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15.01.2026
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Weimers Treuhand-Trick: Wenn der Bock zum Gärtner wird

Weimers Treuhand-Trick: Wenn der Bock zum Gärtner wird

Die Affäre um Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nimmt immer groteskere Züge an. Was als elegante Lösung eines Interessenkonflikts verkauft werden sollte, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als durchsichtiges Manöver, das selbst wohlwollende Beobachter nur noch mit dem Kopf schütteln lässt.

Der Treuhänder aus dem eigenen Stall

Weimer hatte im November vollmundig angekündigt, seine Anteile an der Weimer Media Group abzugeben, um – so seine eigenen Worte – „jeglichen Anschein eines Interessenkonflikts zu vermeiden". Ein hehres Ziel, möchte man meinen. Doch die Umsetzung spottet jeder Beschreibung. Denn wer wurde als Treuhänder auserkoren? Kein unabhängiger Dritter, kein neutraler Wirtschaftsprüfer, sondern ausgerechnet Peter Michael Kersting – der General Manager eben jener Weimer Media Group, die den Minister in Erklärungsnot gebracht hatte.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der Mann, der seit Jahren die operativen Geschäfte des Unternehmens leitet und dessen Name prominent im Impressum des umstrittenen Ludwig-Erhard-Gipfels prangte, soll nun als unabhängiger Treuhänder fungieren. Die Geschäftsführung des Unternehmens liegt derweil weiterhin in den Händen von Weimers Ehefrau. Eine echte Trennung von Amt und Geschäft sieht wahrlich anders aus.

Kritiker sprechen von „Augenwischerei"

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Timo Lange von Lobbycontrol findet deutliche Worte und spricht von blanker „Augenwischerei". Seine Begründung ist so einleuchtend wie vernichtend: Der Treuhänder sei wirtschaftlich von der WMG abhängig und unterliege den Weisungen einer Geschäftsführung, die von der Ehefrau des Ministers geleitet werde. Von echter Distanz könne unter diesen Umständen keine Rede sein.

Selbst aus den Reihen der SPD, die bekanntlich als Juniorpartner in der Großen Koalition sitzt, kommt verhaltene Kritik. Der Wirtschaftspolitiker Sebastian Roloff räumt zwar ein, dass Treuhandlösungen grundsätzlich üblich seien, betont jedoch, diese müssten auch nach außen zweifelsfrei unabhängig erscheinen. Eine Plausibilität, die Weimer bislang schuldig geblieben ist.

Die Vorgeschichte: Zugang zu Politikern gegen Bares?

Der Hintergrund der Affäre ist brisant genug. Die Weimer Media Group soll auf dem von ihr ausgerichteten Ludwig-Erhard-Gipfel gegen Gebühren Zugang zu Spitzenpolitikern in Aussicht gestellt haben. Ein Geschäftsmodell, das den Ruch der käuflichen Politik verströmt und das Weimer zwar zurückwies, das ihm aber seither wie ein Mühlstein am Hals hängt.

Die politischen Konsequenzen sind bereits spürbar. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kündigte an, die Unterstützung für den Ludwig-Erhard-Gipfel zu beenden. Er begründete den Schritt mit einer „Grauzone" und dem Wunsch, „kein Geschmäckle entstehen zu lassen". Auch andere Minister sagten ihre Teilnahme ab – ein deutliches Signal, dass selbst innerhalb der Union die Geduld mit dem Kulturstaatsminister schwindet.

Merz' Personalentscheidung unter Beschuss

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Weimer im Mai 2025 berufen, um einen bewussten Kontrapunkt zur grünen Amtsvorgängerin Claudia Roth zu setzen. Ein Kulturstaatsminister mit wirtschaftsliberalem Profil sollte frischen Wind in das Amt bringen. Doch statt kulturpolitischer Akzente dominieren nun Fragen nach Interessenkonflikten und mangelnder Transparenz die Schlagzeilen.

Einzig der Augsburger Rechtsprofessor Michael Kubiciel springt Weimer bei. Unter Compliance-Gesichtspunkten sei entscheidend, dass der Minister nicht ins Tagesgeschäft eingreife – was bereits durch das Ministergesetz untersagt sei. Ein schwacher Trost für einen Minister, dessen Glaubwürdigkeit mit jeder neuen Enthüllung weiter erodiert.

Die Frage, die sich stellt, ist nicht nur eine juristische, sondern vor allem eine moralische: Kann ein Minister glaubwürdig für Kultur und Medien eintreten, wenn sein eigenes Geschäftsgebaren derart viele Fragen aufwirft?

Die Causa Weimer ist symptomatisch für ein tieferliegendes Problem der deutschen Politik. Während von den Bürgern Transparenz und Rechtstreue eingefordert werden, scheinen für manche Amtsträger andere Maßstäbe zu gelten. Die Treuhandlösung, die Weimer präsentiert hat, ist bestenfalls ein Feigenblatt – und schlimmstenfalls ein Beleg dafür, dass der Minister seine Kritiker für dumm verkaufen möchte.

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