
Washington setzt Kiew und Moskau unter massiven Zeitdruck: Frieden bis zum Sommer oder Konsequenzen?

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben offenbar genug vom endlosen Blutvergießen in Osteuropa. Präsident Selenskyj verkündete bei einer Pressekonferenz am Freitagabend, dass Washington beide Kriegsparteien mit Nachdruck dazu dränge, den Konflikt noch vor Beginn des Sommers zu beenden. Die Botschaft aus dem Weißen Haus könnte kaum deutlicher sein: Bis Juni will man Ergebnisse sehen – und zwar handfeste.
Trumps Diplomatie zeigt Zähne
Nach den ergebnislosen trilateralen Gesprächen in Abu Dhabi, die von amerikanischer Seite vermittelt wurden, scheint die Geduld der Trump-Administration erschöpft. Der ukrainische Präsident zitierte die amerikanische Position unmissverständlich: „Die Amerikaner schlagen vor, dass die Parteien den Krieg bis Anfang dieses Sommers beenden, und sie werden die Parteien wahrscheinlich genau nach diesem Zeitplan unter Druck setzen." Eine bemerkenswerte Kehrtwende gegenüber der bisherigen westlichen Strategie des unbegrenzten Durchhaltens.
Die nächste Verhandlungsrunde soll bezeichnenderweise auf amerikanischem Boden stattfinden – in Miami. Selenskyj bestätigte die ukrainische Teilnahme, doch der Ton seiner Äußerungen lässt erahnen, dass Kiew sich in einer zunehmend unbequemen Position wiederfindet. Die Zeiten, in denen die Ukraine bedingungslose westliche Unterstützung genoss, scheinen sich dem Ende zu neigen.
Sicherheitsgarantien und Wiederaufbau auf dem Verhandlungstisch
Die ukrainische Seite präsentierte einen umfassenden Ablaufplan, der neben Sicherheitsgarantien auch einen sogenannten „Wohlstandsplan" für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes umfasst. Washington forderte zudem beide Seiten auf, einem neuen Waffenstillstand zuzustimmen, der explizit Angriffe auf die Energieinfrastruktur beider Länder einschließen würde.
Die Ukraine zeigte sich bereit, ihre Angriffe auf russische Öl- und Gasanlagen sowie auf die sogenannte Schattenflotte im Schwarzen Meer und Mittelmeer einzustellen. Russland hingegen ließ die Waffen sprechen: Am Samstag feuerte die russische Armee nach ukrainischen Angaben über 400 Drohnen und 40 Raketen auf ukrainisches Territorium ab. Das Hauptziel war einmal mehr das ohnehin schwer angeschlagene Stromnetz des Landes.
Das mysteriöse „Dmitrijew-Paket"
Besonders brisant erscheinen Selenskyjs Enthüllungen über bilaterale Gespräche zwischen Washington und Moskau. Der ukrainische Geheimdienst informierte den Präsidenten offenbar über Verhandlungen zwischen dem russischen Sondergesandten Kirill Dmitriev und der amerikanischen Delegation. Im Raum steht ein Entwicklungs- und Kooperationsabkommen im Wert von bis zu zwölf Milliarden US-Dollar.
Selenskyj äußerte sich besorgt, dass diese Gespräche Vereinbarungen „über die Ukraine" enthalten könnten, die für Kiew schlichtweg inakzeptabel wären. Die Vorstellung, dass über das Schicksal seines Landes ohne seine Beteiligung entschieden werden könnte, treibt den ukrainischen Präsidenten sichtlich um.
Vertrauen bleibt Mangelware
Trotz aller diplomatischen Bemühungen bleibt das fundamentale Problem bestehen: Es gibt kein Vertrauen zwischen den Kriegsparteien. „Wir können ihnen nicht trauen, und sie können uns nicht trauen", brachte Selenskyj die Situation auf den Punkt. Eine nüchterne Einschätzung, die wenig Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden weckt.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob der amerikanische Druck ausreicht, um beide Seiten an den Verhandlungstisch zu zwingen. Eines steht jedoch fest: Die Trump-Administration verfolgt einen deutlich pragmatischeren Kurs als ihre Vorgänger. Ob dies dem ukrainischen Volk letztlich zum Vorteil gereicht oder ob Kiew zu schmerzhaften Zugeständnissen gezwungen wird, bleibt abzuwarten. Die Uhr tickt – und Washington hat das Tempo vorgegeben.

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