
Continental rutscht tief in die roten Zahlen – Zollpolitik und Konzernumbau fordern ihren Tribut
Was einst als stolzer Industriekonzern aus Hannover die deutsche Ingenieurskunst in alle Welt trug, kämpft nun mit den Folgen eines radikalen Umbaus und einer zunehmend feindseligen Handelspolitik. Die Continental AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von rund 165 Millionen Euro eingefahren – ein dramatischer Absturz, wenn man bedenkt, dass der Konzern im Vorjahr noch satte 1,2 Milliarden Euro Gewinn verbuchen konnte.
Teurer Abschied vom Autozuliefergeschäft
Der Grund für den Einbruch liegt vor allem in den massiven Umbaukosten, die der Konzern schultern musste. Continental hatte sich 2025 von seinem Autozuliefergeschäft getrennt, das fortan unter dem Namen „Aumovio" eigenständig an der Börse agiert. Zusätzlich wurde ein Teil der Kunststoff-Technik-Sparte „Contitech" veräußert. Allein diese Maßnahmen verschlangen nach Angaben des Vorstands rund 1,2 Milliarden Euro – eine gewaltige Summe, die den einstigen Milliardengewinn regelrecht pulverisierte.
Konzernchef Christian Kötz präsentierte die Zahlen auf der Jahrespressekonferenz am Mittwoch mit demonstrativer Gelassenheit. Man sei zuversichtlich, das Tagesgeschäft wieder profitabler gestalten zu können. Das Reifengeschäft laufe nach wie vor gut. Doch hinter der Fassade des Optimismus verbirgt sich eine unbequeme Wahrheit: Der Umsatz ist bereits 2025 um zwei Prozent auf 19,7 Milliarden Euro geschrumpft – und für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einem weiteren Rückgang auf nur noch 17,3 bis 18,9 Milliarden Euro.
Trumps Zollkeule trifft auch Hannover
Ein wesentlicher Faktor für die düsteren Prognosen sind die von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump verhängten Zölle. Die 20 Prozent Aufschlag auf EU-Importe treffen einen global aufgestellten Konzern wie Continental mit voller Wucht. Was in Washington als vermeintlicher Schutz amerikanischer Arbeitsplätze verkauft wird, entpuppt sich für europäische Industrieunternehmen als schleichendes Gift. Und während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz vollmundig von wirtschaftlicher Stärke spricht, fehlt es an konkreten Gegenmaßnahmen, die deutsche Unternehmen vor den Auswirkungen dieser protektionistischen Eskalation schützen würden.
Stattdessen plant Continental weitere Stellenstreichungen in Deutschland. Besonders betroffen sei die Verwaltung am Standort Hannover, teilte der Konzern mit. Bei der Sparte ContiTech sollen rund 150 Millionen Euro eingespart werden – eine Abspaltung stehe im Raum. Für die betroffenen Mitarbeiter dürften das keine beruhigenden Nachrichten sein.
Ein Symptom des industriellen Niedergangs
Der Fall Continental ist symptomatisch für den Zustand der deutschen Industrie insgesamt. Einst war die Bundesrepublik das industrielle Kraftzentrum Europas, ein Land, in dem Unternehmen wie Continental, Siemens oder ThyssenKrupp für Wohlstand und Stabilität sorgten. Heute reiht sich eine Hiobsbotschaft an die nächste. Explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratie, eine ideologiegetriebene Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre und nun auch noch ein transatlantischer Handelskrieg – die Belastungen summieren sich zu einem toxischen Cocktail, der selbst kerngesunde Unternehmen in die Knie zwingt.
Dass ausgerechnet das Reifengeschäft als Hoffnungsträger herhalten muss, während das einst prestigeträchtige Autozuliefergeschäft abgestoßen wurde, spricht Bände. Die deutsche Automobilindustrie, jahrzehntelang das Rückgrat der Volkswirtschaft, befindet sich in einem fundamentalen Umbruch – und nicht wenige Beobachter fragen sich, ob am Ende dieses Transformationsprozesses überhaupt noch genügend Substanz übrig bleibt.
In Zeiten wie diesen, in denen selbst traditionsreiche Industriekonzerne ins Straucheln geraten und die Aktienmärkte von geopolitischen Unwägbarkeiten durchgeschüttelt werden, erweist sich einmal mehr die Weisheit einer breiten Vermögensstreuung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn Unternehmensbilanzen rot leuchten und politische Entscheidungsträger mehr Probleme schaffen als sie lösen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.
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