
Amerikas Schuldenberg wächst unaufhaltsam – Trumps Steuerpolitik verschärft die fiskalische Krise
Die Vereinigten Staaten steuern auf einen fiskalischen Abgrund zu, und die jüngsten Prognosen des Congressional Budget Office (CBO) zeichnen ein Bild, das selbst hartgesottene Finanzexperten erschaudern lässt. Das US-Haushaltsdefizit wird im Fiskaljahr 2026 auf satte 1,853 Billionen Dollar anwachsen – eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Und das ist erst der Anfang.
Wunschdenken trifft auf harte Realität
Besonders pikant ist die klaffende Diskrepanz zwischen den rosigen Wachstumsprognosen der Trump-Administration und den nüchternen Berechnungen des überparteilichen CBO. Während Trumps Wirtschaftsberater in den vergangenen Wochen vollmundig ein reales BIP-Wachstum von drei bis vier Prozent für 2026 in Aussicht stellten – ja, manche sprachen gar von sechs Prozent im ersten Quartal –, rechnet das CBO mit bescheidenen 2,2 Prozent. Für den Rest des Jahrzehnts dürfte das Wachstum sogar auf durchschnittlich 1,8 Prozent absinken. Man kennt das Muster: Politiker versprechen das Blaue vom Himmel, die Realität liefert bestenfalls ein fahles Grau.
Das Defizit im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt soll über das nächste Jahrzehnt bei durchschnittlich 6,1 Prozent liegen und bis 2036 auf 6,7 Prozent klettern. US-Finanzminister Scott Bessent hatte einst das ambitionierte Ziel ausgegeben, diese Quote auf drei Prozent zu drücken. Davon ist man nun weiter entfernt denn je. Wie CBO-Direktor Phillip Swagel treffend anmerkte, seien derart anhaltend hohe Defizite „historisch ungewöhnlich" – zumal die Arbeitslosenquote im gesamten Prognosezeitraum unter fünf Prozent bleiben dürfte. Mit anderen Worten: Amerika verschuldet sich in Friedenszeiten und bei Vollbeschäftigung, als befände es sich im Krieg.
Das „One Big Beautiful Bill" – schön teuer
Trumps Prestigeprojekt, das sogenannte „One Big Beautiful Bill", das die Steuersenkungen von 2017 verlängert und gleichzeitig Sozialausgaben wie Medicaid zusammenstreicht, wird laut CBO-Prognosen die US-Defizite über den Zehn-Jahres-Zeitraum um gewaltige 4,7 Billionen Dollar aufblähen. Hinzu kommen weitere 500 Milliarden Dollar durch die reduzierte Einwanderung, die das Wachstum der Erwerbsbevölkerung bremst. Zwar sollen Trumps Zölle die Defizite um rund drei Billionen Dollar reduzieren – einschließlich wirtschaftlicher Effekte und niedrigerer Schuldendienstkosten –, doch unter dem Strich bleibt ein gewaltiges Minus.
Und hier wird es besonders brisant: Die vielgepriesenen Einsparungen durch Kürzungen bei den Ermessensausgaben – darunter auch jene des medienwirksam inszenierten „Department of Government Efficiency" – nehmen sich geradezu lächerlich aus im Vergleich zu den explodierenden Zinskosten. Während die diskretionären Einsparungen bis 2035 auf etwa 139 Milliarden Dollar anwachsen sollen, werden sich die Nettozinskosten auf die aufgeblähte Staatsschuld bis dahin auf zwei Billionen Dollar mehr als verdoppeln – von 970 Milliarden im Fiskaljahr 2025. Die Zinslast frisst also jede noch so ambitionierte Sparmaßnahme regelrecht auf.
Künstliche Intelligenz als Wachstumsmotor? Fehlanzeige.
Auch die Hoffnung, dass Künstliche Intelligenz als Produktivitätswunder die Wirtschaft beflügeln könnte, dämpft das CBO nachdrücklich. Die Behörde prognostiziert lediglich einen nominalen BIP-Schub von etwa zehn Basispunkten pro Jahr durch KI-bedingte Produktivitätsgewinne. Das ist ein herber Dämpfer für all jene in der Trump-Administration, die mit dem Verweis auf KI-Investitionen und neue Rechenzentren niedrigere Zinsen von der Federal Reserve einfordern. Das CBO erwartet zudem, dass die Zinsen auf zehnjährige US-Staatsanleihen bei rund 4,3 Prozent verharren werden – und rechnet für dieses Jahr mit lediglich einer einzigen Zinssenkung um einen Viertelpunkt durch die Fed.
Schuldenquote übersteigt bald den Nachkriegsrekord
Die Gesamtverschuldung der öffentlichen Hand soll bis 2036 auf astronomische 56,152 Billionen Dollar anwachsen – das entspräche 120 Prozent des BIP. Zum Vergleich: Im Fiskaljahr 2025 liegt die Schuldenquote bei 99 Prozent. Bereits 2030 dürfte die Schulden-zu-BIP-Quote den historischen Höchststand von 106 Prozent aus dem Jahr 1946 übertreffen – jenen Rekord, der durch die gigantischen Ausgaben des Zweiten Weltkriegs verursacht wurde. Dass Amerika diesen Wert nun in Friedenszeiten knacken wird, sollte jedem zu denken geben.
Jonathan Burks vom überparteilichen Bipartisan Policy Center in Washington brachte es auf den Punkt: Amerikas fiskalische Gesundheit sei „zunehmend besorgniserregend". Statt auf die Bremse zu treten, beschleunige man. Derartig hohe Defizite seien für eine wachsende Friedenswirtschaft beispiellos.
Was bedeutet das für Europa – und für Deutschland?
Die Parallelen zur deutschen Haushaltspolitik sind frappierend und sollten hierzulande alle Alarmglocken schrillen lassen. Auch die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur einen Weg eingeschlagen, der Generationen mit Schulden belastet – trotz gegenteiliger Wahlversprechen. Wenn selbst die größte Volkswirtschaft der Welt unter der Last ihrer Schulden ächzt, sollte das ein unmissverständliches Warnsignal für Berlin sein. Doch statt aus den Fehlern anderer zu lernen, scheint man in Deutschland fest entschlossen, sie zu wiederholen.
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