
200.000 Autojobs vor dem Aus: Der Absturz nimmt Fahrt auf

Die deutsche Autoindustrie steht vor dem härtesten Stellenabbau ihrer Geschichte. Nach einer Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger für das "Manager Magazin" könnte die Zahl der Beschäftigten in der Branche binnen fünf Jahren um gut 200.000 auf nur noch 490.000 schrumpfen. Ende 2025 arbeiteten dort noch 692.000 Menschen.
Das wäre ein Minus von fast einem Drittel – in einer Branche, die jahrzehntelang als Herzkammer des deutschen Wohlstands galt.
Wenn die Transformation zum Kostenproblem wird
Berger-Berater Felix Mogge warnte dem Magazin zufolge, es könne für die deutschen Hersteller sogar noch schlimmer kommen. Die Transformation der Branche sei zum Kostenproblem geworden. Reagierten die Unternehmen jetzt nicht, dürften sie weiter an Boden verlieren.
Besonders bitter ist eine Zahl aus der Analyse: In Ländern mit niedrigeren Standortkosten sei die Produktion eines Fahrzeugs im Schnitt rund 2.000 Euro billiger als in Deutschland. Irgendwann lasse sich dieser Nachteil nicht mehr ausgleichen, so Mogge.
Die Transformation der Branche sei zum Kostenproblem geworden – wer jetzt nicht reagiere, verliere weiter an Boden.
Fünf Werke auf der Streichliste
Roland Berger rechnet damit, dass in Deutschland bis spätestens 2035 mehr als fünf Autowerke geschlossen werden müssen. Für ganze Regionen, die von Zulieferern, Werkskantinen und Handwerksbetrieben leben, wäre das ein wirtschaftlicher Erdrutsch.
Die Liste der konkreten Einschnitte ist längst keine Prognose mehr. Der Volkswagen-Aufsichtsrat hat entschieden, dass der Konzern bis 2030 zusätzlich rund 60.000 Stellen streichen soll – Medienberichten zufolge flankiert von einem milliardenschweren Sparprogramm und einer offenen Entscheidung über mehrere deutsche Standorte. Auch Mercedes sowie die Großzulieferer ZF Friedrichshafen und Bosch dürften die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland jeweils um mehr als 10.000 reduzieren.
Hausgemachte Hypotheken
Aus Sicht unserer Redaktion ist das keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischer Weichenstellungen. Ein staatlich verordneter Technologiepfad, Europas höchste Industriestrompreise, eine Berichts- und Lieferkettenbürokratie, die Mittelständler beschäftigt wie eine zweite Buchhaltung – und obendrauf Zollrisiken aus Washington, seit die US-Regierung Einfuhren aus der EU mit deutlich höheren Abgaben belegt.
Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD verspricht Entlastung und stemmt gleichzeitig ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen. Kritiker fragen zu Recht: Was hilft ein Schuldenprogramm für Beton, wenn die Wertschöpfung gleichzeitig ins Ausland abwandert? Arbeitsplätze entstehen nicht durch Förderrichtlinien, sondern durch wettbewerbsfähige Kosten.
Was das für Sparer bedeutet
Für Anleger ist die Botschaft unbequem. Wer sein Vermögen stark an die deutsche Industrie gekoppelt hat – über Aktien, betriebliche Zusagen oder Immobilien in Werksregionen – trägt ein Klumpenrisiko, das kaum diskutiert wird. Strukturbrüche dieser Größe verschwinden nicht in einem Quartalsbericht.
Historisch haben physische Edelmetalle in solchen Umbruchphasen ihre Rolle als stiller Vermögensanker behauptet: keine Gegenparteirisiken, keine Bilanz, keine Standortdebatte. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können Gold und Silber deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein – gerade dann, wenn die industrielle Basis eines Landes ins Rutschen kommt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
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