280.000
Kunden
Sicherer
Versand
27.10.2026
06:42 Uhr
KI-generiert

Wärmepumpen-Desaster an der Ostsee: Stadtwerken droht Millionen-Klage!

In der Ferienanlage „Reetdorf“ in Nieby an der Geltinger Bucht fallen seit Jahren die Heizungen aus. Betreiber Norbert Essing verlangt deshalb Schadenersatz von den Stadtwerken SH aus Schleswig. Es geht um Mietausfälle von über 300.000 Euro und um mögliche Austauschkosten von gut 1,5 Millionen Euro. Medienberichten zufolge könnten außerdem mehr als 400 weitere Wärmepumpen betroffen sein.

49 Heizungen, ein einziger Ärger

Ab 2018 ließ Essing in seiner Feriensiedlung 49 Heizungsanlagen einbauen. Laut den Berichten traten schon kurz nach der Inbetriebnahme die ersten Störungen auf. Acht Geräte hat der Betreiber inzwischen auf eigene Rechnung ersetzt, zwei weitere tauschten die Stadtwerke aus.

Essing geht davon aus, dass am Ende alle Originalgeräte raus müssen. Er rechnet für 47 Anlagen mit jeweils rund 33.000 Euro, zusammen also etwa 1,55 Millionen Euro. Ganz passt diese Zahl nicht zu den zehn bereits getauschten Geräten. Teuer wird es trotzdem. Mehrere Ferienhäuser musste er zeitweise aus der Vermietung nehmen. Und wer bucht schon gern einen Urlaub im kalten Reethaus?

Der stille Feind im Heizungswasser

Ein Gutachter, den der Betreiber beauftragt hat, sieht die Ursache in ungeeigneten Schläuchen. Durch deren Material soll Sauerstoff ins Heizungswasser gelangt sein. Die Folge wäre Korrosion: Metallteile rosten von innen und geben vor der Zeit auf.

Technisch ist das nachvollziehbar. Die Richtlinie VDI 2035 befasst sich genau damit, wie man Korrosion in Warmwasserheizungen verhindert. Ständig eindringender Sauerstoff gilt dabei als besonders gefährlich. Auch ein hochwertiges Gerät kann so durch falsches Material oder eine fehlerhafte Installation zerstört werden. Gerichtlich bestätigt ist diese Erklärung bisher aber nicht.

Wer ist schuld?

Die Stadtwerke geben Probleme mit der Qualität des Heizungswassers zu. Wer dafür verantwortlich ist, sei nach ihrer Darstellung aber noch nicht geklärt. Neben dem Hersteller kommen auch Planer und Installationsbetriebe infrage. Die Stadtwerke verweisen auf ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren, das schon seit mehr als zwei Jahren läuft. Einen angebotenen Vergleich hätten sie deshalb abgelehnt. Essing beklagt, er werde schlecht betreut. Das Unternehmen betont dagegen, es stehe regelmäßig mit ihm in Kontakt.

Schaden im zweistelligen Millionenbereich?

Die Stadtwerke haben die Zahl von über 400 möglicherweise betroffenen Anlagen nicht bestätigt. Sie kündigten aber an, den Zustand der verbauten Anlagen zu prüfen. Essing hält einen Gesamtschaden im zweistelligen Millionenbereich für denkbar. Unabhängig belegt ist diese Schätzung nicht.

Bereits 2024 bildeten die Stadtwerke nach eigenen Angaben eine Rückstellung für den Schadensfall. Wie hoch sie ist, wurde nicht veröffentlicht. Eine kommunale Vorlage nennt für die Schleswiger Stadtwerke GmbH einen Jahresüberschuss von rund 7,07 Millionen Euro für 2024. Diese Gesellschaft ist aber nicht dasselbe wie die Stadtwerke SH GmbH & Co. KG. Am Ende kommt es darauf an, wer haftet und welche Ansprüche gegen Dritte bestehen.

Die Wärmewende hat ihre Tücken

Das Heizkonzept im Reetdorf ist aufwendig. Leitungen im Boden nehmen Erdwärme auf, Wärmepumpen in den Häusern erzeugen daraus Heizwärme und Warmwasser. Dazu kommen Pelletheizungen als Reserve und eine Photovoltaikanlage für den Strom. Im Sommer kann das System die Häuser sogar kühlen. Fallen die Wärmepumpen als Herzstück aus, steht das ganze Konzept still.

Der Fall zeigt, was in der politischen Debatte oft untergeht. Eine Wärmepumpe ist nur so gut wie ihre Installation. Schon falsche Schläuche reichen, und Hausbesitzer oder Vermieter haben ein teures Problem. Wenn die Politik ganze Heizungsgenerationen austauschen will, muss sie auch erklären, wer bei Pfusch bezahlt. Bisher trägt dieses Risiko zu oft der Bürger, der investiert hat.

Bis das Beweissicherungsverfahren abgeschlossen ist, bleibt offen, wer haftet und wie hoch der Schaden wirklich ist.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Er gibt unsere eigene Meinung und die uns vorliegenden Informationen wieder.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“