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08.06.2026
20:15 Uhr

Wenn der Staatsfunk zur WM reist: ARD inszeniert die USA als Feindesland

Wenn der Staatsfunk zur WM reist: ARD inszeniert die USA als Feindesland

Es ist ein Lehrstück darüber, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland mittlerweile arbeitet. Statt sich auf das zu konzentrieren, was Millionen Fußballfans interessiert – nämlich den Sport –, schickt die ARD ihren Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni quer durch die Vereinigten Staaten, um eine politische Abrechnung mit dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump zu drehen. Der Titel der Dokumentation „Spielfeld der Macht“ klingt schon nach Schlachtfeld. Und genau das war offenbar die Absicht.

FuĂźball? Nebensache. Trump-Bashing? Hauptprogramm.

Zur Einstimmung auf die Fußball-Weltmeisterschaft im Co-Gastgeberland USA hätte man eine Vorfreude weckende Reportage erwarten dürfen. Stattdessen bekommt der gebührenzahlende Zuschauer eine Sendung serviert, deren Botschaft schon im Vorfeld feststand: Diese WM stehe – ganz wie zuvor jene in Russland und Katar – unter „politisch schwierigen Vorzeichen“. Die Gleichsetzung der USA mit autoritären Regimen ist dabei kein Versehen, sondern offenkundig Programm.

Gemeinsam mit dem Sportjournalisten Philipp Awounou befragte Zamperoni zahlreiche Amerikaner. Doch wer genau hinhört, erkennt: Es ging nie wirklich um Fußball. Die Fragen kreisten stets um dieselbe Achse – wie schlimm Trump sei und ob man die Weltmeisterschaft nicht als Bühne gegen ihn instrumentalisieren solle.

Der Stiefschwiegervater als Kronzeuge

Besonders pikant: Als Zeuge der Anklage durfte ausgerechnet der „Stiefschwiegervater“ des Moderators auftreten, ein ehemaliger American-Football-Trainer. Dieser behauptete allen Ernstes, man lebe in den USA inzwischen in einem „Regime“, und Trump wolle das Land zurück in die 1950er Jahre der rassistischen Segregation führen. Kritische Nachfragen? Fehlanzeige. Zamperoni nickte. So funktioniert beim deutschen Staatsfunk wohl das, was man dort unter „Haltungsjournalismus“ versteht.

Man lebe mittlerweile in einem „Regime“, behauptete der Amerikaner – und der ARD-Journalist nickte, ohne ein einziges kritisches Wort zu erwidern.

Behauptungen ohne Belege

Anders verlief das Gespräch, als eine Influencerin sich offen für Trump aussprach. Hier setzte Zamperoni plötzlich zum verbalen Gegenangriff an. Er behauptete, manche Menschen kämen aus Angst vor der Einwanderungsbehörde ICE gar nicht erst zur WM in die USA – Belege blieb er schuldig. Die Influencerin konnte darüber nur lachen, doch der Moderator legte nach und unterstellte der Behörde, in der Menschen aller Hautfarben arbeiten, ein rassistisches Vorgehen.

Es sei daran erinnert: Die ICE geht in erster Linie gegen illegale Einwanderer vor. Dass ein durch Zwangsgebühren finanzierter deutscher Sender die konsequente Durchsetzung von Recht und Gesetz in einem souveränen Staat als Schreckensszenario zeichnet, sagt mehr über die ideologische Schlagseite des hiesigen Rundfunks aus als über die Realität jenseits des Atlantiks.

Der Balken im eigenen Auge

Die Ironie ist kaum zu überbieten. Während die ARD den Eindruck erwecken möchte, in den USA traue sich die Bevölkerung kaum noch vor die Tür, schweigt man in den eigenen Sendungen gern über die Zustände im eigenen Land. Über jene Bürger, die nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr unbeschwert durch deutsche Innenstädte gehen mögen. Über die Rekordkriminalität, über die Messerangriffe, die längst zum traurigen Alltag in unserer Heimat gehören. Diese Entwicklungen sind das Resultat einer jahrelangen politischen Fehlsteuerung – und ein wachsender Teil des deutschen Volkes ist nicht länger bereit, dies hinzunehmen.

„Die Welt zu Gast bei Feinden“

Ein in der Doku zitierter Politikwissenschaftler bemühte in Anspielung auf das Sommermärchen 2006 die düstere Variante: Statt „Die Welt zu Gast bei Freunden“ könne das diesjährige Motto „Die Welt zu Gast bei Feinden“ lauten. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine der ältesten Demokratien der Welt, ein Land, das Europa zweimal die Freiheit zurückgab, wird hier zum Feindesland erklärt – im Auftrag des deutschen Gebührenzahlers.

Immerhin: Fußballlegende Jürgen Klinsmann fand klare Worte und erinnerte daran, dass die Aufgabe einer Nationalmannschaft schlicht darin bestehe, erfolgreich Fußball zu spielen. Nicht mehr, nicht weniger. Eine Erkenntnis, die man eigentlich auch von einem Sender erwarten dürfte, der zur Sportberichterstattung verpflichtet ist – statt zur politischen Erziehung seiner Zuschauer.

Eine bemerkenswerte Selbstentlarvung

Dass Zamperoni überhaupt einreisen durfte, entlarvt die eigene Erzählung. Ein „Regime“, wie es die Doku zeichnet, ließe gewiss keine kritischen ausländischen Journalisten ins Land. Die Tatsache, dass er ungehindert filmen, fragen und urteilen konnte, spricht eher für die Offenheit jenes Amerikas, das die ARD so gern als Bedrohung inszeniert. Am Ende bleibt der Eindruck einer durchsichtigen Kampagne, bei der nicht der Fußball, sondern die politische Botschaft den Anstoß gibt.

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