
Chaos-Nacht in Frankfurt: 100 Polizisten verletzt, Waffenladen geplündert!

Eingeschlagene Scheiben, geplünderte Läden, über 100 verletzte Beamte: Nach den bundesweiten Gen-Z-Protesten am Samstag ist die Frankfurter Innenstadt in der Nacht zum Sonntag im Chaos versunken. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) kündigt nun eine Sonderkommission und harte Strafen an. Zugleich spricht er offen aus, was viele Politiker lange gemieden haben.
Vom Friedensmarsch zur Straßenschlacht
Am Nachmittag war es noch ein Protest wie viele andere. Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte Medienberichten zufolge in mehr als 30 Städten zu Demonstrationen aufgerufen. Zehntausende junge Menschen gingen auf die Straße, unter anderem für bessere Bildung und gegen die Wehrpflicht.
Dann kippte die Stimmung. Rund um Zeil, Hauptwache und Konstablerwache flogen nach Polizeiangaben Steine, Pyrotechnik und sogar Molotowcocktails auf Einsatzkräfte. Die Beamten rückten mit Wasserwerfern an und riegelten die Einkaufsmeile ab. Erst gegen drei Uhr morgens kehrte Ruhe ein.
Die Bilanz einer Nacht
Die Zahlen, die Poseck am Sonntag vorlegte, sind ernüchternd:
- 100 verletzte Polizisten, einer davon schwer
- 54 Festnahmen, die Verdächtigen zwischen 13 und 29 Jahre alt
- 17 beschädigte Geschäfte, fünf davon geplündert
- 1000 bis 1500 gewaltbereite Störer nach Schätzung der Polizei
Besonders alarmierend: Auch ein Waffenfachgeschäft wurde gestürmt. Laut Polizei stellten die Beamten nach Festnahmen zwei Waffen sicher. Um welche Waffen es sich handelte, blieb zunächst offen. Ein 13-Jähriger unter den Festgenommenen, Diebe am Waffenregal. Was sagt das über den Zustand eines Landes?
„Keine falschen Tabus“
Poseck zeigte sich auf der Pressekonferenz sichtlich erschüttert. Er sprach von „teils entsetzlichen Gewaltexzessen“ und fand ungewöhnlich klare Worte:
„Die heutige Nacht muss klare Konsequenzen haben. Diese Tätergruppe war überwiegend migrantisch geprägt. Und auch damit müssen wir uns auseinandersetzen. Es darf hier keine falschen Tabus geben.“
Die Sicherheitsbehörden wollen gewaltbereite junge Menschen mit Migrationshintergrund künftig stärker ins Visier nehmen. Damit schütze man ausdrücklich auch die vielen Zuwanderer, die sich an Recht und Gesetz hielten, betonte der Minister. Medienberichten zufolge stellt er inzwischen sogar infrage, ob weitere geplante Proteste überhaupt genehmigt werden können.
Dobrindt lobt, die AfD attackiert
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte der „Bild“, gewaltbereite linke Gruppen und „Chaoten aus dem migrantischen Milieu“ hätten die friedlichen Demonstrationen gekapert. Auf diesen Landfriedensbruch müssten harte Strafen folgen. Zugleich lobte er die Polizei: Zustände wie in Paris seien verhindert worden.
Ganz anders sieht das die AfD-Fraktion im hessischen Landtag. Fraktionschef Robert Lambrou warf Poseck vor, „französische Verhältnisse“ nicht verhindert zu haben. Es gehe offensichtlich auch um ungelöste Probleme mit Migration, so Lambrou. Seine Fraktion will die Krawalle im Landtag zum Thema machen.
Die späte Ehrlichkeit der Politik
Aus Sicht unserer Redaktion kommt diese Offenheit spät. Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist seit Jahren Rekordwerte aus, Messerangriffe nehmen deutlich zu. Dennoch wurden Warnungen vor Integrationsdefiziten oft als Panikmache abgetan. Dass ein CDU-Minister nun von „falschen Tabus“ spricht, ist ein Eingeständnis: Jahrelang hat die Politik weggeschaut.
Den Preis zahlen die Bürger. Ladenbesitzer wie Jost Wiebelhaus, dessen Laufshop nahe der Konstablerwache liegt, räumten am Sonntag Scherben weg. Man sei vom Ausmaß völlig überrascht worden, sagte er einem dpa-Reporter. Freiwillige halfen beim Aufräumen, um ein Zeichen zu setzen: Die Randalierer stünden nicht für Frankfurt.
Dieser Bürgersinn macht Mut. Ersetzen kann er eine Politik, die Recht und Ordnung konsequent durchsetzt, aber nicht. Ob die angekündigte Härte diesmal mehr ist als ein Reflex nach einer Nacht voller schockierender Bilder, muss sich erst noch zeigen.
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