
Berlins Blackout-Rätsel: Die Senatorin arbeitet – der Bürgermeister verschwindet im Nebel

Es ist eine jener Geschichten, die man sich nicht ausdenken könnte, wenn es in der deutschen Hauptstadt nicht längst Alltag wäre: Während Berlin am 3. Januar 2026 den schwersten Stromausfall seit Kriegsende erlebt, arbeitet eine CDU-Senatorin nach Aktenlage minutiös durch den Tag – und der Regierende Bürgermeister, ihr Lebensgefährte, bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Keine Dienstfahrt, kein Terminkalender, kein Aufenthaltsnachweis. Nur ein Tennisfoto, dessen Herkunft ebenso nebulös ist wie die politische Verantwortung dieser Stadtregierung.
Drei Wochen Nachdenken – und dann ein Protokoll ohne Hauptdarsteller
Der Abgeordnete Alexander King stellte Ende März eine denkbar unbequeme parlamentarische Anfrage. Drei Wochen brauchte die Bildungsverwaltung von Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), um zu antworten. Das Ergebnis liegt nun unter der Drucksachennummer 19/25730 vor – und es ist ein Kuriosum sondergleichen. Penibel werden Telefonate, Abstimmungen und Krisenstabssitzungen aufgeführt. Was fehlt? Jeder Hinweis auf den Mann an der Spitze der Stadt, Kai Wegner.
Die Choreografie einer vorbildlichen Krisenmanagerin
Laut eigener Darstellung habe Günther-Wünsch bereits in den frühen Morgenstunden „von Berlin aus" die Koordination aufgenommen. Sie habe Innensenatorin Iris Spranger und deren Staatssekretär Christian Hochgrebe kontaktiert, ihre drei Staatssekretäre informiert, mit der Steglitz-Zehlendorfer Bezirksstadträtin Malgorzata Sijbrandij gesprochen, ein Lagebild der betroffenen Schulstandorte erstellen lassen und am Abend an der ersten Sitzung des Krisenstabs teilgenommen. Am Sonntag folgten weitere Telefonate, Abstimmungen mit der Liga der freien Wohlfahrtspflege, Vorbereitungen für Schulöffnungen und -schließungen sowie eine Pressemitteilung am Nachmittag.
Das ist die Vorführung einer Politikerin, die sagen will: Ich war da, ich habe gehandelt, ich kann es beweisen. Ein Dokument, das jede Stunde mit Namen, Funktion und Vorgang unterlegt – ein pedantisches Meisterwerk der Selbstabsicherung.
Und plötzlich fehlt das Tennismatch
Doch genau hier beginnt das eigentliche Drama. In der Drucksache 19/25730 taucht Kai Wegner mit keinem Wort auf. Und auch jene Tennispartie, die Günther-Wünsch nach eigenen Angaben mittags mit ihrem Lebenspartner gespielt haben soll – und von der sie selbst ein Foto in ihren WhatsApp-Status gestellt haben will – findet keine Erwähnung. Es war dieses Foto, das die ganze Erzählung erst ins Rollen brachte. Aus Wegners ursprünglicher Behauptung, er habe „den ganzen Tag" am Telefon gesessen, wurde bei Welt TV plötzlich ein Tennis-Satz.
Wann wurde der Ball geschlagen?
Juristisch ist die Sache sauber: Private Termine müssen in einer parlamentarischen Antwort nicht aufgelistet werden. Politisch aber entsteht ein Widerspruch, der kaum aufzulösen ist. Wegner hat das Spiel nämlich auf „zwischen 13 und 14 Uhr" datiert. Genau zu diesem Zeitpunkt arbeitete seine Lebenspartnerin laut eigener Verwaltung bereits an Lagebildern, Krisenkontakten und der Einbindung ihres Hauses in die gesamtstädtischen Strukturen. Beide Versionen können nur gleichzeitig stimmen, wenn Günther-Wünsch ihre Krisenarbeit mittags für eine Tennispartie unterbrach – und sich der Bürgermeister mitten im größten Blackout seit dem Mauerfall lässig mit ihr auf den Platz stellte. Ein Bild, das sich selbst wohlwollende Beobachter nur schwer ausmalen möchten.
Zwei Akten, zwei Welten
Der Kontrast könnte nicht größer sein. Auf der einen Seite die Senatorin, deren Haus jede Stunde mit Namen unterlegen kann. Auf der anderen Seite ein Regierender Bürgermeister, dessen Aufenthaltsort sich seit fast vier Monaten mit keinem einzigen amtlichen Dokument belegen lässt. Drei Anträge nach dem Informationsfreiheitsgesetz wurden beschieden – alle drei abgelehnt. Kein Fahrtenbuch, denn diese würden seit dem 1. Januar 2022 ohnehin nicht mehr geführt. Kein Dienstwagen an jenem Tag. Der Terminkalender sei „keine dem Einsichtsrecht unterliegende Akte". Interne Vermerke berührten den „Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung". Ein bürokratisches Bollwerk, wie gemacht für Politiker, die etwas zu verbergen haben.
Das Havelländer Geheimnis
In Berliner Recherchekreisen kursiert inzwischen die Vermutung, Wegner könnte sich am 3. Januar nicht nur außerhalb seines Schreibtischs, sondern womöglich außerhalb Deutschlands aufgehalten haben. Belege dafür gibt es öffentlich nicht. Dafür aber den Tennis-Satz bei Welt TV, das WhatsApp-Foto ohne überprüfbares Datum und ohne überprüfbaren Ort sowie die aus CDU-nahen Kreisen gestreute Information, der Bürgermeister habe in einem Havelländer Tennisresort im brandenburgischen Dallgow-Döberitz gespielt – also nicht einmal in Berlin. Drei Mosaiksteine, drei Quellen, drei Variationen derselben dünnen Erzählung. Keine davon mit einem unabhängig überprüfbaren Ortsnachweis.
Ein Symbolbild für den Zustand der Republik
Dieser Vorgang ist mehr als eine Berliner Posse. Er ist ein Lehrstück darüber, wie politische Verantwortung in Deutschland verwaltet, verschleiert und weggewischt wird. Während die Bürger im Kältesten des Winters ohne Strom dasitzen und sich fragen, wer eigentlich die Sicherheit der kritischen Infrastruktur garantiert, spielt die Stadtspitze – wenn die Hinweise zutreffen – möglicherweise Tennis im Brandenburgischen. Die gleiche politische Klasse, die dem Bürger Vorschriften zum Duschen, Heizen und Autofahren macht, sieht offenbar keinen Anlass, ihren eigenen Aufenthaltsort in einer akuten Krisenlage zu dokumentieren.
Das Berliner Abgeordnetenhaus wird nicht umhinkommen, die Fragen zu stellen, die die Drucksache 19/25730 so beredt verschweigt: Wenn Katharina Günther-Wünsch am 3. Januar mit halb Berlin telefoniert hat – wann genau hat sie eigentlich mit Kai Wegner Tennis gespielt? Und wo, bitteschön, war der Regierende Bürgermeister, während seine Stadt im Dunkeln versank?
Warum das alle angeht
Der Fall steht exemplarisch für ein politisches System, in dem Transparenz zur Fassade verkommt und Amtsträger sich hinter formaljuristischen Kniffen verbarrikadieren. Ein Fahrtenbuch wird abgeschafft, der Terminkalender zur Geheimsache erklärt, interne Vermerke zum „Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung" geadelt – und am Ende weiß niemand mehr, was die eigenen gewählten Volksvertreter in der Stunde der größten Krise eigentlich getan haben. Wer so regiert, darf sich nicht wundern, wenn das Vertrauen in die politischen Institutionen weiter erodiert. Und wer als Bürger in solch unsicheren Zeiten Vorsorge treffen will, tut gut daran, sich nicht allein auf staatliche Strukturen zu verlassen – sondern auch auf krisenfeste Werte wie physisches Gold und Silber, die jenseits politischer Nebelkerzen ihre Kaufkraft über Generationen hinweg bewahren.

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