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04.03.2026
08:04 Uhr

Bayerische Kommunalwahl: AfD klettert auf Platz zwei – und wird vor Ort noch stärker geschätzt

Am kommenden Sonntag stehen in Bayern die Kommunalwahlen an, und eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GMS im Auftrag von Sat.1 Bayern offenbart bemerkenswerte Verschiebungen in der politischen Landschaft des Freistaats. Während die CSU erwartungsgemäß die Spitzenposition verteidigt, hat sich die AfD auf den zweiten Platz vorgeschoben – und das mit einem besonderen Phänomen: In der eigenen Gemeinde genießt die Partei deutlich mehr Zuspruch als auf Landesebene.

Das Vertrauen wächst dort, wo man sich kennt

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Auf Landesebene geben elf Prozent der Befragten an, die AfD gefalle ihnen am besten. Doch fragt man dieselben Menschen nach ihrer eigenen Gemeinde, steigt dieser Wert auf 14 Prozent. Ein Zuwachs von fast 30 Prozent – und das in einem Bundesland, das traditionell als uneinnehmbare Bastion der CSU gilt. Was sagt uns das? Offenbar überzeugen AfD-Kandidaten dort, wo die Bürger sie persönlich kennen, wo man sich auf dem Marktplatz begegnet und beim Bäcker ins Gespräch kommt. Die mediale Dauerbeschallung, die diese Partei seit Jahren als Schreckgespenst der Demokratie zu zeichnen versucht, scheint an der kommunalen Realität abzuprallen wie Regen an einer gut geölten Lederhose.

Interessanterweise zeigt sich bei den Grünen ein ähnlicher, wenn auch schwächerer Effekt: Acht Prozent auf Landesebene, zehn Prozent in der eigenen Gemeinde. Die Parteien der Staatsregierung hingegen erleben das genaue Gegenteil. Die CSU verliert vor Ort drei Prozentpunkte und kommt nur noch auf 33 statt 36 Prozent. Die Freien Wähler von Hubert Aiwanger sacken von 13 auf elf Prozent ab. Man könnte fast meinen, je näher die Bürger an die Regierungsarbeit heranrücken, desto weniger überzeugt sie das, was sie sehen.

Söder und Merz: Unbeliebt trotz Macht

Die Umfrage fördert noch weitere unbequeme Wahrheiten zutage, die man in der Münchner Staatskanzlei und im Berliner Kanzleramt wohl lieber unter den Teppich kehren würde. Satte 67 Prozent der Bayern sind mit der Bundesregierung unter Friedrich Merz unzufrieden. Merz persönlich wird von 65 Prozent abgelehnt. Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: Zwei Drittel der Bürger im wirtschaftsstärksten Bundesland der Republik lehnen den Mann ab, der erst vor wenigen Monaten mit großen Versprechen ins Kanzleramt eingezogen ist. Von wegen „Verantwortung für Deutschland" – der Koalitionsvertrag klingt zunehmend wie blanker Hohn.

Auch Markus Söder kann sich nicht in Sicherheit wiegen. Zwar sind 52 Prozent der Bayern mit der Arbeit der Staatsregierung zufrieden – ein Anstieg um sieben Prozentpunkte gegenüber Januar. Doch Söder selbst überzeugt lediglich 49 Prozent als „guter Ministerpräsident". Der Ministerpräsident ist also unbeliebter als seine eigene Regierung. Ein Befund, der an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist und der zeigt, dass die Bürger sehr wohl zwischen institutioneller Arbeit und persönlicher Selbstinszenierung zu unterscheiden wissen.

Landtagswahl-Projektion: AfD bei 18 Prozent

Wäre am Sonntag nicht Kommunal-, sondern Landtagswahl, sähe das Bild noch dramatischer aus. Die CSU käme auf 39 Prozent, die AfD auf 18 Prozent – ein Wert, der vor wenigen Jahren in Bayern noch als undenkbar gegolten hätte. Die Grünen erreichen 13 Prozent, die Freien Wähler zehn und die SPD magere sieben Prozent. Bemerkenswert ist dabei, dass die Grünen auf Kosten der Freien Wähler zulegen – ein Trend, der Aiwanger zu denken geben sollte, dessen markige Sprüche offenbar immer weniger Wähler überzeugen.

Auf Bundesebene zeichnet GMS ein noch brisanteres Bild: CDU/CSU bei 26 Prozent, AfD bei 24 Prozent. Der Abstand zwischen der Regierungspartei und der größten Oppositionskraft schmilzt dahin wie Schnee in der Frühlingssonne. Die AfD hat zwar gegenüber Januar drei Punkte verloren, doch angesichts des medialen und politischen Dauerfeuers, dem diese Partei ausgesetzt ist, erscheint selbst dieser Wert als beachtliche Standfestigkeit.

Das bayerische Wahlsystem: Kompliziert, aber demokratisch

Kommunalwahlen in Bayern sind freilich ein ganz eigenes Tier. Das Wahlsystem mit seinen Möglichkeiten des Kumulierens und Panaschierens macht Prognosen nahezu unmöglich. Jeder Wähler verfügt über so viele Stimmen, wie Sitze zu vergeben sind, und kann diese nach Belieben auf einzelne Kandidaten häufen oder über verschiedene Listen verteilen. Ein System, das den Persönlichkeitsfaktor in den Vordergrund rückt und Parteizugehörigkeit relativiert. Gerade deshalb ist der Befund, dass die AfD vor Ort besser abschneidet als auf Landesebene, so bedeutsam: Er deutet darauf hin, dass die Partei zunehmend über Kandidaten verfügt, die in ihren Gemeinden verwurzelt sind und Vertrauen genießen.

Die Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, Ursula Münch, prognostiziert derweil, dass AfD-Kandidaten mancherorts in Stichwahlen einziehen könnten. Einen Sieg im zweiten Wahlgang hält sie allerdings für unwahrscheinlich, da 80 Prozent der Wähler jede Partei einer „extremistischen" vorziehen würden. Man darf sich an dieser Stelle die Frage erlauben, ob Frau Münch das Eilurteil des Verwaltungsgerichts Köln zur Kenntnis genommen hat, das dem Verfassungsschutz die pauschale Einstufung der AfD als extremistischen Verdachtsfall untersagte. Aber solche juristischen Feinheiten scheinen in gewissen akademischen Kreisen offenbar weniger zu zählen als das gewohnte Narrativ.

Ein Stimmungsbild, das nachdenklich stimmt

Was bleibt als Fazit dieser Umfrage? Bayern steht vor einer Kommunalwahl, die mehr sein könnte als die übliche Bestätigung der CSU-Dominanz. Die Unzufriedenheit mit der Bundes- und Landespolitik ist greifbar, die Sehnsucht nach echtem Wandel spürbar. Dass ausgerechnet die AfD dort am stärksten zulegt, wo die Menschen einander kennen und die Arbeit der Kandidaten aus nächster Nähe beurteilen können, sollte all jenen zu denken geben, die diese Partei reflexhaft in die extremistische Ecke stellen. Vielleicht ist es an der Zeit, den Bürgern zuzutrauen, dass sie sehr genau wissen, was sie tun – auch und gerade an der Wahlurne.

Die kommenden Sonntage werden zeigen, ob sich die Umfragewerte in tatsächliche Mandate übersetzen lassen. Eines aber steht schon jetzt fest: Das politische Bayern ist in Bewegung geraten. Und die Richtung dieser Bewegung dürfte manchem in München und Berlin schlaflose Nächte bereiten.

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