
Biontech-Gründer kehren dem eigenen Unternehmen den Rücken – und planen den nächsten mRNA-Coup
Es klingt wie ein Treppenwitz der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte: Uğur Şahin und Özlem Türeci, das Ehepaar hinter dem milliardenschweren Corona-Impfstoffhersteller Biontech, wollen zum Jahresende 2026 ihr eigenes Unternehmen verlassen. Nicht etwa, um sich zur Ruhe zu setzen – nein, die beiden planen die Gründung einer neuen Firma, die sich abermals der mRNA-Technologie widmen soll. Diesmal allerdings mit dem Fokus auf Medikamente statt Impfstoffe. Man reibt sich verwundert die Augen.
Vom Pandemie-Profiteur zum Verlustbringer
Die Geschichte von Biontech ist eine Geschichte des rasanten Aufstiegs – und eines ebenso bemerkenswerten Niedergangs. 2008 gegründet mit dem ursprünglichen Ziel, mRNA-basierte Krebsmedikamente zu entwickeln, wurde das Mainzer Unternehmen während der Corona-Pandemie quasi über Nacht zum globalen Pharma-Giganten. Milliarden flossen in die Kassen, als die Welt nach einem Impfstoff lechzte und Regierungen weltweit Bestellungen in astronomischer Höhe aufgaben. Für ihre Verdienste erhielten Şahin und Türeci 2021 das Große Verdienstkreuz mit Stern – eine Auszeichnung, die einst Persönlichkeiten von wirklich historischer Tragweite vorbehalten war.
Doch die fetten Jahre sind längst vorbei. Die Zahlen sprechen eine ernüchternde Sprache: 2025 verbuchte Biontech einen Verlust von 1,12 Milliarden Euro – fast doppelt so viel wie im Vorjahr, als bereits 665 Millionen Euro in den Sand gesetzt wurden. Die Erlöse des laufenden Jahres sollen nahezu vollständig dafür verwendet werden, die gewaltigen Forschungsausgaben von rund 2,5 Milliarden Euro zu decken. Von den einstigen Pandemie-Gewinnen ist nicht mehr viel übrig.
Ein strategischer Rückzug mit goldenem Fallschirm
Besonders pikant an der Angelegenheit: Trotz ihres Abgangs wollen die Gründer ihren 15-prozentigen Anteil an Biontech behalten. Gleichzeitig soll Biontech eine Minderheitsbeteiligung an der neuen, noch namenlosen Firma erhalten sowie Lizenzgebühren kassieren. Ein Arrangement, das man durchaus als komfortabel bezeichnen darf. Man verlässt das Schiff, behält aber die Rettungsboote – und baut sich nebenbei eine neue Yacht.
„Özlem und ich wollen ein weiteres Mal als Pioniere neue Wege beschreiten", ließ Şahin verlauten. Große Worte. Doch was genau diese neuen Wege sein sollen, bleibt ebenso im Dunkeln wie die Frage, welche Gesellschaftsform die neue Firma haben und wo sie ihren Sitz haben wird. Ob Deutschland als Standort überhaupt in Frage kommt, darf angesichts der hiesigen Rahmenbedingungen für Unternehmer durchaus bezweifelt werden.
Die unbequemen Fragen bleiben unbeantwortet
Was bei der ganzen Inszenierung des Abschieds auffällt, ist das, was nicht gesagt wird. Die Corona-Impfkampagne, die Biontech seinen kometenhaften Aufstieg bescherte, ist längst nicht mehr das ungetrübte Erfolgskapitel, als das sie einst verkauft wurde. Weltweit häufen sich Berichte über Nebenwirkungen, Gerichte beschäftigen sich zunehmend mit Klagen von Impfgeschädigten, und erst kürzlich stärkte ein BGH-Urteil die Rechte von Betroffenen gegenüber Impfstoffherstellern. Der Zeitpunkt des Abgangs wirft unweigerlich Fragen auf – auch wenn ein kausaler Zusammenhang natürlich nicht bewiesen ist.
Es gehört zu den bitteren Ironien dieser Epoche, dass ein Unternehmen, das während einer beispiellosen Krise Milliarden mit staatlich finanzierten Impfstoffbestellungen verdiente, nun Milliardenverluste schreibt – während seine Gründer als dekorierte Helden von Bord gehen und das nächste Kapitel aufschlagen. Der Steuerzahler, der die Impfkampagne letztlich finanzierte, bleibt wie so oft mit leeren Händen zurück.
Biontech gibt sich gelassen – doch die Herausforderungen sind gewaltig
Das Unternehmen selbst betonte erwartungsgemäß, dass weder die Impfstoffproduktion noch die Entwicklung neuer Produkte vom Ausstieg des Gründerpaars beeinträchtigt würden. Der Aufsichtsrat wolle nun nach einer geeigneten Nachfolge suchen, um einen „reibungslosen Übergang" zu gewährleisten. Doch wie reibungslos kann ein Übergang sein, wenn die Köpfe hinter der gesamten Unternehmensphilosophie das Haus verlassen?
Für die Stadt Mainz, die während der Biontech-Blütezeit von sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen profitierte, dürfte die Nachricht ebenfalls für unruhige Nächte sorgen. Die goldenen Zeiten sind definitiv vorbei. Und für den deutschen Pharmastandort insgesamt stellt sich einmal mehr die unbequeme Frage, ob dieses Land überhaupt noch in der Lage ist, innovative Unternehmen dauerhaft zu halten – oder ob es nur noch als Durchgangsstation für clevere Geschäftsmodelle dient, bevor die Karawane weiterzieht.
Die Geschichte von Biontech ist damit auch ein Lehrstück über die Vergänglichkeit wirtschaftlicher Erfolge in einem Land, das seine Unternehmer mit Bürokratie, Steuerlast und ideologischer Regulierungswut systematisch vergrault. Şahin und Türeci mögen als „Pioniere neue Wege beschreiten" – ob diese Wege noch durch Deutschland führen, steht in den Sternen.
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