Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
26.03.2026
17:27 Uhr

Bundestag öffnet Tür für Überkreuz-Nierenspenden – doch reicht das wirklich?

Während Deutschland an allen Ecken und Enden mit drängenden Problemen kämpft – von einer maroden Infrastruktur über explodierende Energiekosten bis hin zu einer Kriminalitätswelle, die ihresgleichen sucht –, hat sich der Bundestag am Donnerstag einem Thema gewidmet, das tatsächlich einmal Menschenleben retten könnte: der Reform der Lebendorganspende. Ein seltener Lichtblick im parlamentarischen Betrieb, möchte man meinen.

Was die Reform konkret vorsieht

Der Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wurde mit den Stimmen der Großen Koalition sowie der Grünen verabschiedet. Die Linke votierte dagegen, die AfD enthielt sich. Kern der Reform ist eine fundamentale Neuerung im deutschen Transplantationsrecht: Künftig sollen sogenannte Überkreuz-Lebendnierenspenden zwischen zwei oder mehr unterschiedlichen Paaren möglich werden. Was bedeutet das in der Praxis? Wenn etwa ein Ehemann seiner Frau eine Niere spenden möchte, die Blutgruppen aber nicht zusammenpassen, kann er seine Niere einem fremden Patienten geben – dessen Angehöriger wiederum spendet an die Ehefrau. Ein elegantes Tauschprinzip, das in vielen anderen Ländern längst Alltag ist.

Darüber hinaus soll ein nationales Programm für die Überkreuzlebendnierenspende etabliert werden. Auch die bislang in Deutschland nicht erlaubte anonyme, nicht gerichtete Nierenspende wird durch das neue Gesetz ermöglicht. Der Schutz der Lebendspender von Organen und Gewebe werde ebenfalls gestärkt, heißt es aus dem Ministerium.

Ein „Tag der Hoffnung" – oder doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

Ministerin Warken sprach von einem „Tag der Hoffnung" für alle, die auf eine lebensnotwendige Spenderniere angewiesen seien. Fehlende Übereinstimmung von Blutgruppen oder Gewebemerkmalen solle nicht länger die Spende einer Niere an eine nahestehende Person unmöglich machen. Schöne Worte, gewiss. Doch man darf die berechtigte Frage stellen: Warum hat Deutschland so lange gebraucht, um diesen Schritt zu gehen?

In Ländern wie den Niederlanden, Großbritannien oder den USA sind Überkreuzspenden seit Jahren etablierte Praxis. Tausende Patienten haben dort bereits davon profitiert. Deutschland hingegen hinkte – wie so oft bei Reformen im Gesundheitswesen – der internationalen Entwicklung hinterher. Die Bürokratie, die ethischen Bedenkenträger, die endlosen Ausschusssitzungen: All das hat dazu geführt, dass Menschen auf Wartelisten gestorben sind, die bei einer früheren Gesetzesänderung hätten gerettet werden können.

Das eigentliche Problem bleibt bestehen

So begrüßenswert die Reform auch sein mag – sie löst das grundlegende Dilemma der Organspende in Deutschland nicht. Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist nach wie vor erschreckend niedrig. Rund 8.500 Menschen stehen hierzulande auf der Warteliste für ein Spenderorgan, die meisten davon warten auf eine Niere. Jedes Jahr sterben Hunderte, weil kein passendes Organ rechtzeitig verfügbar ist. Die gescheiterte Debatte um die Widerspruchslösung – bei der jeder automatisch als Organspender gilt, sofern er nicht aktiv widerspricht – zeigt, wie schwer sich die deutsche Politik mit mutigen Entscheidungen tut.

Man muss der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz zugutehalten, dass sie mit dieser Reform zumindest einen pragmatischen Schritt in die richtige Richtung unternommen hat. Ob es allerdings ausreicht, um die dramatische Versorgungslücke bei Spenderorganen nachhaltig zu schließen, darf bezweifelt werden. Deutschland braucht nicht nur neue Gesetze – es braucht einen grundlegenden Mentalitätswandel in der Gesellschaft, wenn es um die Bereitschaft geht, nach dem Tod anderen Menschen das Leben zu schenken. Solange dieser ausbleibt, werden Reformen wie diese zwar einzelne Leben retten, das strukturelle Problem aber kaum lösen.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen