
Wenn der Nationalfeiertag zur Migrationspropaganda verkommt: Irlands Präsidentin instrumentalisiert St. Patrick's Day
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Nationalfeiertag, der seit Jahrhunderten der irischen Identität, dem Christentum und der keltischen Kultur gewidmet ist, wird von der eigenen Staatspräsidentin kurzerhand zum Fest der „Widerstandsfähigkeit und des Mutes von Migranten" umgedeutet. Was Catherine Connolly, seit November 2025 irische Präsidentin, in ihrer ersten offiziellen St.-Patrick's-Day-Botschaft von sich gab, dürfte vielen Iren die Festtagslaune gründlich verdorben haben.
Ein Heiliger als Kronzeuge für offene Grenzen
Der Heilige Patrick, geboren im römischen Britannien, wurde als junger Mann von Piraten nach Irland verschleppt und dort als Sklave gehalten. Er befreite sich, kehrte später freiwillig zurück und brachte den Iren das Christentum. Eine Geschichte von Glauben, Standhaftigkeit und göttlicher Berufung – so sah man es jedenfalls über anderthalb Jahrtausende lang. Doch für Connolly ist diese Lebensgeschichte offenbar vor allem eines: ein Argument für grenzenlose Gastfreundschaft gegenüber allen, die heute an Europas Türen klopfen.
„Patricks Lebensgeschichte erinnert uns an die Widerstandsfähigkeit und den Mut von Migranten sowie an die unschätzbaren Beiträge, die sie für die Länder, die sie heute als ihre Heimat bezeichnen, geleistet haben", ließ die Präsidentin verlauten. Man solle denjenigen mit „Freundlichkeit und Gastfreundschaft" begegnen, die wegen Krieg oder Verfolgung vertrieben worden seien. Klingt edel. Klingt humanitär. Klingt nach dem üblichen Textbaustein progressiver Politiker, die jeden historischen Bezug so lange verbiegen, bis er in ihre ideologische Schablone passt.
Verschleppung ist keine Migration
Dabei offenbart die Argumentation bei näherer Betrachtung eine geradezu groteske Geschichtsklitterung. Patrick wurde gewaltsam verschleppt – er war kein Migrant, der freiwillig seine Heimat verließ, um anderswo ein besseres Leben zu suchen. Er war ein Sklave. Seine spätere Rückkehr nach Irland war eine christliche Mission, kein Akt der Zuwanderung. Wer diese fundamentalen Unterschiede verwischt, betreibt keine Geschichtsdeutung, sondern ideologische Propaganda.
Besonders pikant wird es, wenn man bedenkt, was Connolly in ihrer Botschaft wohlweislich nicht erwähnte: Die Iren selbst haben über Jahrhunderte bittere Erfahrungen mit Eroberung und Fremdherrschaft gemacht. Die englische Kolonialherrschaft versuchte systematisch, die irische Sprache, Kultur und Identität auszulöschen. Hunderttausende Iren wurden während der Großen Hungersnot zur Emigration gezwungen – nicht weil sie „Weltbürger" sein wollten, sondern weil sie schlicht ums Überleben kämpften. Diese Geschichte der Unterdrückung und des Widerstands gegen kulturelle Auslöschung passt freilich nicht in das Narrativ einer Präsidentin, die ihre Landsleute zu „Weltbürgern" erklären möchte.
Iren als „Weltbürger" – eine Ohrfeige für die eigene Nation
Im Geiste des Heiligen Patrick sollten die Iren ihre „gemeinsame Verantwortung als Weltbürger" wahrnehmen, forderte Connolly. Man stehe „in Solidarität mit denen, die sich in prekären und gefährlichen Lebensumständen befinden". Der Begriff „Weltbürger" ist dabei kein harmloses Wort – er ist ein programmatischer Kampfbegriff, der nationale Identität und kulturelle Verwurzelung systematisch entwertet. Wer alle zu Weltbürgern erklärt, erklärt im selben Atemzug Nationalstaaten, Grenzen und gewachsene Gemeinschaften für obsolet.
Dass Connolly dabei auf Englisch sprach und nicht etwa auf Gälisch – der Sprache, deren Bewahrung einst ein zentrales Anliegen des irischen Unabhängigkeitskampfes war – entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Das antikoloniale Irland, auf das sie sich so gerne beruft, kämpfte einst erbittert um seine sprachliche und kulturelle Eigenständigkeit. Heute wird diese Eigenständigkeit von der eigenen Präsidentin auf dem Altar des Kosmopolitismus geopfert.
Seitenhiebe gegen Israel und die USA
Connolly nutzte ihre Festtagsbotschaft zudem für kaum verhüllte Kritik an Israel und den Vereinigten Staaten. Man dürfe die „Normalisierung des Krieges" nicht akzeptieren und müsse das Völkerrecht achten, wie es in der Charta der Vereinten Nationen verankert sei. Irland sei als „neutrales, unabhängiges Land" und als „postkoloniale Gesellschaft" in einer „einzigartigen Position", um eine „wertvolle Perspektive" auf die Herausforderungen der Welt zu bieten.
Das Timing dieser Äußerungen war dabei alles andere als zufällig: Kurz darauf reiste der irische Premierminister Micheál Martin zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump – ausgerechnet am St. Patrick's Day, an dem traditionell die irisch-amerikanischen Beziehungen gepflegt werden. Connollys Botschaft dürfte die diplomatische Atmosphäre kaum verbessert haben.
Ein europäisches Muster der Selbstverleugnung
Was in Irland geschieht, ist kein Einzelfall. Quer durch Europa instrumentalisieren progressive Politiker nationale Feiertage, historische Figuren und kulturelle Traditionen, um ihre migrationspolitische Agenda zu legitimieren. In Deutschland kennt man dieses Phänomen nur zu gut: Kaum ein Gedenktag, kaum ein historisches Jubiläum, das nicht von der politischen Klasse für moralische Belehrungen über Offenheit, Vielfalt und Willkommenskultur missbraucht wird.
Die irische Bevölkerung scheint von derlei Umdeutungen allerdings zunehmend wenig begeistert zu sein. In den vergangenen Jahren kam es in Irland wiederholt zu massiven Protesten gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in Kleinstädten und Dörfern. Die Stimmung auf der grünen Insel hat sich spürbar gewandelt – doch davon will eine Präsidentin, die lieber von „Weltbürgern" als von Iren spricht, offenkundig nichts wissen.
Bemerkenswert ist auch, dass ein Regierungssprecher bereits nach Connollys Äußerungen zum Internationalen Frauentag klarstellen musste, dass die Gestaltung der Außenpolitik Sache der Regierung sei und nicht des Staatsoberhauptes. Die Präsidentin, deren Amt in Irland weitgehend repräsentativer Natur ist, scheint sich an solche Zuständigkeiten jedoch wenig gebunden zu fühlen. Stattdessen nutzt sie jede Gelegenheit, um ihre persönliche politische Agenda zu verbreiten – selbst wenn dies bedeutet, einen der ältesten und beliebtesten Feiertage des Landes für ideologische Zwecke zu vereinnahmen.
Der Heilige Patrick vertrieb der Legende nach die Schlangen aus Irland. Ob er auch eine Antwort auf jene Politiker gehabt hätte, die die Identität seines Landes Stück für Stück demontieren, bleibt eine offene Frage. Sicher ist nur: Die Iren haben Besseres verdient als eine Präsidentin, die ihren Nationalfeiertag zur Bühne für migrationspolitische Sonntagsreden degradiert.
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