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29.10.2026
06:28 Uhr
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Warsh-Hammer in Jackson Hole: Goldpreis stĂŒrzt um fast drei Prozent!

Ein paar SĂ€tze aus Wyoming genĂŒgten, und am Goldmarkt brach die Rally ein. Am Freitag sagte US-Notenbankchef Kevin Warsh beim Notenbanktreffen in Jackson Hole, die Federal Reserve habe beim Kampf gegen die Inflation noch „Arbeit zu erledigen“. Danach fiel der Goldpreis im Spothandel um 2,75 Prozent auf 4.474,45 US-Dollar je Feinunze.

Gold-Futures zur Lieferung im Dezember gaben sogar 3 Prozent auf 4.524,10 Dollar nach. Silber erwischte es Berichten zufolge noch hÀrter, mit einem Minus von fast 4 Prozent.

Vom Drei-Monats-Hoch in den freien Fall

Der RĂŒckschlag kommt nach einer starken Woche. Erst am Dienstag hatte Gold mit 4.696,18 Dollar den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten erreicht. Auslöser der Rally war eine ĂŒberraschende AnkĂŒndigung des US-Finanzministeriums.

Wie mehrere Medien berichteten, will Washington die RĂŒckkĂ€ufe von Staatsanleihen mit Laufzeiten von zehn bis 30 Jahren mindestens verdoppeln. Zuvor waren die Renditen langlaufender US-Papiere auf den höchsten Stand seit rund 19 Jahren gestiegen. FĂŒr Goldanleger war das ein klares Signal: Wenn ein Staat seine eigenen Anleihen stĂŒtzen muss, steht es um das Vertrauen in die Schuldenpapiere offenbar schlechter als gedacht.

Was hat Warsh genau gesagt?

Laut den Berichten erklĂ€rte Warsh, die Fed werde „Arbeit zu erledigen“ haben, falls die Notenbanker nicht darauf vertrauen könnten, dass die zugrunde liegende Teuerung zum Ziel von 2 Prozent zurĂŒckkehrt. NĂ€her hat der Fed-Chef bislang nicht angedeutet, dass auch Zinserhöhungen nötig werden könnten.

Die MĂ€rkte reagierten sofort. Nach Daten des CME-FedWatch-Tools stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 36 auf 56 Prozent. FĂŒr Dezember sehen HĂ€ndler einen Zinsschritt nach oben inzwischen zu 80 Prozent als ausgemacht an. Der Dollar kletterte auf den höchsten Stand seit ĂŒber einer Woche, damit wird Gold fĂŒr KĂ€ufer außerhalb des Dollarraums teurer.

Lautes Bellen, kurzer Stock?

Der unabhĂ€ngige Analyst Tai Wong sagte, Gold werde hart abgestraft, weil Warsh bestĂ€tige, dass sich die Inflation nicht nennenswert abschwĂ€che. Es könne zwar erneut nach dem Motto „laut reden und einen kurzen Stock tragen“ laufen. Der Markt werde die September-Sitzung nun aber als MĂŒnzwurf einpreisen. Anders gesagt: Ob Warsh seinen Worten auch Taten folgen lĂ€sst, ist offen.

Warum Zinsen dem Gold zusetzen

Der Zusammenhang ist bekannt. Gold wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. Steigen die Renditen von Anleihen und Tagesgeld, kostet das Halten des Edelmetalls mehr, und kurzfristig orientierte Spekulanten verkaufen. Genau das war am Freitag zu beobachten.

Ein Blick zurĂŒck zeigt allerdings, wie wenig solche Tagesbewegungen ĂŒber den langfristigen Wert aussagen. Seit Jahren hat sich Gold gegen steigende Zinsen, einen starken Dollar und viele schlechte Prognosen behauptet. Bei Kursen von fast 4.500 Dollar ist der RĂŒckgang vom Freitag kaum mehr als eine Delle. Es ist keine Trendwende.

Die eigentliche Frage bleibt ungelöst

Der Ausverkauf verdeckt das Grundproblem. Die USA kĂ€mpfen mit hartnĂ€ckiger Inflation, langfristige Renditen nahe Rekordniveau zwingen das Finanzministerium zum Eingreifen, und die Notenbank denkt ĂŒber höhere Zinsen nach. Die Staatsverschuldung steigt in den USA ebenso wie in Deutschland, wo Berlin mit dem milliardenschweren Sondervermögen neue Lasten fĂŒr kĂŒnftige Generationen schafft. Wer so viel Schulden macht, kann sich hohe Zinsen auf Dauer kaum leisten.

FĂŒr langfristig denkende Sparer bedeuten solche RĂŒcksetzer deshalb weniger Gefahr als Gelegenheit. Physisches Gold und Silber gehören nicht in den Handelsplan von Zockern. Sie eignen sich als ruhige ErgĂ€nzung in einem breit gestreuten Vermögen, als Absicherung gegen eine Geldpolitik, die erkennbar unter Druck steht.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich. Edelmetallpreise können schwanken.

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