
Chrupalla rechnet mit Merz ab: „Er wird es wieder nicht packen"

Während die Regierungsparteien in den Umfragen wie ein durchlöchertes Schiff Wasser ziehen, segelt die AfD auf Rekordkurs. Bei Forsa erreicht die Partei aktuell sage und schreibe 28 Prozent – ein historischer Höchstwert, der die Union um satte sechs Prozentpunkte hinter sich lässt. In Sachsen-Anhalt, wo im September gewählt wird, sind es laut Insa sogar schwindelerregende 42 Prozent. Eine politische Erdverschiebung, die im Berliner Regierungsviertel für blanke Nervosität sorgen dürfte.
Demut statt Triumphgeheul
AfD-Co-Chef Tino Chrupalla gab sich im Gespräch mit WELT TV überraschend zurückhaltend. Umfragen seien schön, Wahlergebnisse jedoch noch schöner, ließ er wissen. Man nehme die Zahlen „mit ein bisschen Demut" entgegen. Die Erklärung für den Höhenflug liefert er gleich mit: Die Rezepte seiner Partei kämen bei den Bürgern offenbar deutlich besser an als die mageren Kostproben aus der Küche von Bundeskanzler Friedrich Merz.
Und genau hier setzt Chrupalla zum Frontalangriff an. Die für Ende Juni angekündigten Reformpläne des CDU-Kanzlers sehe er mit ausgeprägter Skepsis. „Diese Ankündigungen haben wir ja schon so häufig gehört", so der AfD-Chef. Ein „Herbst der Reformen" sei bereits verstrichen, ein „Frühjahr der Reformen" ebenfalls – mit erwartungsgemäß überschaubarem Ertrag. Die Zeitschiene sei mehr als „sportlich", zumal der Bundestag Mitte Juli in die Sommerpause entschwinde. Sein nüchternes Fazit: „Ich denke, er wird es wieder nicht packen."
Wortbruch als Markenzeichen
Tatsächlich liest sich die bisherige Bilanz der Merz-Regierung wie das Drehbuch eines Politthrillers über gebrochene Versprechen. Der CDU-Vorsitzende hatte vor der Wahl noch vollmundig versichert, keine neuen Schulden machen zu wollen. Nun rauscht ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur durch das parlamentarische Hinterzimmer, die Klimaneutralität wurde nebenbei im Grundgesetz verankert, und kommende Generationen werden Jahrzehnte damit beschäftigt sein, die Zinslast über Steuern und Abgaben abzustottern. Wer da noch von einer wirtschaftspolitischen Wende träumt, glaubt vermutlich auch an den Weihnachtsmann.
Streit um Beamtenrotation und Verfassungsschutz
Auch den hartnäckigen Vorwurf des Rechtsextremismus konterte Chrupalla offensiv. Man zeige stets mit dem Finger auf jene, die Missstände im Land anprangerten. Die AfD sei „Partei des Grundgesetzes, schon immer gewesen". Die in Sachsen-Anhalt geplante Neubesetzung von Stellen in der Landesverwaltung sei rechtlich völlig unbedenklich und übliche Praxis. Er erinnerte daran, dass auch rot-grüne Landesregierungen nach Amtsantritt regelmäßig die obersten Beamten in Polizei, Feuerwehr und Verfassungsschutz ausgetauscht hätten. Plötzlich entdeckte Empörung bei identischem Vorgehen anderer Parteien zeigt einmal mehr die Doppelmoral des etablierten Politikbetriebs.
Brisant: Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erringen, kündigte Chrupalla an, auch den Verfassungsschutz unter die Lupe zu nehmen. Er halte es für „verfassungswidrig", dass Oppositionsparteien beobachtet und überwacht werden. Das beschneide die Oppositionsrechte erheblich und müsse angegangen werden.
Klare Kante gegenüber europäischen Bevormundern
Auf die Frage, warum Parteien wie der französische Rassemblement National oder die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen, reagierte Chrupalla deutlich. Eine Einmischung ausländischer Parteien in deutsche Angelegenheiten halte er für „höchst problematisch". Gleichzeitig betonte er, dass es gute Kontakte nach Italien und Frankreich gebe, auch zum Rassemblement National. In Brüssel funktioniere die Zusammenarbeit bei Abstimmungen reibungslos. An die Adresse von RN-Chef Jordan Bardella richtete er die süffisante Empfehlung, dieser solle „erst mal Präsident werden" und sich nicht „an den Hals von Friedrich Merz schlagen".
Vermögenssicherung in unsicheren Zeiten
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