
2,68 Milliarden für Kiew: Washington liefert – Europa zahlt mit

Das US-Außenministerium hat ein mögliches Rüstungsgeschäft mit der Ukraine im Volumen von rund 2,68 Milliarden Dollar gebilligt. Die Mitteilung wurde am Freitag veröffentlicht, das Geschäft muss noch den US-Kongress passieren. Im Paket: Raketen, Startgeräte, Radare gegen Drohnen – und ein Finanzierungsmodell, das vor allem für europäische Steuerzahler interessant sein dürfte.
Was genau geliefert werden soll
Kiew hat der Mitteilung zufolge eine lange Einkaufsliste eingereicht. Darunter sogenannte S-300-Clone-Raketen – laut dem Fachportal Defence Blog womöglich eine neu entwickelte Munition für die aus sowjetischer Produktion stammenden S-300-Systeme, die die ukrainischen Streitkräfte weiterhin betreiben.
Hinzu kommen GAM-67-Raketen, lasergelenkte Luftabwehr-Raketensysteme mit erhöhter Reichweite, improvisierte Startgeräte vom Typ ITEL 1.5, Umrüstsätze für mobile Werfer sowie RPS-202-Radare zur Drohnenabwehr. Ergänzt wird das Ganze durch Ersatzteile, Software, Transportleistungen und technische Betreuung durch US-Regierung und beauftragte Firmen.
„Der geplante Verkauf wird die Fähigkeit der Ukraine verbessern, gegenwärtigen und zukünftigen Bedrohungen zu begegnen“, heißt es in der Mitteilung des US-Außenministeriums.
Warum der Zeitpunkt kein Zufall ist
Russland habe zuletzt seine Raketenangriffe auf Kiew verstärkt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die Abwehr sei schwierig – schlicht, weil die Abfangraketen knapp würden. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte seine Verbündeten mehrfach öffentlich um Nachschub für die Luftverteidigung gebeten.
Parallel dazu unterzeichnete US-Präsident Donald Trump ein neues Sanktionsgesetz gegen Russland, für das sich Selenskyj bedankte. Washington fährt damit zweigleisig: wirtschaftlicher Druck auf Moskau, militärische Ausrüstung für Kiew – allerdings auf Rechnung anderer.
Das Finanzierungsmodell: geliehen, verrechnet, zurückgeholt
Kommt das Geschäft zustande, soll die Ukraine es nach Angaben des US-Außenministeriums aus einer Mischung finanzieren: europäische Beiträge plus Mittel aus dem US-Programm Foreign Military Financing (FMF). Diese FMF-Gelder wurden noch unter der Vorgängerregierung von Joe Biden bewilligt.
Der Clou: Die amerikanischen Mittel sollen als US-Kapitalbeitrag zum Ukraine Reconstruction Investment Fund angerechnet werden – eins zu eins erstattet. Dieser Fonds entstand im Rahmen des Rohstoffabkommens zwischen Washington und Kiew, wie Reuters berichtet.
Im Klartext: Was die USA an Hilfe hineingeben, fließt ihnen über Anteile an ukrainischen Bodenschätzen buchhalterisch wieder zu. Beobachter sehen darin Trumps Handschrift – Unterstützung ja, aber als Geschäft, nicht als Geschenk. Europa dagegen überweist, ohne solche Gegenrechnung.
Und Deutschland? Zahlt, ohne mitzuverdienen
Für deutsche Steuerzahler ist das eine bittere Rechnung. Während amerikanische Rüstungskonzerne Aufträge bekommen und Washington seine Beiträge über einen Investmentfonds absichert, tragen europäische Haushalte einen wachsenden Teil der laufenden Kosten – zusätzlich zu Sondervermögen, Rekordverschuldung und einer Industrie, die unter Energiepreisen und Bürokratie ächzt.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Vorgang, wie hart nationale Interessen im internationalen Geschäft verhandelt werden. Wer Verträge schließt, ohne die eigene Gegenleistung zu definieren, zahlt am Ende doppelt.
Was Anleger daraus lesen können
Kriege, Sanktionsspiralen und schuldenfinanzierte Rüstungsprogramme sind seit jeher Treiber von Unsicherheit an den Märkten. Historisch haben Anleger in solchen Phasen verstärkt auf physische Werte gesetzt, die keinem Emittenten und keiner politischen Zusage unterliegen. Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Absicherung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen.
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