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Kettner Edelmetalle
21.09.2026
06:07 Uhr
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Auto-Absturz: VW, BMW und Mercedes verlieren den Anschluss

Auto-Absturz: VW, BMW und Mercedes verlieren den Anschluss
Symbolbild: KI-generiert

Die deutsche Autoindustrie rutscht weiter ab. Eine neue Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zeigt: Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW haben im ersten Halbjahr 2026 gemeinsam rund 284 Milliarden Euro Umsatz erlöst – 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die weltweit 19 untersuchten Hersteller legten im selben Zeitraum um 3,6 Prozent auf knapp 1.048 Milliarden Euro zu.

Es ist bereits das dritte Jahr in Folge mit einem Umsatzminus im ersten Halbjahr. Während 15 der untersuchten Konzerne wachsen, belegen die deutschen Schwergewichte laut EY die Plätze 16, 17 und 19. Spitzenreiter beim Wachstum: Tesla, Suzuki und Geely.

Gewinn bricht ein – schlechtester Wert seit Corona

Noch bitterer sieht es bei der Profitabilität aus. Das operative Ergebnis der drei Konzerne fiel um 19,0 Prozent auf 13,0 Milliarden Euro – laut der Analyse der schwächste Wert seit dem Corona-Jahr 2020. In absoluten Zahlen liegen die Deutschen zwar weiter vorn, doch der Vorsprung schmilzt.

Die US-Konzerne Ford, General Motors und Tesla steigerten ihr Ergebnis dagegen um 32,9 Prozent. Über alle Hersteller hinweg legte der Gewinn um 11,4 Prozent auf 43,7 Milliarden Euro zu – ein Wert, der laut EY allerdings durch hohe Abschreibungen im E-Auto-Geschäft im Vorjahreszeitraum verzerrt sei.

„Made in Germany“ – vom Gütesiegel zur Last

EY-Branchenexperte Constantin Gall spricht von einer handfesten Profitabilitätskrise. Die Hersteller verlören nicht nur Marktanteile, sondern vor allem Ertragskraft, teilte er mit.

„Die deutschen Konzerne leiden massiv unter strukturellen Kostennachteilen.“

Zu geringe Lohnkostenproduktivität, hohe Energiepreise, teure Regulierung und Bürokratie: Was einst Qualitätsversprechen war, werde zur Achillesferse. Weil Reformen nicht konsequent angegangen würden, suchten die Konzerne ihr Heil in der Abwanderung an attraktivere Standorte, so Gall. Deutschland bleibe nur Autonation, wenn die Standortnachteile schnell und pragmatisch beseitigt würden. Eine deutlichere Rechnung für Jahre energie- und industriepolitischer Experimente lässt sich kaum präsentieren.

China: Von der Cashcow zum Sorgenkind

Neben den US-Strafzöllen macht vor allem China Probleme. Der Absatz der drei Konzerne dort brach von Januar bis Juni um 25 Prozent ein. Chinas Anteil am Weltabsatz der deutschen Hersteller schrumpfte binnen eines Jahres von 28,9 auf 23,5 Prozent.

Teure Premiumfahrzeuge verkauften sich in der schwachen Konjunktur schlechter, im Elektrosegment greifen Kunden zunehmend zu heimischen Marken. Zugleich drängen chinesische Anbieter nach Europa: Ihr Absatz hier legte um 44 Prozent zu – weltweit sank er um acht Prozent. Der Preisdruck auf dem Heimatmarkt dürfte damit weiter steigen.

100.000 auf der Straße – und ein Streit über Arbeitszeit

Am Montag ruft die IG Metall an mehr als 200 Orten unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag“ zu Protesten auf, erwartet werden über 100.000 Teilnehmer. Betroffen von Sparprogrammen sind Mercedes, BMW, der VW-Konzern sowie Zulieferer wie Bosch, ZF, Mahle und Aumovio. Bei Volkswagen stehen Medienberichten zufolge die Werke Hannover, Emden und Zwickau sowie der Audi-Standort Neckarsulm zur Debatte.

Der Branchenverband VDA hält dagegen: Produktion in Deutschland sei „kein Naturgesetz“, schrieb VDA-Präsidentin Hildegard Müller in einem Gastbeitrag. Eine Arbeitsstunde koste in der deutschen Autoindustrie fast 65 Euro – in Tschechien 24, in Polen 18 Euro. Gearbeitet werde hier im Schnitt 1.300 Stunden im Jahr, in Tschechien 1.800, in Mexiko über 2.000.

Was Anleger daraus lernen können

Wenn das industrielle Herz einer Volkswirtschaft schwächer schlägt, wird Substanz wichtiger als Versprechen. Physisches Gold und Silber können in solchen Phasen als krisenerprobte Beimischung zur Absicherung eines breit gestreuten Vermögens dienen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich eigenständig informieren.

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