
Wenn der Fußball-Zampano die Weltbühne betritt: Trump will Infantino als UN-Chef
Es gibt Nachrichten, die klingen zunächst wie ein Aprilscherz – und entpuppen sich dann doch als bittere Realität der modernen Weltpolitik. US-Präsident Donald Trump soll allen Ernstes den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino als nächsten Generalsekretär der Vereinten Nationen ins Spiel gebracht haben. Der Mann, der bislang vor allem für aufgeblähte Fußball-Turniere und millionenschwere Sponsorendeals bekannt ist, soll künftig also die Geschicke der Weltgemeinschaft lenken. Man reibt sich verwundert die Augen.
Ein Fußballfunktionär als oberster Diplomat der Welt?
Wie die amerikanische Presse berichtet, plane Trump, Infantino als Nachfolger des amtierenden UN-Generalsekretärs António Guterres vorzuschlagen, dessen Amtszeit noch in diesem Jahr auslaufe. Die Begründung des US-Präsidenten lässt tief blicken: Infantino werde angeblich "überall auf der Welt respektiert" und besitze die "besondere Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen". Nun mag man darüber streiten, ob ein Mann, der die Weltmeisterschaft an autoritäre Regime verscherbelt, wirklich das leuchtende Beispiel für Völkerverständigung sein sollte.
Trump hatte die Vereinten Nationen in der Vergangenheit wiederholt als schwach und ineffizient gegeißelt – und da liegt er, sofern man ehrlich bleibt, gar nicht so falsch. Der schwerfällige Apparat in New York glänzt seit Jahren vor allem durch endlose Resolutionen, folgenlose Appelle und einen bemerkenswerten Hang zur Selbstbeschäftigung. Ob ausgerechnet ein Fußballfunktionär diesen Koloss reformieren könnte, darf jedoch bezweifelt werden.
Warum aus dem Wechsel wohl nichts wird
Doch bevor sich Diplomaten weltweit auf einen Generalsekretär mit Trillerpfeife einstellen müssen, sei Entwarnung gegeben: Eine solche Ernennung gilt als äußerst unwahrscheinlich. Denn Infantino selbst habe, so ist zu vernehmen, ganz andere Pläne. Der 56-Jährige strebe eine weitere Amtszeit an der Spitze des Fußball-Weltverbands an und habe bereits während der jüngsten Weltmeisterschaft fleißig Unterstützung für seine erneute Kandidatur eingesammelt.
Mehr als 200 der 211 nationalen Verbände sollen hinter ihm stehen – eine Machtfülle, von der so mancher gewählte Politiker nur träumen kann.
Hinzu kommt ein pikantes Detail: Die Charta der Vereinten Nationen schreibt vor, dass der Generalsekretär keiner weiteren bezahlten Tätigkeit nachgehen dürfe. Infantino müsste seinen lukrativen Posten bei der FIFA also aufgeben. Und Hand aufs Herz – wer tauscht schon freiwillig einen der bestbezahlten und einflussreichsten Sportthrone der Welt gegen den zermürbenden Verwaltungsapparat am East River?
Das eigentliche Problem sitzt tiefer
Die eigentliche Pointe dieser Episode liegt woanders. Sie offenbart nämlich, in welch bedenklichem Zustand sich die internationalen Institutionen befinden, wenn ein Fußballfunktionär überhaupt als ernsthafter Kandidat gehandelt werden kann. Wenn Spitzenposten der Weltpolitik zunehmend wie Trophäen unter Freunden verteilt werden, dann stimmt etwas grundlegend nicht mehr im Getriebe der Macht. Der Bürger, der solches Postengeschacher beobachtet, verliert zurecht das Vertrauen in Institutionen, die vorgeben, im Namen aller zu handeln.
In einer Welt, in der politische Ämter offenbar zunehmend nach persönlicher Sympathie und medialer Strahlkraft vergeben werden, während gleichzeitig Kriege toben, Inflationsraten steigen und ganze Volkswirtschaften ins Wanken geraten, tut jeder Anleger gut daran, sich auf krisenfeste Werte zu besinnen. Physisches Gold und Silber kennen keine Amtszeiten, keine Wahlkämpfe und kein Postengeschacher – sie behalten ihren Wert, unabhängig davon, wer gerade auf welchem Thron sitzt. Gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in politische Institutionen erodiert, bleibt die Beimischung physischer Edelmetalle ein bewährter Anker in einem klug gestreuten Vermögen.

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