
„Wir müssen schrumpfen“: Taz-Ökonomin will Europa ärmer machen

Weniger Wohlstand, weniger Fleisch, mehr Steuern: Die Wirtschaftsredakteurin der linken Wochenzeitung taz, Ulrike Herrmann, hat im Podcast „Thema des Tages“ der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ ihr Rezept für Europa präsentiert. Ihre Kernbotschaft laut dem Bericht über das Gespräch: Grünes Wachstum sei eine „Illusion“ – Europa müsse schrumpfen.
Moderator Schold Wilhelm befragte Herrmann demnach zur Lage des Kontinents zwischen US-Zöllen, russischer Aggression und chinesischem Konkurrenzdruck. Wer vom Untergang Europas spreche, so ihre Antwort, „belüge“ die eigenen Wähler.
Zwei Prozent auf große Vermögen – jedes Jahr
Konkret wird es beim Geld. Zur Finanzierung der Aufrüstung schlägt Herrmann dem Bericht zufolge eine Vermögensteuer von zwei Prozent für alle EU-Bürger mit mehr als 100 Millionen Euro Vermögen vor – nach dem Modell des französischen Ökonomen Gabriel Zucman.
Dieses Modell ist kein Randthema mehr. In Frankreich sprach sich die Nationalversammlung Medienberichten zufolge im Februar 2025 für eine solche „Taxe Zucman“ aus; seither spaltet der Vorschlag das Land. Auch im Kreis führender Industriestaaten wurde über eine globale Mindestbesteuerung sehr großer Vermögen diskutiert.
Die Befürworter argumentieren, zwei Prozent seien maßvoll, weil Milliardärsvermögen im Schnitt stärker wüchsen. Kritiker halten dagegen: Eine Substanzsteuer greift auch dann zu, wenn gar kein Gewinn anfällt – bei Betriebsvermögen, Fabriken, Maschinen. In Deutschland wird die Vermögensteuer seit 1997 nicht mehr erhoben, nachdem das Bundesverfassungsgericht 1995 die damalige Bewertungspraxis beanstandet hatte.
Migration, KI-Crash und ein „Mafiastaat“
Auch sonst spart Herrmann nicht mit steilen Thesen. Ohne Zuwanderung würde „alles zusammenbrechen“, wird sie zitiert; die Beschränkung auf qualifizierte Migranten sei „Quatsch“, man brauche Arbeitskräfte auf allen Qualifikationsstufen. Fragen nach Integrationsproblemen, Kosten der Sozialsysteme oder gesellschaftlichem Zusammenhalt kamen in dem Gespräch dem Bericht zufolge nicht vor.
Dazu die Prognose, die aktuelle KI-Welle großer Sprachmodelle sei „tot“ und werde binnen zwei Jahren krachen. Russland bezeichnet sie als „Mafiastaat“, Chinas Staatschef Xi Jinping als „tendenziell paranoid“. Die Unterstützung der Ukraine habe Europa kaum etwas gekostet – eine Einschätzung, die angesichts von Energiepreisschock und Inflationswelle zumindest diskussionswürdig erscheint.
Verzicht als Programm – wer zahlt die Rechnung?
Herrmann ist mit dieser Linie nicht neu: Ihr Buch „Das Ende des Kapitalismus“ wirbt seit 2022 für „grünes Schrumpfen“ statt grünes Wachstum. Als zentrale Klimamaßnahme nennt sie im Podcast ausgerechnet deutlich weniger Fleischkonsum.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart genau das die Schieflage der Debatte: Während deutsche Industriebetriebe unter Energiepreisen, Bürokratie und Abgabenlast ächzen, wird Verzicht zum politischen Programm erklärt. Schrumpfen heißt am Ende: weniger Löhne, weniger Investitionen, weniger Rente.
Wer glaubt, Umverteilung ersetze Produktivität, dürfte sich täuschen. Und wer sein Vermögen vor immer neuen Zugriffsideen schützen will, denkt traditionell auch über physisches Gold und Silber nach – seit Jahrhunderten die Versicherung gegen politische Experimente.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Anlageberatung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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