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11.06.2026
06:11 Uhr

Xis Pjöngjang-Besuch: Wie Kim Jong Un zum Gewinner der neuen Weltordnung wurde

Xis Pjöngjang-Besuch: Wie Kim Jong Un zum Gewinner der neuen Weltordnung wurde

Während der Westen mit sich selbst beschäftigt ist, mit Klimazielen im Grundgesetz und ideologischen Grabenkämpfen, verschieben sich auf der anderen Seite des Globus die geopolitischen Achsen mit bemerkenswerter Geschwindigkeit. Der zweitägige Staatsbesuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in Nordkorea Anfang Juni hat eines unmissverständlich gezeigt: Das Reich der Mitte und das isolierte Regime in Pjöngjang rücken enger zusammen. Und beide Seiten gehen daraus als selbsternannte Sieger hervor.

Ein Schulterklopfen mit weitreichenden Folgen

Kim Jong Un empfing seinen mächtigen Nachbarn standesgemäß: mit einem 21-Schuss-Salut und einer pompösen Inszenierung aus chinesischen und nordkoreanischen Liedern. Es war eine Choreografie der Eitelkeiten, die ihresgleichen sucht. Doch hinter dem theatralischen Spektakel verbirgt sich ein handfester politischer Schachzug, dessen Tragweite man im fernen Berlin offenbar noch nicht einmal ansatzweise begreift.

Bemerkenswert ist vor allem, worüber nicht gesprochen wurde. Das Thema Denuklearisierung – also der Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals – wurde schlicht ausgeklammert. Für Beobachter ein deutliches Signal. Eine Analystin des Washingtoner Stimson Center brachte es auf den Punkt: Dass Xi seine erste Auslandsreise des Jahres ausgerechnet nach Pjöngjang unternehme, ohne das Nuklearprogramm auf die Agenda zu setzen, sei ein gewaltiger Triumph für Kim gewesen.

Peking akzeptiert die Atommacht – stillschweigend

Genau hier liegt die eigentliche Brisanz. Wo China sich früher noch öffentlich gegen die nukleare Aufrüstung Nordkoreas stemmte, herrscht heute geradezu beredtes Schweigen. Ein Experte der Eurasia Group fasste es so zusammen, dass Peking die Frage längst hinter sich gelassen und Nordkorea faktisch als Atommacht akzeptiert habe.

Damit stehe China in den Augen Pjöngjangs nun auf Augenhöhe mit Russland, hieß es aus Analystenkreisen. Es gehe darum, den Einfluss Moskaus auszubalancieren und das nordkoreanische Regime fester an die eigene Seite zu ziehen.

Chinesische Wissenschaftler hingegen wollten den Besuch nicht als Manöver gegen Dritte verstanden wissen. Es gehe lediglich um die Festigung der traditionellen Freundschaft beider Länder, betonte ein Professor für internationale Beziehungen einer Universität in Nanjing. Eine bemerkenswert harmlose Lesart, die man getrost mit einer gesunden Portion Skepsis betrachten darf.

Die Grenzen der schönen neuen Allianz

Doch so harmonisch, wie es die Bilder suggerierten, ist das Verhältnis keineswegs. Die Darstellungen beider Seiten über die Gespräche klafften deutlich auseinander. Während Nordkorea sich vor allem in Pomp und symbolischer Gleichrangigkeit sonnte, sprach China nüchtern von erhofften Ergebnissen bei Handel, Tourismus und Strafverfolgung.

Die Beobachterin des Stimson Center merkte an, dass zwischen Kim und Xi offenkundig nicht jene persönliche Vertrautheit herrsche, die Kim mit dem russischen Präsidenten Putin verbinde. Beide Männer verstünden jedoch den strategischen Wert ihrer Beziehung – und das genüge offenbar.

Auffällig war, dass Kim ausdrücklich Pekings „Ein-China-Prinzip" unterstützte, demzufolge beide Seiten der Taiwanstraße zu einem Land gehören. Auch die erwähnte militärische Zusammenarbeit stach hervor. Nordkorea habe mit seiner Unterstützung für Russland im Ukraine-Krieg bewiesen, dass es einer Großmacht im Kriegsfall materiell beistehen könne, so der Gründer der Fachseite NK News. Für China bedeute Pjöngjangs Haltung zu Taiwan nun mehr als je zuvor.

Eine Lektion, die Europa verschläft

Während sich autoritäre Mächte zu Bündnissen formieren, die das globale Kräfteverhältnis nachhaltig verschieben, verliert sich der politische Westen in Nebenschauplätzen. Es ist diese Mischung aus geopolitischer Naivität und ideologischer Selbstbeschäftigung, die viele Bürger zunehmend mit Sorge betrachten. Wer glaubt, solche Machtverschiebungen am anderen Ende der Welt hätten keine Auswirkungen auf Wohlstand und Sicherheit in Deutschland, der irrt gewaltig.

Bemerkenswert übrigens auch eine Randnotiz: Kims etwa dreizehnjährige Tochter Ju Ae, die als mögliche Nachfolgerin gehandelt wird, fehlte diesmal auf den offiziellen Bildern. Ein Experte aus Singapur deutete dies als Rücksichtnahme auf Pekings Protokoll-Vorlieben – ein junges Mädchen inmitten hochrangiger Funktionäre hätte schlicht befremdlich gewirkt.

Was bleibt für den Anleger?

In Zeiten, in denen sich geopolitische Blöcke neu sortieren, in denen Kriege schwelen und Allianzen sich verschieben, gewinnt eine alte Wahrheit wieder an Bedeutung: Krisen und Unsicherheiten sind Gift für Papierwerte, aber seit Jahrtausenden der treue Begleiter physischer Edelmetalle. Gold und Silber kennen keine politischen Lager, keine Staatsbankrotte und keine ideologischen Verirrungen. Wer sein Vermögen breit aufstellen und gegen die Stürme einer zunehmend instabilen Weltordnung absichern möchte, tut gut daran, physische Edelmetalle als soliden Anker in einem ausgewogenen Portfolio zu berücksichtigen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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