittlerweile ins Gesundheitsressort gewechselt sei, begrüßte die Gründung von NEO NL als wichtigen Schritt zu einer „stabilen und zukunftsfähigen Energieversorgung", die das Land weniger abhängig vom Ausland mache.
Europa kehrt zur Vernunft zurück – nur Deutschland nicht
Die niederländische Entscheidung fügt sich nahtlos in einen gesamteuropäischen Trend ein. Selbst EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen – einst nicht gerade als glühende Atomkraft-Befürworterin bekannt – bezeichnete das Abrücken vieler EU-Staaten von der Kernkraft als „strategischen Fehler". Dieser habe Europa abhängiger von fossilen Energien aus dem Ausland gemacht und die Wettbewerbsfähigkeit geschwächt. Nun wolle man an der „weltweiten Renaissance" der Kernkraft teilnehmen.
Frankreich, Polen, Tschechien, Finnland, die Niederlande – die Liste der europäischen Länder, die auf Kernenergie setzen oder zurückkehren, wird immer länger. Und Deutschland? Deutschland hat im April 2023 seine letzten drei Kernkraftwerke abgeschaltet, auf Betreiben einer grünen Ideologie, die Versorgungssicherheit und bezahlbare Energie dem Zeitgeist opferte. Die Quittung kommt in Form explodierender Strompreise, die deutsche Unternehmen in die Flucht treiben und den Industriestandort Deutschland systematisch aushöhlen.
Man fragt sich unweigerlich: Wie lange kann sich die größte Volkswirtschaft Europas diesen energiepolitischen Irrweg noch leisten? Während unsere Nachbarn in die Zukunft investieren, diskutiert Deutschland über Windkraftabstände und Bürgergeld. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur aufgelegt, doch von einer Rückkehr zur Kernkraft ist keine Rede. Stattdessen werden Generationen mit Schulden belastet, die durch Steuern und Abgaben finanziert werden müssen – für eine Energiewende, deren Scheitern sich mit jedem Quartalsbericht der deutschen Industrie deutlicher abzeichnet.
Die Niederlande zeigen, wie eine pragmatische, ideologiefreie Energiepolitik aussehen kann. Deutschland sollte genau hinschauen – bevor es endgültig zu spät ist.
Die Kernkraft-Renaissance in Europa ist kein Zufall. Sie ist die logische Antwort auf eine Welt, in der Energiesicherheit wieder zum geopolitischen Machtfaktor geworden ist. Wer in Zeiten eskalierender Konflikte – vom Ukraine-Krieg bis zur Krise in der Straße von Hormus – seine Energieversorgung auf Wind und Sonne allein stützt, handelt nicht mutig, sondern fahrlässig. Die Niederländer haben das verstanden. Die Frage ist, wann Deutschland aufwacht.

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