
40 Billionen Dollar: Amerikas Schuldenberg treibt Gold nach oben

Erstmals in der Geschichte hat der Schuldenstand der Vereinigten Staaten die Marke von 40 Billionen Dollar durchbrochen. Die Reaktion der Märkte kam prompt: Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen kletterten auf den höchsten Stand seit 2007, zehnjährige Papiere rentieren bei rund 4,7 Prozent. Gleichzeitig zog der Goldpreis kräftig an.
Investoren stellen die unbequeme Frage
Höhere Renditen bedeuten nichts anderes als: Anleger verlangen für das Verleihen ihres Geldes an Washington mehr Risikoaufschlag. Die Zweifel an der Tragfähigkeit der amerikanischen Staatsfinanzen wachsen.
Kann ein Staat Billionenschulden auf ewig vor sich herschieben? Wer finanziert diese Hypothek, wenn die Zinslast selbst zum größten Haushaltsposten wird? Wer sich an die Schuldenkrisen der Vergangenheit erinnert, weiß: Solche Fragen bleiben selten lange theoretisch.
Zur Wochenmitte kündigte das US-Finanzministerium überraschend an, verstärkt langlaufende Staatsanleihen zurückzukaufen – Medienberichten zufolge im Volumen von rund 14 Milliarden Dollar. Ziel sei es, die Renditen zu drücken und den Schuldendienst zu verbilligen. Einzelne Beobachter sprechen bereits von einem massiven Eingriff in die Zinsbildung.
Gold auf Mehrmonatshoch – Minenwerte ziehen an
Der Markt zog seine eigenen Schlüsse. Der Goldpreis stieg auf den höchsten Stand seit Mai; Marktberichten zufolge notierte die Feinunze zuletzt bei rund 4.660 Dollar. Die Aktien von Newmont und Barrick Mining legten jeweils rund drei Prozent zu.
Auch Bitcoin erlebte eine starke Woche – Krypto-nahe Titel wie Coinbase, Strategy und Robinhood sprangen deutlich an. Experten führen den Schub auf geldpolitische Signale und eine Liquidierungswelle an den Terminmärkten zurück. Ein Unterschied bleibt: Gold ist seit Jahrtausenden Geld, Bitcoin seit gut anderthalb Jahrzehnten ein Experiment.
Der Konsument wird vorsichtig
Bei den Quartalszahlen der US-Handelsriesen zeigte sich ein gemischtes Bild. Walmart steigerte den Quartalsumsatz um knapp sechs Prozent auf fast 188 Milliarden Dollar, das Onlinegeschäft um 23 Prozent – und verlor an der Börse trotzdem fast neun Prozent. Grund war der vorsichtigere Ausblick.
Bemerkenswert ist das deshalb, weil der Billiganbieter in Sparphasen normalerweise gewinnt. Zugleich verteuerte sich Öl: Brent kostete zeitweise mehr als 93 Dollar je Barrel – Folge der Spannungen mit dem Iran. Teures Öl heißt neue Inflation.
Wolfsburg zittert – der Preis der deutschen Industriepolitik
In Deutschland erholte sich der Dax auf 26.136 Punkte, bleibt aber auf Wochensicht im Minus. Fielmann kappte wegen der mauen Konsumstimmung die Jahresziele, die Aktie brach 6,6 Prozent ein – ein Fingerzeig auf die Lage der Verbraucher hierzulande.
Und dann Volkswagen: Ab Dienstag muss sich der Vorstand in neun Betriebsversammlungen erklären. Berichten zufolge stehen ein massiver Stellenabbau – genannt werden Zahlen bis zu 120.000, andere Berichte nennen deutlich niedrigere Größenordnungen – sowie mögliche Werksschließungen im Raum. Konzernchef Oliver Blume erklärte intern:
Die Lage ist mehr als kritisch.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das kein Betriebsunfall, sondern die Rechnung für Jahre politisch verordneter Antriebswende, Energiepreise auf Rekordniveau und regulatorischer Dauerbelastung. Die Reformen wurden für Herbst versprochen, dann für den Winter. Jetzt für das Frühjahr.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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