
Abschiebe-Debakel: 9.000 Flüge gebucht – und keiner war da

Fast 9.000 geplante Abschiebungen sind in diesem Jahr geplatzt, weil die Betroffenen bei der Abholung einfach nicht in ihrer Wohnung waren. Konkret geht es Medienberichten zufolge um 8.826 Fälle, für die die Bundespolizei Rückführungen per Flug bereits eingeplant, gebucht und bezahlt hatte. Der Bund verweist auf die Bundesländer – die die Ausreisepflichtigen nicht zum Flughafen bringen.
Mehr Fehlschläge als Erfolge
Die Zahlen sprechen eine unbarmherzige Sprache: Bis Juni 2026 wurden rund 9.663 Menschen tatsächlich abgeschoben – kaum mehr, als im selben Zeitraum an gescheiterten Zuführungen zusammenkam. Fast jeder zweite Versuch endet also vor der verschlossenen Wohnungstür.
Und die Bilanz verschlechtert sich. Laut Berichten über die amtlichen Halbjahreszahlen lagen die Abschiebungen im ersten Halbjahr 2026 rund 18 Prozent unter dem Vorjahreswert von 11.807. Für 2025 insgesamt waren nach offiziellen Angaben 22.787 Rückführungen vollzogen worden – bei etwa 18.000 Fehlschlägen im selben Jahr.
Der Staat kündigt seinen Besuch praktisch an
Der Grund für das Desaster klingt fast wie Satire. Ausreisepflichtige erhalten zunächst eine Frist von sieben bis 30 Tagen zur freiwilligen Ausreise. Danach kann jederzeit abgeschoben werden – und genau in diesem Zeitfenster wissen die Betroffenen ungefähr, wann es an der Tür klopfen könnte.
Erst unmittelbar vor dem Flug suchen die Behörden die Wohnung auf, um die Person der Bundespolizei zu übergeben. Ist niemand da, ist der gebuchte Flug wertlos. Trotzdem nimmt die Mehrheit der Bundesländer die Betroffenen vorher nicht in Abschiebegewahrsam.
Föderaler Flickenteppich: Von 7.810 nur 166
Wie unterschiedlich die Länder agieren, zeigen zwei Beispiele aus dem Bericht:
- Brandenburg: 7.810 ausreisepflichtige Personen – 166 Abschiebungen. Eine Quote von 2,1 Prozent.
- Bremen: 111 vollzogene Abschiebungen im Jahr 2025, dem 159 gescheiterte Versuche gegenüberstanden.
Zum Gesamtbild: Nach Angaben des Ausländerzentralregisters lebten Ende Juni 2026 rund 258.800 ausreisepflichtige Menschen in Deutschland, knapp 199.300 davon mit einer Duldung. Die Verwaltung produziert also Papier – aber selten Abflüge.
Union entdeckt das Offensichtliche
Nun will die Union durchgreifen, vor allem bei den Sozialleistungen. Der CDU-Innenpolitiker Günter Krings erklärte gegenüber Bild:
„Wer untertaucht, muss sofort jeden Zugang zu Sozialhilfe verlieren“
Der Rechtsstaat dürfe sich nicht vorführen lassen, so Krings. Wer sich der Abschiebung entziehe, dessen Maßnahme müsse als „gescheitert“ gewertet und später erneut angesetzt werden. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann setzt früher an: Der Abschiebegewahrsam müsse konsequenter genutzt werden. Die Länder seien in der Pflicht, ihre Haftplätze aufzustocken, um die Zahl erzwungener Ausreisen deutlich zu steigern.
Aus Sicht unserer Redaktion
Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt dieser Forderungen. Die schwarz-rote Koalition regiert seit Mai 2025 mit dem Versprechen einer Rückführungsoffensive – und diskutiert nun Selbstverständlichkeiten, die viele Bürger längst für geltende Praxis hielten. Für Kritiker der bisherigen Migrationspolitik ist das kein Verwaltungsproblem, sondern ein Vollzugsversagen mit Ansage: Ein Staat, der Recht setzt, es aber nicht durchsetzt, verliert am Ende beides – Autorität und Vertrauen.
Wer angesichts solcher Nachrichten am Vertrauen in staatliche Handlungsfähigkeit zweifelt, denkt oft auch über die Sicherheit des eigenen Vermögens nach. Physische Edelmetalle können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio zur Vermögenssicherung beitragen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er beruht auf den uns vorliegenden Informationen und der Einschätzung unserer Redaktion. Jeder Leser ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
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