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Kettner Edelmetalle
31.12.2025
18:48 Uhr

Bundesagentur für Arbeit: Deutsche sollen Englisch als Arbeitssprache akzeptieren

Ein bemerkenswerter Vorstoß aus den Reihen der Bundesagentur für Arbeit sorgt zum Jahresende für Aufsehen. Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der BA, fordert nichts Geringeres als die gesellschaftliche Akzeptanz von Englisch als Arbeitssprache in deutschen Betrieben. Was auf den ersten Blick pragmatisch klingen mag, offenbart bei näherer Betrachtung ein fundamentales Problem der deutschen Arbeitsmarktpolitik.

Demografischer Wandel trifft auf politisches Versagen

Die Zahlen, die Terzenbach gegenüber der "Zeit" präsentierte, sind alarmierend. Das Beschäftigungswachstum in Deutschland wird mittlerweile ausschließlich von Menschen aus Nicht-EU-Ländern getragen. Weder Deutsche noch andere Europäer sorgen noch für Zuwachs auf dem Arbeitsmarkt. Die Erwerbsbevölkerung schrumpft demografisch bedingt um etwa 250.000 Deutsche pro Jahr – ein Aderlass, der seinesgleichen sucht.

Besonders pikant: Die einstige Zuwanderung aus osteuropäischen EU-Ländern versiegt zusehends. Polen und Tschechien verzeichnen niedrige Arbeitslosigkeit und starkes Wirtschaftswachstum. Mit gezielten Kampagnen holen diese Länder ihre Arbeitskräfte zurück. Deutschland verliert offenbar an Attraktivität – ein Armutszeugnis für die Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre.

Die Kapitulation vor der eigenen Sprache

Statt die Ursachen dieser Entwicklung zu bekämpfen, schlägt Terzenbach einen bemerkenswerten Weg vor: "Sprache darf nicht zur künstlichen Hürde werden", so der BA-Vorstand. Die deutsche Sprache als "künstliche Hürde" in Deutschland zu bezeichnen, zeugt von einer befremdlichen Haltung gegenüber der eigenen Kultur und Identität.

"Wir sollten uns mittel- und langfristig breiter aufstellen und auch Englisch als Arbeitssprache gesellschaftlich akzeptieren, wo es hilft."

Kinder sollen nach Terzenbachs Vorstellung bereits früh Englisch lernen, um später im Job Englisch als Zweitsprache zu beherrschen – unabhängig von Branche und Betriebsgröße. Man fragt sich unwillkürlich: Wäre es nicht sinnvoller, Zuwanderer zur Integration durch Erlernen der deutschen Sprache zu motivieren, anstatt die einheimische Bevölkerung zur sprachlichen Anpassung aufzufordern?

Job-Turbo gerät ins Stocken

Kritisch äußert sich der frühere Sonderbeauftragte für die Integration von Geflüchteten auch zu den jüngsten Änderungen am sogenannten "Job-Turbo". Das Instrument sollte ursprünglich schnelle Arbeitsaufnahme mit begleitender Qualifizierung verbinden. Durch aktuelle Änderungen landen neu Ankommende jedoch zunächst im Asylbewerberleistungssystem. Terzenbach moniert: "Das kostet Tempo – und genau das war die Stärke des Turbos."

Die Aufsplittung von Zuständigkeiten mache Abläufe langsamer und bürokratischer. Sprachförderung und berufliche Förderung seien schwerer zu kombinieren. Ein klassisches Beispiel deutscher Bürokratie, die sich selbst im Weg steht.

Bildungskatastrophe bei der Jugend

Besondere Sorge bereitet dem BA-Vorstand die erschreckend hohe Abbrecherrate an deutschen Schulen. Im vergangenen Jahr verließen 62.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Noch beunruhigender: Jeder fünfte Absolvent – überwiegend Männer – beginnt nach der Schule direkt mit Helferjobs oder informeller Arbeit. Daraus entstehe ein "Lock-in-Effekt" ohne spätere Ausbildung.

Um Jugendliche besser zu erreichen, setzt die Bundesagentur mittlerweile auf Social-Media-Formate und Influencer. Die geforderten Honorare seien jedoch teilweise "nicht verhältnismäßig". Ein bezeichnendes Bild: Während das Bildungssystem versagt, versucht man mit teuren Influencer-Kampagnen die Symptome zu bekämpfen.

Ein Wendepunkt mit bitteren Konsequenzen

Terzenbach selbst spricht von einem "Wendepunkt". Doch dieser Wendepunkt ist das Ergebnis jahrelanger verfehlter Politik. Statt die eigene Bevölkerung zu fördern, Familien zu unterstützen und Anreize für Kinderreichtum zu schaffen, setzt man auf Zuwanderung und sprachliche Anpassung der Deutschen. Die traditionellen Werte einer starken deutschen Wirtschaft mit gut ausgebildeten, deutschsprachigen Fachkräften scheinen der Vergangenheit anzugehören.

Die Forderung nach Englisch als Arbeitssprache mag in internationalen Konzernen ihre Berechtigung haben. Als gesellschaftliches Leitbild für den gesamten deutschen Arbeitsmarkt ist sie jedoch ein Offenbarungseid – und ein weiterer Schritt zur Aufgabe dessen, was Deutschland einst stark gemacht hat.

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