
Wolfsburg im Sinkflug: VW verliert ein Drittel seines Gewinns â und die Politik schaut tatenlos zu

Es ist ein Trauerspiel in mehreren Akten, das sich derzeit in Wolfsburg abspielt. Der einst so stolze Volkswagen-Konzern, jahrzehntelang das AushĂ€ngeschild deutscher Ingenieurskunst und industrieller StĂ€rke, taumelt von einer Hiobsbotschaft zur nĂ€chsten. Im zweiten Quartal brach das Konzernergebnis nach Steuern um satte 32,9 Prozent auf nur noch 1,54 Milliarden Euro ein. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal waren es noch 2,29 Milliarden â und selbst diese Zahl bedeutete bereits ein Minus von 36 Prozent gegenĂŒber dem Jahr davor. Ein AbwĂ€rtstrend, der einem die Luft zum Atmen nimmt.
China zieht den Stecker â und Deutschland verliert seinen wichtigsten Markt
Besonders bitter: Ausgerechnet auf dem einst so lukrativen chinesischen Markt bricht VW regelrecht ein. Dort sackten die VerkĂ€ufe um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab. Wo einst deutsche Wertarbeit als Statussymbol galt, drĂ€ngen nun heimische Hersteller mit aggressiven Preisen und moderner Technik in den Markt. Konzernweit fielen die Auslieferungen um fast 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen: Hier bröckelt ein Fundament, das ĂŒber Generationen hinweg mĂŒhsam aufgebaut wurde.
Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und hĂ€rter werdende Konkurrenz sorgten fĂŒr Gegenwind â so lautete das nĂŒchterne Fazit von Konzernchef Oliver Blume bereits im FrĂŒhjahr.
Prognose gekappt â und der nĂ€chste Kahlschlag droht
Auch der Umsatzausblick wurde nun kassiert. Statt eines Wachstums von bis zu 3 Prozent rechnet Blume im besten Fall noch mit einer stabilen Entwicklung â im schlechtesten Fall mit einem Minus von bis zu 3 Prozent. Und was folgt auf schlechte Zahlen? Richtig: der Griff zur Axt. Bis zu 50.000 Stellen weltweit und vier deutsche Werke stehen auf dem PrĂŒfstand. Und das zusĂ€tzlich zu jenen 50.000 Jobs, deren Abbau bis 2030 ohnehin bereits beschlossene Sache ist. Ăber 37.000 BeschĂ€ftigte haben entsprechende Vereinbarungen bereits unterschrieben.
Wenn die Politik die Wirtschaft im Regen stehen lÀsst
Man muss sich einmal vor Augen fĂŒhren, was hier eigentlich geschieht. Ein Konzern, der ĂŒber Jahrzehnte Hunderttausende ArbeitsplĂ€tze sicherte und Milliarden an Steuern in die deutschen Kassen spĂŒlte, wankt â und die verantwortlichen Politiker in Berlin? Sie beschĂ€ftigen sich lieber mit ideologischen Steckenpferden, mit Verbrennerverboten, mit einer ĂŒberhasteten Elektro-Transformation, die den Standort Deutschland StĂŒck fĂŒr StĂŒck demontiert. Die grĂŒne Verbotspolitik der vergangenen Jahre und explodierende Energiekosten haben die deutsche Industrie in eine Zwangsjacke gesteckt. Kein Wunder, dass immer mehr BĂŒrger den Kopf schĂŒtteln ĂŒber eine Politik, die gegen und nicht fĂŒr Deutschland arbeitet.
Widerstand aus Niedersachsen
Immerhin regt sich Gegenwehr. Gewerkschaft, Betriebsrat und das Land Niedersachsen, mit 20 Prozent an VW beteiligt, stellen sich quer. Im Aufsichtsrat fielen die SparplÀne Berichten zufolge zunÀchst durch. Ob dies den Sinkflug aufhÀlt, bleibt allerdings fraglich.
Was Anleger aus diesem Debakel lernen sollten
Die Krise bei VW ist mehr als nur die Geschichte eines strauchelnden Autobauers. Sie ist ein Sinnbild fĂŒr die Verwundbarkeit vermeintlich sicherer Anlagen. Wer sein Vermögen ausschlieĂlich in Aktien deutscher Industrieriesen gebunden hat, spĂŒrt gerade schmerzhaft, wie schnell Papierwerte ins Rutschen geraten können. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber hingegen kennen keine Gewinnwarnung und keinen Stellenabbau â sie sind seit Jahrtausenden ein Fels in der Brandung und eine sinnvolle Beimischung fĂŒr jedes breit gestreute Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschlieĂlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er ersetzt keine individuelle Beratung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst.
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